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Benzingetränktes Action-Inferno

Kinostart: „Mad Max: Fury Road“ Benzingetränktes Action-Inferno

Der erste „Mad-Max“-Film von 1979 wurde Kult. Zwei weitere Teile gab es, dann war Schluss – bis jetzt. Nach 30 Jahren kehrt Max Rockatansky zurück und entfesselt ein gewaltiges Action-Inferno auf der Leinwand.

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30 Jahre nach der „Mad-Max“-Reihe ist Max Rockatansky wieder auf der Leinwand zu sehen. Statt Mel Gibson schlüpft dieses Mal Tom Hardy in die Rolle des Helden.

Quelle: Warner Bros.

Marburg. Max Rockatansky ist zurück – nach 30 Jahren Pause rast der Held der Kult-Kinoserie „Mad Max“ wieder durch die postapokalyptische Welt. Die Hauptrolle des Ex-Polizisten spielt zwar nicht mehr Mel Gibson, sondern Tom Hardy, doch der Böse aus Christoph Nolans „The Dark Knight Rises“ erweist sich als würdiger Nachfolger: Wortkarg, unerschrocken und mit der alten, einärmeligen Mad-Max-Lederjacke, die schon Gibson trug.

„Mad Max: Fury Road“ ist ein durch und durch benzingetränkter Streifen mit Höllentempo, in dem Rockatansky von den Schrecken seiner Vergangenheit verfolgt wird und mit der knallharten Furiosa und ihren Begleiterinnen den grausamen Warlord Immortan Joe und dessen Krieger bekämpft. Der australische Regisseur George Miller zelebriert die Gewalt mit allem, was die Filmtechnik zu bieten hat.

Keine Gnade im Kampf um Wasser und Benzin

Mit Hardy und Charlize Theron als rachebeseelter Furiosa bietet der Film zwei Stunden Action pur: atemberaubende Verfolgungsjagden mit röhrenden Motoren, halsbrecherische Stunts, spektakuläre Crash-Szenen und bildgewaltige Feuer-Explosionen. Sogar die Natur verschwört sich und droht, alles Leben in einem schwefelgelben Gewittersturm epischen Ausmaßes auszulöschen.

Und das in einer ohnehin zerstörten, öden Welt, mit baumlosen Wüsten, scharfkantigen Felsformationen und Schlamm-Pisten bis zum Horizont. Eine feindliche Umgebung, in der die wenigen Menschen, die sich hier durchschlagen, keine Gnade kennen. Die wichtigsten Güter: Wasser und wieder einmal Benzin.

Immortan Joe hat sich diese Schätze gesichert und sich so die dürstenden Menschenmassen untertan gemacht. Doch der Herrscher fürchtet um den Fortbestand seines Stammes – ist Furiosa doch mit seinen überaus hübschen Frauen entflohen, die seine Kinder gebären sollen. Wutentbrannt bricht er mit seinen Kriegern auf, gesichtslosen Männern, den War Boys, die er mit einem kruden Germanen-Kult gefügig gemacht hat.

Choreographie der Höllenmaschinen

Ihre weiß bemalten Körper sind von Narben und Tattoos überzogen und sie träumen davon, nach ihrem Heldentod in die Walhalla einzuziehen. „Ich lebe, ich sterbe, ich werde wiedergeboren!“, so der hoffnungsvolle Ruf des jungen Nux, der allerdings zu seinem Ärger auch die schlimmsten Zusammenstöße in seinem Panzerauto überlebt.

Miller fährt alles auf, was man sich vorstellen kann: stachelbewehrte Kriegswagen, gigantische Panzer-Trucks, wildentschlossene Kämpfer, die sich an biegsamen, langen Stangen durch die Luft schleudern lassen. Auspuffrohre, die Flammen spucken. Und riesige Feuerbälle.

Miller dirigiert diese Höllenmaschinen zu einer Choreographie des Schreckens, die mal an brutale Western, mal an antike Schlachten oder mittelalterliches Gemetzel erinnert. „Action-Filme sind für mich wie eine Art visuelle Musik, und ‚Fury Road‘ ist irgendwo zwischen einem wilden Rockkonzert und einer Oper angesiedelt“, kommentiert der Regisseur.

Überdreht bis komisch

Ein Kraftakt – logistisch, schauspielerisch und visuell. Mitunter ist es kaum zu ertragen, zumal Miller die Gewalt lustvoll in Szene setzt. „Es liegt eine intensive und eigenartige Befriedigung darin, wenn Autos in der Wüste aufeinander-krachen. Man verliert den Bezug zu sich selbst und man richtet sich nur noch nach dem Instinkt und dem Bauchgefühl“, beschreibt der Regisseur.

Bei so viel gnadenloser Gewalt, Blut und Lust am Töten tut es gut, dass das düstere Endzeit-Inferno hin und wieder aufgebrochen wird – wirkt das Spektakel der Superzylinder doch bisweilen so überdreht, dass es schon wieder komisch ist. Völliger Kontrast dazu: Immortans hübsche Frauen, zarte Laufstegschönheiten, die mitten in der Wüste plötzlich wie eine Fata Morgana vor Rockatansky auftauchen.

Verrückt? Vielleicht. „Man muss nicht verrückt sein, einen ‚Mad-Max‘-Film zu drehen, aber es ist hilfreich“, zitiert Regisseur Miller eine Redensart. Und selbst Max Rockatansky selbst weiß manchmal nicht, was richtig oder falsch ist. „Es war kaum zu unterscheiden, wer verrückter war: Ich oder alle anderen.“

  • Der Film läuft in der 3-D-Fassung im Cineplex.

von Cordula Dieckmann

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