Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 12 ° Regen

Navigation:
Blick auf die Welt „von unten“

Metz als Autor Blick auf die Welt „von unten“

Pit Metz - den meisten Marburgern dürfte dieser Name wohl eher im Zusammenhang mit Politik statt mit Schriftstellerei bekannt sein. Jetzt stellte er sein ersten Buch vor.

Voriger Artikel
Blaskapelle sorgt für eine heiße Nacht
Nächster Artikel
Feinsinn und musikantisches Feuer

Ulrike Eifler und Pit Metz lasen gemeinsam im TTZ aus der ersten literarischen Buchveröffentlichung von Pit Metz.

Quelle: Friederike Hagel

Marburg. Als ehemaliges DKP-Mitglied war Pit Metz, der aus einer kinderreichen sozialistisch geprägten Arbeiterfamilie stammende Diplom-Pädagoge, 2005 Oberbürgermeisterkandi­dat für die „Marburger Linke“, 2007 Spitzenkandidat der hessischen Landtagswahl. Heute ist er in Marburg als Vorsitzender für die Ortenberggemeinde aktiv und neben seiner Tätigkeit als Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte bei der Blista auch gewerkschaftlich tätig.

Nun stellt er sich literarisch vor. „Ich wollte eine Erzählung abliefern, die ,von unten‘ erzählt wird“, erklärt Metz im Gespräch. So basiert seine erste veröffentlichte Erzählung auf Familiengeschichte, die sich bis in überregionale Themen spannt; eingebettet in die Zeit kurz nach der Novemberrevolution von 1918 bis zu den 1990er Jahren.

Ein klares regionales Kolorit - nein, hier ist nicht Marburg, sondern Metz’ Geburtsort Weinheim an der Bergstraße gemeint - färbt nicht nur seine Erzählung, sondern wird von ihm in der Lesung in kurpfälzer Dialekt präsentiert. Zur Freude der Zuhörer, denen er das ein oder andere Lachen entlockt. So versetzt Metz die Zuhörer und Leser in den Alltag der Arbeiter, in die vom Hunger geprägte Nachkriegszeit, stellt die Rolle der Kriegsgefangenen als Rückkehrer anhand seines Großvaters Franz heraus und schildert die politische Welt der Kurpfalz, die von sozialen Unruhen und Armut nicht verschont bleibt.

Die Funktion des Kindes als Familienversorger und der Aufstand des Vaters gegen die Nationalsozialisten wird in eine humorvolle und gleichzeitig traurige Geschichte eingebettet. Teils fiktiv, teils durch Recherchen im Stadtarchiv, aber eben auch durch die autobiographischen Aufzeichnungen seiner Mutter baut Metz seine Erzählung auf. Dass seine politische Weggefährtin Ulrike Eifler - in Sachen Literatur vereint beide der Stockstädter Literaturpreis - der Figur der Mutter eine weibliche Stimme gibt, lockert die Lesung seiner Erstveröffentlichung auf. Denn „das Buch soll wahrhaftig sein“, so Metz’ Anspruch. Dies ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Veranstalter der Lesung waren die Buchhandlung Roter Stern, Extremes Lesen und die Kulturelle Aktion Marburg-Strömungen.

Die Erzählung ist im März 2016 im Marburger M&R Verlag erschienen.

von Friederike Hagel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr