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Bewegender Film über Auschwitz-Prozess

Im Labyrinth des Schweigens Bewegender Film über Auschwitz-Prozess

Ein Anwalt will in der jungen Bundesrepublik das „Labyrinth des Schweigens“ durchbrechen und Nazi-Täter von Auschwitz aufspüren, die inzwischen unbehelligte Leben leben.

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Der junge Staatsanwalt Johann Radmann lernt bei einer Verhandlung Marlene Wondrak kennen.Foto: Universal Pictures

Quelle: Heike Ulrich

Marburg. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess war ein juristischer Meilenstein in der Aufarbeitung des Holocaust. Jetzt setzt ein neuer Film den Helden von damals ein Denkmal. Gut 50 Jahre nach Beginn des Prozesses kommt „Im Labyrinth des Schweigens“ ins Kino. Regisseur Giulio Ricciarelli erzählt die - fiktive - Geschichte des jungen Staatsanwaltes Johann Radmann (Alexander Fehling), der in den frühen Wirtschaftswunderjahren der Bundesrepublik Deutschland erst noch lernen muss, was Auschwitz wirklich bedeutet hat.

Als aufstrebender Jung-Jurist hat er zunächst vor allem seine Karriere im Sinn, als plötzlich der Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski) im Gericht auftaucht. Ein Freund von ihm, der Auschwitz überlebte, hat einen ehemaligen Wärter des Konzentrationslagers ausgerechnet als Lehrer auf einem Schulhof wiederentdeckt. Diesen Wärter will der Journalist nun anzeigen.

Doch nur wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der blutigen Nazi-Terrorherrschaft will ihm niemand zuhören. Seine Anklage - auf einen Zettel geschrieben - landet im Papierkorb, droht, im „Labyrinth des Schweigens“ verloren zu gehen. Radmann nimmt sich der Sache an. Rückendeckung erhält er dabei von dem gar nicht fiktiven Generalstaatsanwalt und Nazi-Jäger Fritz Bauer (gespielt von Gert Voss), der ihm die Leitung der Ermittlungen überträgt.

Hauptdarsteller Fehling, der sich akribisch auf die Rolle vorbereitet hat, spielt das alles facettenreich und mit viel Tiefgang. Das anfängliche Engagement des jungen Anwalts wird immer mehr zur Besessenheit. Sein unbedingter Wille, den mörderischen KZ-Arzt Josef Mengele zur Strecke zu bringen, lässt für ihn alles andere verblassen.

Während die Nürnberger Prozesse von den Alliierten ausgingen, war der Frankfurter Auschwitz-Prozess der erste, in dem sich die deutsche Justiz mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten auseinandersetzte. Trotzdem ist das, was dort in Frankfurt vor Gericht geschah, längst nicht allen so geläufig wie beispielsweise der Auftritt von Nazi-Verbrecher Hermann Göring in Nürnberg, der dem Todesurteil schließlich durch Selbstmord entging. Der Frankfurter Prozess trug maßgeblich dazu bei, dass Auschwitz zum Synonym wurde für die Gräueltaten der Nationalsozialisten, für den Massenmord an Millionen Juden. „Im Labyrinth des Schweigens“ ist ein wichtiger, ein lehrreicher Film, der aber vor allem dank Hauptdarsteller Fehling viel mehr ist als eine Geschichtsstunde.

Der Film hat auch eine kleine lokale Note: Wie so oft in historischen Filmen griff das Team auch diesmal auf Autos aus dem Marburger Polizeioldtimer Museum zurück.

Der Film läuft im Cineplex.

von Britta Schultejans

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