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Begeisterndes Konzert für guten Zweck

Nena in Gießen Begeisterndes Konzert für guten Zweck

Unruhe macht sich breit unter den rund 4700 Gästen, die sich auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke versammelt haben. Langsam nähern sich die Zeiger 21 Uhr. Wo bleibt Nena? Rufe werden laut.

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Nena hat es ihren Kritikern schon lange gezeigt: Sie ist ein langlebiger Teil der erfolgreichen deutschen Musikszene.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Das Personal macht einen letzten Kontrollrundgang an Instrumenten und Mikrophonen, und dann ist es endlich soweit: Mit ihrer Band stürmt die Popsängerin die Bühne.

Jetzt wird der Jubel fast ohrenbetäubend. Doch die Begeisterung der Fans, unter denen sich auffallend viele Kinder finden, ist nur allzu nachvollziehbar, denn Nena, die vor rund 30 Jahren im Rahmen der „Neuen Deutschen Welle“ das musikalische Licht der Welt erblickte, gibt sich schwungvoll. Mit reichlich Tempo und geradezu entwaffnendem Lächeln rennt sie vom einen Ende der Bühne zum anderen, um ihre Zuhörerschaft zu begrüßen. Klar, natürlich geht es dabei auch musikalisch hoch her und die Musikerin, die die von ihr gecoachte und bei der zweiten Staffel von „The Voice of Germany“ Zweitplatzierte Isabell Schmidt als Gast mitgebracht hat, gibt sich wie gewohnt in stimmlich betörender Form. Zu hören sind etwa „Lied Nummer Eins“, „Wo ist mein Zuhause“ oder „Besser geht’s nicht“ von der aktuellen CD „Du bist gut“.

Doch natürlich fehlen auch die großen Hits wie „Nur geträumt“ oder „Fragezeichen“ nicht an diesem Abend, der ein rundum gelungenes Konzerterlebnis bietet. Und übrigens im Zeichen des guten Zwecks steht, denn die Erlöse der Veranstaltung der Stadtwerke, die Teil des großen Jubiläumswochenendes zum 75. Geburtstag war, werden der „Tour der Hoffnung“ zugunsten krebskranker Kinder gespendet.

Jetzt aber noch mal zurück zur Musik. Was neben dem temporeichen Auftritt wirklich Eindruck macht, wenn auch natürlich längst bekannt: Im Laufe der Jahrzehnte ist es Nena immer wieder gelungen, sich neu zu erfinden. Das wird nur allzu klar, wenn man mal die Urversion von „Nur geträumt“ und „Lied Nummer Eins“ vergleicht: Aus guter und puristischer Neue-Deutsche-Welle-Musik ist temperamentvoller Pop geworden, der sich am Puls der Zeit bewegt und richtig ins Blut geht. Hut ab vor dieser beeindruckenden Entwicklung, die durch Nenas markante und unverwechselbare Stimme wie von einer Klammer zusammengehalten wird. Hut ab aber auch vor dem Engagement für den guten Zweck, zu dem auch die Gießener Band „Neoh“ als Vorgruppe ihren Beitrag leistete.

Und soviel ist mal sicher: Diese fünfköpfige Formation, die längst über die Region hinaus bekannt ist und etwa 2012 mit Culcha Candela tourte, hat es richtig drauf.

Mit Songs wie „Weltensurfer“ und „Ich liebe es“ sorgte auch sie am Samstag für gute Stimmung und bekam reichlich Applaus von den Gästen. Kein Wunder, denn die 2009 gegründete Gruppe um Sängerin Fee Mietz, die schon mit Bands wie „Juli“ oder „Wir sind Helden“ aufgetreten ist, präsentierte feinen deutschen Rock mit Ohrwurmpotenzial, der hoffen lässt, dass diese Künstler weiter ihren Weg gehen, um schließlich zum ganz großen Durchbruch zu kommen. Das Zeug dazu hätten sie. Das Fazit: Beide Bands haben ihren Gästen einen tollen Konzertabend beschert. Sicher ist auch das: Die unter den Fans deutlich wahrnehmbare Vorfreude vor Nenas Auftritt wurde augenscheinlich voll und ganz erfüllt.

von Stephan Scholz

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