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Bilderstall ist „Gästezimmer“

Vernissage: Günther Blau Bilderstall ist „Gästezimmer“

Zum ersten Mal sind im Bilderstall des Otto-Ubbelohde-Hauses Werke eines anderen Künstlers zu sehen. Das Künstlerhaus öffnete sich für Bilder von Günther Blau.

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Dr. Christoph Otterbeck (von links), Ruthild Blau, Witwe des Malers Günther Blau, und Dr. Ludwig Rinn, Vorsitzender der Otto-Ubbelohde-Stiftung, freuten sich über das große Interesse an der Ausstellung mit Werken von Günther Blau.

Quelle: Mareike Bader

Goßfelden. Der Bilderstall, in dem die Otto-Ubbelohde-Stiftung immer wieder wechselnde Werke von Otto Ubbelohde zeigt, wird erstmals zu einem „Gästezimmer“, wie Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Marburger Unimuseums, den Raum bei der Vernissage umbenannte.

Die Ausstellungseröfnung mit Werken von Günther Blau zog am Sonntag zahlreiche Besucher an. Das sei bei den Ausstellungen ihres Mannes fast immer so gewesen, erzählte die Witwe Ruthild Blau stolz im Gespräch mit der OP. Bis auf die Galerie, in der die Märchenzeichnungen Ubbelohdes zu sehen sind, drängten sich die Besucher. „Den großen Andrang schreibe ich dem hohen Ansehen Günther Blaus zu“, freute sich Dr. Ludwig Rinn, Vorsitzender der Otto-Ubbelohde-Stiftung.

In der Sonderausstellung sind 22 Werke aus dem Nachlass von Günther Blau zu sehen. 1922, also vier Monate vor Otto Ubbelohdes Tod, in Wuppertal geboren, zog Blau nach seinem Kriegsdienst und seiner Malereiausbildung 1951 nach Gisselberg, später nach Cyriaxweimar. Ab 1972 wurde er auch überregional zunehmend wahrgenommen und wurde in diesem Jahr auch erstmals im Marburger Universitätsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte ausgestellt. Viele weitere Ausstellungen folgten.

Otterbeck lobt Kurator

Einen Teil des Künstlernachlasses vermachte Blaus Witwe dem Kunstmuseum. Doch noch dauern die Renovierungsarbeiten an und das Museum ist nach wie vor geschlossen. So kam Dr. Christoph Otterbeck auf die Idee, im Otto-Ubbelohde-Haus einen Teil der Werke von Blau auszustellen. Dr. Ludwig Rinn war begeistert.

Zwar hätten Ubbelohde und Blau auf den ersten Blick wenig gemeinsam, doch bei beiden habe es sich um sehr ernsthafte Maler gehandelt, die mit ihrer Emotionalität und Intellektualität bestochen und im Umkreis Marburgs gewirkt hätten, erläuterte Rinn.

Otterbeck lobte Rinn als Kurator, der die Bilder Blaus sinnstiftend teils neben-, teils übereinander angeordnet hat. Die Ausstellung transportiere die Lebensreise Günther Blaus. So ist etwa ein frühes Selbstbildnis des Malers zu sehen oder das markante Bild „Wuppertaler Schwebebahn I“ aus dem Jahr 1948.

Aber auch eine Ansicht Marburgs ist vertreten oder das 1989 entstandene „Kanne mit Gansbein, Hand und Uhr“. Auffallend ist das Regal in der hinteren linken Ecke des ehemaligen Bilderstalls. Dort sind die Gegenstände zu sehen, die Blau als Vorlage für seine Stillleben nutzte. Blaus Atelier sei voller Gegenstände wie auf dem Brett, erläuterte Otterbeck.

Blau zeige einen härteren Blick auf die Welt als Ubbelohde, führte der Kunsthistoriker aus und bezeichnete die kraftvolle 
Farbgebung Blaus als „poetische Härte“. Die Ausstellung ist ein Projekt der Otto-Ubbelohde-Stiftung zusammen mit dem Kunstmuseum Marburg und Ruthild Blau, die den Nachlass ihres Mannes verwaltet.

  • Die Ausstellung ist bis zum 20. November samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr im Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden zu sehen.

von Mareike Bader

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