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Berühmte Stimmen im Cineplex

100 Jahre Kinofamilie Closmann Berühmte Stimmen im Cineplex

100 Jahre Kinofamilie Closmann - das ist ein guter Grund zu feiern. Im Cineplex gab es am Samstag und Sonntag Empfänge und am Sonntagabend eine ganz besondere Geburtstagsshow.

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Die Synchronsprecher Helmut Krauss (oben, von links), Katrin Fröhlich und Oliver Rohrbeck hauchen den Stummfilmen von Charlie Chaplin neues Leben ein. Heimlicher Star des Abends aber war Geräuschemacher Jörg Klinkenberg. Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Was machen Marlon Brando, Cameron Diaz und Ben Stiller in einem Charlie-Chaplin-Film? Wer sich diese Frage stellt, war am Sonntag nicht beim Stummfilmabend im Cineplex. Die deutschen Sychronsprecher dieser Schauspieler - Helmut Krauss, Karin Fröhlich und der in Marburg inzwischen sehr beliebte Oliver Rohrbeck - verhalfen den alten Stummfilmen des Komikers zu neuem Leben.

 

Für das Jubiläumswochenende hatte sich die Familie Closmann etwas ganz besonderes ausgesucht. Mit der von Oliver Rohrbeck gegründeten „Lauscherlounge“ aus Berlin wurden Stummfilme mit Musik, Geräuschen und Text live vertont „so wie sie sein könnten“, so Rohrbeck. Auch wenn die meisten die Klamottenfilme à la Charlie Chaplin nur ohne gesprochenen Text kennen, habe es dazu eine Vertonung gegeben, berichtete Katrin Fröhlich nach der Veranstaltung. Anhand dieser Vertonungen wurde das Skript zu den Filmen erstellt.

Der heimliche Star des Abends war jedoch der Geräuschemacher Jörg Klinkenberg. Schon beim Betreten des Kinosaals wunderte man sich über das Gerümpel auf der Bühne und fühlte sich glatt an so manches Kinderzimmer erinnert. In der Pause und nach der Veranstaltung sahen sich viele Leute die Requisiten an. Klinkenberg hatte das vermeintliche Chaos um sich gut im Griff. Manchmal musste er ganz schön hektisch um sich greifen, um mit Holzkisten, Verpackungsmaterial, Musikinstrumenten, Papier oder einem Müllsack für die richtigen Geräusche zu sorgen.

Beim zweiten Film „Das Traumfräulein“ fiel jedoch der Bildschirm des Geräuschemachers aus und er musste blind weiteragieren. Dass der Champagner-Korken nicht auch akustisch knallte, ärgerte ihn richtig. „Das ist halt eine Techniksache, die man nicht abschalten kann“, sagte er nach der Veranstaltung.

Auch für die Sprecher war eine Sychronisation wie am Sonntag eine ganz andere Arbeit. Bei der Vertonung von aktuellen Hollywood-Filmen werden nur kurze Szenen von einer Länge von vier bis zwölf Sekunden vertont, die man anschließend bearbeiten kann, so Karin Fröhlich. Am Sonntag dauerte jeder der fünf Filme aus den Jahren 1914 bis 1916 locker zehn Minuten.

Dafür mussten sich Rohrbeck, Fröhlich und Krauss mal nicht an den Originalstimmen und der Mimik der Hollywood-Schauspieler orientierten. „Da kann man dem Affen mal Zucker geben“, freute sich Fröhlich.

von Mareike Bader

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