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Brutal, verstörendund sehr bewegend

Neu im Kino: Zulu Brutal, verstörendund sehr bewegend

Forest Whitaker und Orlando Bloom sind zwei ungleiche Cops in Kapstadt. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf menschenverachtende Machenschaften, die tief in die Zeit der Apartheid zurückreichen.

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Brian Epkeen (links) und Ali Sokhela arbeiten zusammen an einem Mordfall in Südafrika.Foto: Studio Hamburg Enterprises GmbH

Quelle: Studio Hamburg Enterprises GmbH

Marburg. Gut 20 Jahre nach Ende eines Regimes sind die Wunden verheilt, die Verbrecher verurteilt - könnte man meinen. Doch die Geschichte lehrt immer wieder das Gegenteil, so auch die der Apartheid Südafrikas. Bis heute leben zahlreiche Schwarze unter erbärmlichen Bedingungen und noch immer haben frühere Vertreter des Regimes Einfluss und Macht.

In „Zulu“ präsentiert der Franzose Jérôme Salle einen Thriller vor dem Hintergrund der Zerrissenheit Südafrikas. Ali Sokhela (Forest Whitaker) ist Chef der Mordkommission in Kapstadt. Die Leiche eines reichen weißen Mädchens wird blutüberströmt am Strand gefunden. Zunächst sieht alles nach einem Mord im Drogenmilieu aus, doch schnell stoßen Ali und sein Team auf Verbrechen, die tief in die Vergangenheit der Apartheid zurückreichen. Zu Alis Team gehört der abgerissene, stets entweder verkaterte oder angetrunkene Brian Epkeen (Orlando Bloom), der immer noch unter der Trennung von seiner Frau leidet, als Vater versagt hat und keine Frauengeschichte auslässt.

Bei allen politischen Statements ist „Zulu“ in erster Linie ein brutaler Thriller. Und trotzdem oder gerade deswegen ist „Zulu“, der im vergangenen Jahr zum Abschluss der Filmfestspiele in Cannes lief, so verstörend und ist erst ab 18 Jahren freigegeben. Er lässt erahnen, wie tief die Verletzungen noch sitzen, wie stark die Spannungen zwischen Schwarzen und Weißen in der südafrikanischen Gesellschaft häufig noch sind. Es scheint nach knapp zwei Stunden aber auch nicht mehr unwahrscheinlich.

Bei der OP-Sneak-Preview war das Publikum im Cineplex von „Zulu“ begeistert und ergriffen. „Blutig, spannend, teilweise eklig und trotzdem gut“, fand Jonathan Kunz aus Marburg. Je zwei Freikarten gehen an: Vanessa May, Sonja Rieß, Roland Martens, Cäcilia Riede (alle Marburg) und Laura Kaiser (Kirchhain). Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Capitol.

von Britta Schmeis

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