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Bella Donna entdeckt „Das Tier in mir“

Eckelshausener Musiktage Bella Donna entdeckt „Das Tier in mir“

Beim Jahresabschlusskonzert der Eckelshausener Musiktage im Biedenkopfer Rathaus begeisterte das Internationale 
Damen-Salonorchester 
Bella Donna 200 Zuhörer.

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Sechs hochkarätige Musikerinnen vom Damensalonorchester begeisterten das Publikum in Biedenkopf mit ihrem Programm „Das Tier in mir“.

Quelle: Helga Peter

Biedenkopf. Mit einem Schuss und damit mit einem Knalleffekt im wahrsten Sinne des Wortes startete das Jahresabschlusskonzert der Eckelshausener Musiktage am Vorabend zum Jahreswechsel im Konzertsaal des Biedenkopfer Rathauses.

Mit dem Johann-Strauß-Werk „Auf der Jagd“ eröffneten die sechs hochkarätigen Musikerinnen den Konzertabend, denen es „ein tierisches Vergnügen“ bereitete, sich gegenseitig animalische Eigenschaften zuzuordnen. Mit viel Witz, Musik, Lyrik und Kabarettstückchen wurden die Zuhörer mitgenommen auf eine unterhaltsame Reise, bei der das Ensemble „Das Tier in mir“, so der Titel des Programms, entdeckte.

Unter den Konzertgästen war auch die Gründerin der Eckelshausener Musiktage, Annemarie Gottfried-Frost. Deren Tochter Katharina Zürcher freute sich, dass nach 2003 das Damen-Salonorchester unter der Leitung der ungarischen Geigerin Zsuzsa Zsizsmann zum zweiten Mal in Biedenkopf zu Gast war. Dem Orchester gehören außerdem die Geigerin Mascha Rajkovic (Serbien), die Flötistin Gudrun Bähr (Uruguay), die Cellistin Valeria Sattler (USA), die Kontrabassistin Katrin Triquart (Deutschland) und die Pianistin Anna Bálint (Ukraine) an.

Von Schillers Glocke zum Taubenvergiften im Park

Egal ob das „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die „Wasserspiele“ von Helmut Ritter oder „Die Biene“ von Franz Schubert – es war eine Lust den Interpretationen der Künstler zu lauschen und sich dabei auch einmal dem „Ballett der Küken in ihren Eierschalen“ von Modest Mussorgski hinzugeben.

Mit viel Sinn für schwarzen Humor präsentierte Mascha Rajkovic Georg Kreislers Komposition „Tauben vergiften im Park“. Der „Tango animalico (La Cumparsita)“ von Maros Rodriguez bildete den Abschluss des ersten Konzertteiles. Dazu gehörte auch der Vortrag aus Friedrich Schillers Glocke und das passende Zitat zum animalischen Geschehen auf der Bühne: „Gefährlich ist’s den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, jedoch der schrecklichste der Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn.“

Im zweiten Teil nahm die musikalische Reise deutlich schaurigere Formen an. Galt es jetzt die Fledermaus zu „beleuchten“ und dies mit der gleichnamigen Ouvertüre von Johann Strauß, dem der „Valse Triste“ von Jean Sibelius folgte, bei dem sich Valeria Sattler als „Vampir“ zeigte.

Wie Elefant, Mücke und Co. im Ensemble wirken, das wussten die Musikerinnen gekonnt mit Werken von Michinori Bunya, Henri Kling, Camille Saint-Saens und Béla Bártok umzusetzen. Ob heulende Wölfe, das Verhalten von Affen oder auch das Gackern eines Huhnes – vieles aus der Tierwelt adaptierten die Musikerinnen und versorgten die Zuhörer unerwartet mit einem Bonbonregen, mit dem sie das Verhalten von Schimpansen untermalten.

Die 30. Eckelshausener 
Musiktage starten im Mai

George Gershwins „Prelude Nr. 3“ und „Can-Can“ aus Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ bildeten den Abschluss dieses Konzertes und den mit Kostümen untermalten „Befreiungsschlag“ der Musikerinnen, in dem sie sich unter dem Tierkreiszeichen nach dem Chinesischen Horoskop vorstellten, unter dem sie geboren wurden. Mit großem Beifall quittierten die Zuhörer die amüsanten, aber auch zum Nachdenken anregenden Vorträge in „Salonatmosphäre“ und erhielten ihre Zugaben.

Katharina Zürcher stellte heraus, dass dieses Konzert gleichsam als Schnittstelle zwischen einem zu Ende gehenden Jahr gelte, in dem die Eckelshausener Musiktage sehr großen Zuspruch erfuhren, und dem kommenden Jahr, das ganz im Zeichen des 30-jährigen Bestehens stehe.

Das neue Jahr warte wiederum mit zahlreichen Höhepunkten auf. Dazu gehört bereits am 6. Februar die Aufführung des „Freischütz“ im Marionettentheater Schartenhof in einer 11-Uhr-Matinee. Weitere Aufführungen folgen am 7., 13. und 14. Februar, wozu Restkarten noch erhältlich sind. Unter dem Motto „Menschlichkeit“ finden die 30. Eckelshausener Musiktage unter der künstlerischen Leitung von Julius Berger vom 7. bis 16. Mai 2016 statt.

von Helga Peter

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