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Blick auf lateinamerikanische Kultur

Semana Latina Blick auf lateinamerikanische Kultur

Der musikalische Tausendsassa Jean Kleeb hat zum siebten Mal die „Semana Latina“ organisiert. Eine Woche lang macht er mit zahlreichen Mitstreitern lateinamerikanische Kultur in der Waggonhalle lebendig.

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Mit Stücken der chilenischen Musikerin Violeta Parra kommt die preisgekrönte kanadische Gruppe „Color Violeta“ zur Semana Latina nach Marburg (oben). Organisiert wurde sie von Jean Kleeb (kleines Bild, von links), den Clemence Gourdon und Uwe Hoffmann unterstützten.Fotos: Veranstalter / Uwe Badouin

Marburg. Gibt es irgendjemanden in der großen und bunten Marburger Kulturszene, der Jean Kleeb nicht kennt? Wohl kaum: Der Brasilianer leitet zahlreiche Chöre, er komponiert und gibt Workshops. Und nebenbei organisier er seit nunmehr sieben Jahren eine Woche der lateinamerikanischen Kultur. Dabei kommen ihm seine Kontakte in der deutschen und lateinamerikanischen Musikszene zu Gute. Und nicht nur ihm: Denn das Festival, das vom 25. September bis zum 5. Oktober in der Waggonhalle stattfindet, hat sich längst von einem Geheimtipp zum festen Bestandteil des Marburger Kulturlebens entwickelt.

Dabei bleibt Jean Kleeb wie immer bescheiden und verweist in erster Linie auf die vielen Initiativen und Gruppierungen, die inzwischen eingebunden sind: die Waggonhalle, deren Intendant Matze Schmidt mit ihm im Vorstand des neugegründeten Semana-Latina-Fördervereins sitzt, auf das Cineplex, auf die Musikschule, auf den Weltladen, auf die Buchhandlung Roter Stern und den Verein Kulturelle Aktion - Strömungen. Sie alle beteiligen sich mit eigenen Veranstaltungen an dem Programm, das die Kultur des Subkontinents zwischen Mexiko und Feuerland in den Blick rücken will. Geboten werden elf sehr unterschiedliche Veranstaltungen.

Bereits am Mittwoch, 25. September, ist das Jugendzirkusprojekt „Circo Fantazztico“ aus Costa Rica in der Waggonhalle zu Gast: Ab 20 Uhr zeigen die Jugendlichen ihr Programm „Calufa“.

Offiziell eröffnet wird die Semana Latina am Samstag, 28. September, mit einem Kinderfest ab 15 Uhr auf dem Gelände der Waggonhalle..

Das Trio Os Capingas bringt am Samstagabend ab 20 Uhr Forró, die Tanzmusik aus dem Nordosten Brasiliens auf die Bühne der Waggonhalle. Diese Musik sei, wie Kleeb betont, in seiner Heimat noch populärer als Salsa.

Am Sonntag stehen zwei Veranstaltungen auf dem Programm: Um 19 Uhr wird im Rotkehlchen die Fotoausstellung „Die Welt aus Kinderaugen“ eröffnet, die Bilder von Kindern aus der brasilianischen Großstadt Recife zeigt. Ab 20 Uhr heißt es in der Waggonhalle „Casino Tango Noir“ mit der Gruppe Las Sombras.

Politisch wird das Festival am Montag, 30. September, mit einem Vortrag von Llanquiray Painemal aus Chile: Ab 20 Uhr informiert die Mapuche-Aktivistin über den Widerstand der chilenischen Ureinwohner gegen Landraub, Staudämme und Umweltzerstörung. Und sie erinnert auch an den 40. Jahrestag des Militärputsches gegen Allende und die folgende Pinochet-Diktatur.

Brasilien ist in diesem Jahr Gastland der Buchmesse in Frankfurt: Am Dienstag, 1. Oktober, kommt der brasilianische Schriftsteller Rafael Cardoso ab 20 Uhr mit seinem Buch „Sechzehn Frauen - Geschichten aus Rio“ in die Waggonhalle.

„Gracias a la vida“ ist wohl eines der populärsten Lieder Lateinamerikas. Geschrieben hat es Violeta Parra. Der Film „Violeta Went To Heaven“, der am Mittwoch, 2. Oktober, ab 20 Uhr im Capitol zu sehen ist, setzt der Sängerin, Malerin und Bildhauerin, die als erste lateinamerikanische Künstlerin eine Ausstellung im Louvre hatte, ein Denkmal.

Die KinderKulturKarawane macht am Donnerstag, 3. Oktober, ab 20 Uhr in der Waggonhalle Station. Die brasilianische Jugendtheatergruppe „Treme Terra“ zeigt „Terreiro Urbano“.

Höhepunkt des Festivals ist vermutlich der Auftritt der kanadischen Gruppe „Color Violeta“ am Freitag, 4. Oktober, um 20 Uhr. Die preisgekrönte Band, deren Marburg-Auftritt von der kanadischen Regierung unterstützt wird, spielt Lieder und Kompositionen der chilenischen Musikerin Violeta Parra und mixt dabei Jazz mit traditioneller lateinamerikanischer Musik. „Wir freuen uns sehr auf diese Gruppe“, sagt Jean Kleeb.

Das Festival endet am Samstag, 5. Oktober, mit einer Peña Folclorica, einer lateinamerikanischen Party. Zu hören sind drei Gruppen: Wiñay, Lacazit und Isla del Rio mit Musikern aus dem Raum Marburg. Zudem kann jeder, der will, auf die Bühne und etwas vortragen.

von Uwe Badouin

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