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Bilder erzählen von existenziellem Leid

Ausstellung Bilder erzählen von existenziellem Leid

Die verrätselten Bilder von Frank Schult fordern den Betrachter heraus: Sie sind düster und nicht leicht zu deuten. Seine Ausstellung zur Passionszeit ist in der Lutherischen Pfarrkirche zu sehen.

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Der Maler Frank Schult zeigt in der Lutherischen Pfarrkirche großformatige Arbeiten wie dieses Bild mit dem Titel „Spiel der Engel und Hirten“.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Menschen sitzen in einem Boot, händeringend. Andere reiten auf einem merkwürdigen Wesen. Ist es ein Pferd oder eine Schildkröte? Wieder andere bauen sich drohend am Bildrand auf, die Farben sind mal grell, mal finster. Frank Schult macht es dem Betrachter nicht leicht mit seinen Bildern. Man sieht eine Vielzahl rätselhafter Figuren, die Geschichten, die erzählt werden, sind verwirrend und vieldeutig.

Bei der Vernissage am Mittwochabend gab Professor Dr. Horst Schwebel eine kurze Einführung in die Ausstellung. Frank Schult wurde in Ilmenau in Thüringen geboren. Er gehörte der Leipziger Schule an und war Meisterschüler von Willi Sitte, mit dem er sich aber später zerstritt. Der Maler, der heute in Celle lebt, hat schon viel in Kirchen gearbeitet, war aber auch für das Theater tätig.

Vieldeutige Symbole für menschliches Leiden

Frank Schult greife in seinen Bildern existenzielle Themen auf und stelle Verbindungen zu Mythen her, erklärte Professor Schwebel. Die Arbeiten enthielten vieldeutige Symbole für menschliches Leiden, vieles werde aber offen gelassen, so Schwebel weiter. Die Ausstellung sei ein großes Experiment für die Kirchengemeinde, aber ein sehr lohnendes.

„Ich habe in meinen Bildern persönliche Dinge verarbeitet“, sagte der Künstler selbst. „Ich habe mir Gedanken gemacht und mich gefragt: Was passiert mit mir?“ Seine Bilder drückten die Ehrfurcht vor dem Dasein aus, so Schult weiter. Schließlich seien sie ein Versuch, das Leben zu klären und darüber hinaus eine Einladung zur Kommunikation.

Die Schau in der Lutherischen Pfarrkirche ist Teil der Passionszeit, die in der Kirchengemeinde besonders intensiv begangen wird. Es wird einen Themengottesdienst mit Propst Helmut Wöllenstein zu der Ausstellung geben. Es folgt die Aufführung der Johannespassion durch die Kurhessische Kantorei am 6. April.

Vom 12. März bis zum 9. April wird immer mittwochs eine Andachtsreihe angeboten, die Bilder und Musik verbindet und im Licht von Jesu Leidensweg reflektiert.

Von Bettina Preussner

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