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„Blut, Blut, Räuber saufen Blut“

Konzert „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“

Ruhe und Besinnlichkeit sind nicht die Sache der Band Subway to Sally. Die Potsdamer Rocker hatten zur „Eisheiligen Nacht“ in die Hessenhalle geladen.

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Frontmann Eric Fish von Subway to Sally heizte musikalisch kräftig ein.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Und nicht nur die Bands Fejd, Russkaja und Die apokalyptischen Reiter folgten ihrem Ruf. Auch rund 2300 Fans kamen zu dem Konzert, bei dem die Stimmung von der ersten Minute an ausgelassen war.

Quasi im Handumdrehen hat die ganz überwiegend schwarz gekleidete Anhängerschaft Betriebstemperatur erreicht, und gerade bereitet die Crew den Auftritt der ersten Band vor, als das Publikum schon lautstark nach seinen Idolen verlangt. Allerdings tun das Anhänger von Subway to Sally, die mittlerweile jedes Jahr vor Weihnachten nach Gießen kommen, nicht irgendwie. Fast schon traditionsgemäß skandiert der ganze Saal „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“ aus dem Lied „Julia und die Räuber“ von der CD „Foppt den Dämon“. Und dann ist Sänger Eric Fish endlich da, um die Gäste zu begrüßen und das Programm des Abends anzukündigen. Gut, ein neues Album hat er diesmal nicht mitgebracht. Trotzdem ist der Auftritt für Fans ein Leckerbissen. Denn: Die Band feiert ihr zwanzigjähriges Jubiläum, nicht nur mit flankierenden Auftritten von Fejd, Russkaja und den apokalyptischen Reitern. Als besondere Höhepunkte des Abends sind vielmehr zwei Sets der Potsdamer vorgesehen.

Los geht´s allerdings mit der schwedischen Formation Fejd, die mit Folk- und Metalklängen gleich richtig einheizen. Die mittelalterlich angehauchten Sounds überzeugen die Gäste, die nach dem kurzen Gastspiel lautstark nach einer Zugabe verlangen.

Zurück zu den Wurzeln

Doch das Programm des Abends ist straff, und die Eisheilige Nacht läuft seit kaum 45 Minuten als sich Subway das erste Mal die Ehre geben. Der Clou: Die Musiker präsentieren sich in der Form und mit der Musik, mit der die Karriere einst startete. Das bedeutet ein tiefes Eintauchen in mittelalterlich inspirierte Klangwelten, während die Gruppe heute ja bekanntlich eher in Richtung Metal einzuordnen ist. In Gießen heißt es allerdings „Zurück zu den Wurzel“, und es ist ein echter Genuss mal wieder Songs wie „Sag dem Teufel“ oder „Die Ratten“ zu hören. Auch visuell kommt das erste Set gut rüber, denn vor allem Eric Fish betätigt sich immer wieder als Feuerspucker.

Kurze Umbaupause bevor schließlich die Dame und die sieben Herren von Russkaja auf die Bühne kommen und die ohnehin schon gute Stimmung kräftig anheizen. Zu hören gibt es Songs, die Elemente von russischer Folklore mit Polkabeats und Ska verbinden. Keine Frage, dieser Sound geht ordentlich ins Blut und Frontmann Georgij Alexandrowitsch Makazaria nimmt mit seinem Humor voll für sich ein.

Publikum mag es hart

Weit drastischer geht es zu, als Die Apokalyptischen Reiter sich musikalisch ans Publikum wenden. Denn die Töne der aus Weimar stammenden fünfköpfigen Band sind heftig, doch die Songs, die bisweilen rhythmisch nah dran sind an Black- oder Deathmetal, kommen an in der Hessenhalle.

Erneute Umbaupause und dann ist der zweite und letzte Höhepunkt des Abends erreicht. Unterstützt von reichlich Pyrotechnik sind Subway to Sally wieder auf der Bühne und in der Jetztzeit angekommen. Das bedeutet: Mit Liedern wie „Falscher Heiland“ von der CD „Engelskrieger“ oder „Das schwarze Meer“ und „Bis in alle Ewigkeit“ vom aktuellen Album „Schwarz in Schwarz“ gibt es jetzt reichlich was auf die Ohren.

Von Stephan Scholz

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