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Bilder, die das Sein infrage stellen

Ausstellung von Annika 
Raithel Bilder, die das Sein infrage stellen

Eine junge Künstlerin, die in Marburg studiert und in Gambia ihre Begeisterung für Affen entdeckt hat, präsentiert ihre erste Einzelausstellung. Die zentrale Frage: Wer bin ich?

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Ausstellungsbesucher betrachten die Gemälde von Annika Reithel, die in Marburg am Institut für Bildende Kunst studiert hat.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Suddenly“, plötzlich – so könnte eine Erzählung beginnen. Ein Moment, ein Ereignis, das eine Wende im Leben eines Menschen bedeutet, mit dem man aus dem vertrauten Rahmen fällt. Tillmann Damrau, Maler und im vergangenen Jahr erneut Vertretungsprofessor am Institut für Bildende Kunst an der Philipps-Universität, schlug in seiner Einführung zur Ausstellung „Suddenly“ von Annika 
Raithel einen Bogen über die 
Literatur in die Kunst.

So wie Roman- oder Film­figuren, deren Selbstbilder ins Wanken geraten, so kann es auch dem Betrachter von Annika Raithels Bildern ergehen. Die zentrale Frage in ihren Arbeiten laute: Wer bin ich?

Die meisten Werke der Künstlerin zeigen Tiere, häufig sind es Affen. Die faszinieren die Künstlerin, seit sie ihnen 2006 in ihrem natürlich Lebensraum während eines Aufenthalts in Gambia begegnete. Raithel hat danach immer wieder viel Zeit im Frankfurter Zoo verbracht, um die Affen dort zu beobachten und zu fotografieren.

Master in „Bildende Kunst – Künstlerische Konzeptionen“

Der Nähe zum Trotz, die uns Menschen mit den Affen genetisch verbindet, dürfen uns die Tiere in Annika Raithels Bildern – aufgeladen mit Anspielungen und Verweisen – aber fremd bleiben, so Tillmann Damrau. „Ihre Fremdheit spiegelt unsere eigene Fremdheit zurück.“ Die Künstlerin selbst erklärte 
im Gespräch, sie wolle keine Interpretationen ihrer Arbeit vorgeben. „Ich bin ein Fan davon, dass der Betrachter sich die Ebenen selbst erschließt“, sagt Annika Raithel.

Die 29-Jährige hat in Marburg ihren Master in „Bildender Kunst – Künstlerische Konzeptionen“ gemacht und lebt und arbeitet inzwischen in Bayreuth. Ursula Eske vom Atelier „Zwischen den Häusern“ hat sie im vergangenen Jahr während der Aktion „Kunst hat Raum“ in Zwischenhausen kennen- und schätzengelernt. Sie seien in Kontakt geblieben und nun ist Raithel mit ihrer ersten Einzelausstellung zu Gast in Marburg.

Zuvor war sie zum Beispiel bereits an den Ausstellungen „Neues, Anderes & Der Himmel hält“ und „Erste Bilder – Das Frühwerk der Frischlinge“ im Kunst- und Kulturmuseum beteiligt.

  • „Suddenly“ ist noch bis zum 28. August zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags von 16 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.

von Nadja Schwarzwäller

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