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„Bei der Arbeit muss ich die Luft anhalten“

Glaskunst „Bei der Arbeit muss ich die Luft anhalten“

Die Zerbrechlichkeit und Vielseitigkeit von Glas als Werkstoff für Kunstskulpturen zeigt die aktuelle Ausstellung „Vorsicht Glas“ im Landratsamt.

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Ingolf Anschütz und Helga Bender vor einer Arbeit Benders in der Ausstellung im Landratsamt.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Es gibt viele Werkstoffe, aus denen Kunst geschaffen wird, wie Keramik, Ton oder Stein. Glas ist dagegen ein weniger prominenter Werkstoff und an Zerbrechlichkeit und Gefahr kaum zu überbieten.

Nachdem Landrätin Kirsten Fründt die Besucher begrüßt hatte und die Künstler vorgestellt worden waren, ging es für die Besucher auf Entdeckungsreise zu feinsten Diamantgravuren in Glas von Helga Bender sowie Glasmalereien von Claudia Satzke und Ingolf Anschütz.

Glas ist nicht nur ein ungewöhnlicher, sondern auch ein besonders zerbrechlicher Werkstoff. Kurz vor der Fertigstellung der Glaskugel „Geheimnisvolle Inselwelt II“ sei das Glas gesprungen und die akribische Arbeit unzähliger Stunden zu­nichte gewesen, berichtete Helga Bender. Für ihre Glasgravur verwendet Bender nadelfeine Diamanten zum Gravieren. „Bei der Arbeit mit diesem Material muss ich quasi die Luft anhalten“, sagte die ehemalige Kunststudentin schmunzelnd. Fehler bei der Arbeit an Glas ließen sich nur schwer wieder ausmerzen, erklärte sie.

Säure erzeugt verschiedene Farbschattierungen

Die Arbeit mit Glas erweist sich in manchen Fällen auch als gefährlich. Glasmalermeister Ingolf Anschütz arbeitet oft mit Flusssäure, eine der giftigsten Substanzen auf der Welt, um durch Ätzen verschiedene Farbschattierungen auf dem Glas zu erzeugen. So geben Anschütz‘ Arbeiten dem Titel der Ausstellung noch eine zweite Bedeutung.

Die Arbeit an einem Werk kann bei den drei Künstlern mehrere Monate in Anspruch nehmen. Schon die Entwurfsarbeit für die Werke mit einem so filigranen Material wird dabei zur Herausforderung. „Man macht sich Gedanken, wie man es angehen soll - Tag und Nacht. Man träumt davon. Bezieht man das ein, dann ist es eine immense Summe an Zeit“, erklärte Anschütz.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Juni im Foyer des Landratsamtes zu sehen.

von Benjamin Kaiser

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