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Blick auf die Kultur Lateinamerikas

Semana Lantina Blick auf die Kultur Lateinamerikas

Am 27. September beginnt die 8. Semana Latina. Verschiedene Kulturträger präsentieren bis zum 4. Oktober einen bunten Mix an Themen und Veranstaltungen.

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Die Band „Los Vacios de Charly“ (oben) wollen das Publikum bei der Latina Semana mit Cumbia zum Tanzen bringen. Organisiert wird das Festival von Heyson Vargas (rechtes Foto, von links), Tina Puckerin und Jean Kleeb.Fotos: Veranstalter / Badouin

Marburg. Seit vielen Jahren ist der Brasilianer Jean Kleeb aus dem Marburger Kulturleben gar nicht mehr wegzudenken. 2007 hat der Komponist, Musiker und Chorleiter gemeinsam mit Mitstreitern die erste Semana Latina organisiert, um den Blick auf die kulturelle Vielfalt des riesigen südamerikanischen Kontinents, aber auch auf die politischen und gesellschaftlichen Probleme zu richten.

Gemeinsam mit dem seit fünf Jahren in Marburg lebenden bolivianischen Musikers Heyson Vargas und Tina Puckerin von der Waggonhalle hat er jetzt die bereits 8. lateinamerikanische Woche organisiert. Die Semana Latina gehört inzwischen zum festen Kultur-Angebot im Marburger Jahreszyklus.

In diesem Jahr gibt es zwei Schwerpunkte: Zum einen die Kultur Boliviens, die Kleeb und Heyson im Gespräch mit der OP als eine Art „Vermächtnis der lateinamerikanischen Kultur der Anden“ bezeichnen. Bolivien sei nicht nur wegen der Lage in den Hochanden eine Art Tibet in Amerika, meint Kleeb, der in der brasilianischen Megastadt Sao Paulo aufgewachsen ist - dem extremen Gegenentwurf zu den kleinen indianischen Dörfern und Städten in den bolivianischen Anden. So gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, die sich mit den Ursprüngen der Kultur der Inka und der Quechua, aber auch - wie etwa der beeindruckende Film „El Cementario de Los Elephantes“ (1. Oktober im Cineplex) - mit der schwierigen sozialen Lage der Indios beschäftigen.

Der zweite Schwerpunkt ist Brasilien, das größte Land Lateinamerikas. „Wir wollen uns mit der Lage in Brasilien nach der Fußball-Weltmeisterschaft auseinandersetzen“, sagt der Brasilianer Kleeb. „Das muss einfach sein.“ Bereits im Vorfeld der WM hatte es in Brasilien massive Proteste gegeben, weil der Staat Unsummen für den Fußball ausgab, Geld, das aus Sicht vieler Brasilianer besser in den Ausbau von Schulen, Krankenhäusern und Infrastruktur investiert worden wäre. Vor den Wahlen im Oktober will der Kasseler Soziologe und Brasilienkenner Dr. Dieter Gawora am 29. September in der Waggonhalle informieren über ein „Land jenseits des Fußballs“.

Insgesamt stehen zehn Veranstaltungen auf den Programm - eine Ausstellung mit Malerei von César Barrantes aus Kolumbien und Carlos Alberto Sánchez aus Mexiko läuft bereits im Rotkehlchen. Hinzu kommen neben dem Vortrag, dem Film und einer Lesung über „Bolivars Erben - Linksregierungen in Lateinamerika“ (30. September) vor allem Musikveranstaltungen, die die Latina Semana von Beginn an prägen.

Eröffnet wird die Woche am 27. September ab 14 Uhr traditionell mit einem großen Kinderfest zum Weltkindertag auf dem Gelände der Waggonhalle. Der Eintritt dazu ist frei.

Am Abend treten ab 20 Uhr die „Sicuris de Bolivia“ in der Waggonhalle auf, wo mit Ausnahme der Filmvorführung alle Veranstaltungen stattfinden. Zu hören ist traditionelle Musik aus den Anden, erklärt Heyson Vargas.

Einen Tag später, am 28. September, ist ab 20 Uhr das Nasca-Theaterprojekt „Ich bin keine Dame, ich bin ein alter Stock“ mit Nicola Klaiber zu sehen. Die Schauspielerin spürt darin Maria Reiche aus Dresden nach, die 1932 nach Peru ging und es sich zur Lebensaufgabe machte, die berühmten Nasca-Linien zu untersuchen.

Am 2. Oktober steht ab 20 Uhr ein Konzert mit dem Latino-Musikprojekt Los Vascios de Charly und dem brasilianischen Trio Os Capangas auf dem Programm.

Die Marburg-Jazz-Band besteigt am 3. Oktober um 20 Uhr den Latin-Train und widmet sich der Verschmelzung von lateinamerikanischer Musik und Jazz.

Am 4. Oktober endet die Semana Latina traditionell mit einer Peña Folclorica, einem Abend, der „in lockerer Atmosphäre mit musikalischen, poetischen und tänzerischen Vorführungen“ gestaltet wird.

von Uwe Badouin

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