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Böhmische Blasmusik in Perfektion

Egerländer Musikanten in Stadtallendorf Böhmische Blasmusik in Perfektion

Fast aus allen Nähten platzte am Samstag die Stadtallendorfer Stadthalle: Fast 1000 Besucher wollten Ernst Hutter und seine Egerländer Musikanten sehen.

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Die Egerländer Musikanten boten unter der Leitung von Ernst Hutter Blasmusik in Perfektion. Das Publikum dankte dem Orchester mit tosendem Applaus und Standing Ovations.Fotos: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Die Popularität der Egerländer Musikanten ist auch 15 Jahre nach dem Tod des legendären Orchestergründers Ernst Mosch ungebrochen: Im Rahmen ihrer Europatournee, die unter dem Titel „Liebe zu Musik“ steht, gastierten die direkten Nachfolger des 1999 verstorbenen Ernst Mosch in Stadtallendorf.

Und es waren nicht nur ältere Freunde der böhmischen Blasmusik gekommen. Auch viele junge und jugendliche Fans erfreuten sich an den Polkas, Märschen und volkstümlichen Melodien.

Perfekt aufeinander abgestimmt zeigten sich die 20 Profimusiker als die legitimen musikalischen Erben ihres großen Vorbildes. Auch das Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris begeisterte das Publikum mit stimmungsvollen Beiträgen. Edi Graf führte als Moderator mit Witz und Charme durch das fast dreistündige Programm. Seit 57 Jahren verbindet die Egerländer Musikanten ihre Liebe zur Musik mit dem Publikum. Und so hieß auch das Stück, mit dem sie den musikalischen Reigen schwungvoll eröffneten: „Ohne Liebe geht es nicht“.

Alte Kompositionen aus der Anfangszeit der Egerländer wie der „Egerländer Musikantenmarsch“, „Rosenblütenwalzer“, „Der Strohwitwer“ oder die „AHA Polka“ standen ebenso auf dem Programm wie die „Wachtelpolka“, „Der Buntspecht“ oder „Kannst du Knödel kochen“. Bei den „Drei weißen Birken“ aus dem Ernst-Mosch-Medley sang der ganze Saal ohne Aufforderung mit. „So einen großen Chor hatten wir lange nicht“, stellte Moderator Edi Graf anschließend fest.

In der Egerländer Solistenparade überzeugten etliche der Orchestermitglieder mit stimmungsvollen Soli und musikalischen Überraschungen, die deutlich machten, dass in diesem Auswahlorchester nur virtuose Musiker spielen dürfen. Mehrfach stellte auch Ernst Hutter selbst sein Können auf dem Flügelhorn und der Zugposaune unter Beweis.

Ein musikalischer Genuss waren auch Evergreens wie „What a wonderful world“ von Louis Armstrong, das von Martin Hutter, dem Sohn des Dirigenten, in hoher musikalischer Perfektion interpretiert wurde. Viel Heiterkeit unter dem Publikum rief das Schlagzeugsolo von Holger Müller hervor, als er über fünf Minuten lang fast alles bearbeitete, was ihm vor die Trommelschlägel kam.

Natürlich wollten die Zuhörer auch die bekannten Stücke des legendären Meisters hören. Stehende Ovationen, tosender Beifall und laute Rufe spornten die Musiker an. „Die Zugabe ist im Preis inbegriffen“, beruhigte Edi Graf das Publikum. Erst nach vier Zugaben - unter anderem die stürmisch geforderten Lieder „Vogelwiese“ und „Rauschende Birken“, wurde das Orchester vom Publikum entlassen. Das versprach seinen Fans mit „Bis bald auf Wiedersehn“ einen erneuten Auftritt in Stadtallendorf.

von Alfons Wieber

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