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Brückenschlag zwischen Kulturen

„Sistanagila“ spielte beim Jüdischen Kulturherbst Brückenschlag zwischen Kulturen

Musik existiert nicht nur, um Menschen zu gefallen. Musik kann auch eine vermittelnde Instanz darstellen, um verschiedene Kulturen zusammenzubringen. Dies zeigt die Gruppe „Sistanagila“.

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Die Gruppe „Sistanagila“ besteht aus Avi Ben-Chamo (Bass, von links), Johanna Hessenberg (Saxophon), Yuval Halpern (Gesang), Jawak Salkhordeh (Percussion/Tombak) sowie Hemad Darabi (Gitarre, nicht im Bild).

Quelle: Immanuel de Gilde

Marburg. Was Musik zu leisten vermag, war am Sonntag beim 12. Jüdischen Kulturherbst in der Marburger Synagoge zu erleben.

Dort trat die Band „Sistanagila“ aus Berlin auf, um mit traditionell iranischer und traditionell israelischer Musik den Abend zu gestalten. Das Besondere: zwei der fünf Bandmitglieder kommen gebürtig aus dem Iran und zwei aus Israel. Vollständig wird die Gruppe durch Johanna Hessenberg aus Deutschland.

Schon diese Besetzung hat Symbolkraft. Und darum geht es „Sistanagila“ auch. Während die Texte weitestgehend poetischer Natur sind, betont Sänger Yuval Halpern: „Es gibt eine andere Stimme.“ Gemeint ist eine Stimme, die beim Konflikt der beiden Länder nicht von Krieg, sondern von Hoffnung und Frieden spricht.

Musikalischer Kulturmix

Doch nicht nur die Idee, auch die Musik von „Sistanagila“ fasziniert an diesem Abend. So reicht es der Band nicht, die Musik der beiden Länder kompositorisch zu vereinen.

Das musikalische Konzept ist, erst typische Lieder des einen Landes und danach charakteristische Lieder des anderen Landes vorzustellen, um sie im Anschluss zu kombinieren. So werden beide Kulturen musikalisch einzeln erfahren, um daraufhin ihre Verschmelzung zu verstehen.

Ein Beispiel für diese Kombination stellt das Stück „Sistanagila“ dar, dass auf dem musikalischem „Call-and-Response“-Prinzip basiert. Die Inspiration dafür stellten die Rufe der Rabbiner und der Imame dar, die ebenfalls auf einem Frage-Antwort-Prinzip beruhen.

Nach zwei Zugaben vor dem voll besetzten Saal antworteten Percussionist Jawak Salkhordeh und Gitarrist Hemad Darabi auf die Frage, ob es Pläne für eine Tour nach Israel oder in den Iran gäbe mit einem müden Lächeln. Pläne gäbe es schon, nur leider sei die Realisierung einer Reise in der derzeitigen Besetzung der Band nahezu unmöglich.

von Immanuel de Gilde

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