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Blasmusik trifft Kunst

Nacht der Kunst Blasmusik trifft Kunst

Es ist inzwischen kaum noch möglich, den Überblick über die „Nacht der Kunst“ zu behalten: 51 Aktionen und Ausstellungen an 46 Orten konnten Kunstfreunde Freitagabend besuchen. Ein Streifzug.

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Teddy Scharlau brachte im Universitätsmuseum Fenster, Schindeln und andere Baumaterialen des Ernst-von-Hülsen-Hauses unter den Hammer.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Als am frühen Freitagabend ein heftiger Regenschauer niederging, musste man schon Angst bekommen um die vom Kunstverein organisierte 13. Nacht der Kunst. Doch kaum hatten sich die Regenwolken verzogen, füllten sich am späteren Abend die Ausstellungshäuser. Marburger gehen eben nicht so früh aus.

Das Angebot war riesig: Bratwurst, Blasmusik und Kunst gab es zum zweiten Mal in der Hauptfeuerwache: Klaus Schlosser zeigte seine skurilen Typen am seidenen faden. Gerda Waha hatte ihre Installation „Schaulustig“ ins Obergeschoss der Feuerwache geschafft.

War es bei der Feuerwehr zum Auftakt noch recht ruhig, gab es nur wenige Meter Luftlinie entfernt in der Kanzlei Preusse & Kollegen kein Durchkommen: Rund 300 Schüler, Eltern, Lehrer und Besucher drängten sich in den Fluren zur Eröffnung der Ausstellung „Fenster nach innen und außen“ der Rotary Stiftung. „In einer halben Stunde waren 200 Schnittchen weg“, schmunzelte Stiftungs-Präsident Michael Preusse. So einen Andrang habe er noch nicht erlebt.

Andrang in Unimuseum und Rathaus

Zunehmend voller wurde es auch im Unimuseum. Das ist seit Monaten wegen der Sanierung geschlossen, öffnete aber wie im Vorjahr für die Nacht der Kunst. Helmi Ohlhagen vom Institut für Bildende Kunst präsentierte eine Ausstellung mit „Frischlingen“ des Instituts. Einen Stock tiefer brachte Teddy Scharlau Türen, Fenster und Schindeln aus der Erbauungszeit des Ernst-von-Hülsen-Hauses unter den Hammer. „Kunst braucht Raum“ heißt die dazugehörige Spendenaktion des Museums, das Geld sammelt für die Innensanierung.

Lange Schlangen bildeten sich auch bei der der Blauen Linse im Rathaus: Hunderte Besucher ließen sich in Marburger Ansichten hinein-fotografieren und warteten geduldig auf ihr Bild. „Das nächste Mal brauchen wir wohl mehr Drucker“ , meinten die Fotografen.

Im Süden der Stadt war Selbermachen angesagt bei der kunterbunten Malaktion der Kunstwerkstatt in der Universitätsstraße. Die Dozentinnen Maria Pohland, Angelika Schönborn und Randi Grundke leiteten die spielerische Aktion mit Musik. Kinder und Erwachsene hatten sichtlich Spaß daran, sich mit Pinsel und Farbe auf großen Leinwänden auszutoben. „Hier kann jeder seine eigene Kreativität testen“, erklärte Maria Pohland.

51 Aktionen an 46 Orten konnten Kunstfeunde am Freitagabend, 27. Juni, bei der Marburger Nacht der Kunst besuchen. Fotos: Michael Hoffsteter, Uwe Badouin, Bettina Preussner.

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Bunt und kreativ ging es auch im Atelier „Malort“ im Schwanhof zu. Kunsttherapeutin Kattrin Luchs bot ebenfalls eine Malaktion an, die Kunstfans gerne annahmen. „Die Grundidee ist das Spielen“, sagte Kattrin Luchs. „Ich will die Menschen dazu bringen, zu malen.“

Junge Künstler standen auch im Mittelpunkt der Ausstellung „Collection - Kunstprojekte“ in Christine Dahrendorfs Atelier im Historischen Schwanhof. Neun Jugendliche, alles Schüler der Künstlerin, präsentierten ihre Arbeiten. Vom Porträt bis zur Raumstudie reichte das Spektrum. Der 17-jährige Kai Shima hat sogar einen Comic-Strip entwickelt und gezeichnet. Die jungen Leute haben die Ausstellung zur Nacht der Kunst selbst konzipiert und realisiert und auch die Vernissage selbst gestaltet.

Witzige Charakterköpfe waren im Schwanhof-Atelier des Künstlers Rupert Eichler zu bewundern. Eichler hat sich auf Porträts in Ton und Bronze spezialisiert, manchmal wird auch eine Karikatur daraus. Am Freitag konnte man auch selbst aktiv werden.

Im Schwanhof hatte die Künstlerin Sabine Schock eine weitere Ausstellung organisiert. Neben der Künstlerin selbst waren Gisela Wagner, Jan Luke, Otto-Erich Girgsdies und Felicitas Henschel mit ihren Arbeiten vertreten. „Wir wollen das hier weiter ausbauen“, erklärte Sabine Schock. Der Historische Schwanhof könnte ein Marburger Kunst-Hotspot werden.

von Uwe Badouin und Bettina Preussner

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