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Beethoven trifft „Mission: Impossible“

„hr-Sinfonieorchester“ an der Martin-Luther-Schule Beethoven trifft „Mission: Impossible“

Für die Musiklehrer und viele musikinteressierte Schüler war das Konzert ein spannendes Erlebnis. Und den Profi-Musikern machte der Auftritt sichtlich Spaß.

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Mit selbstgemachten Plakaten empfingen die Schüler der MLS das „hr-Sinfonieorchester“. Einige Schüler durften beim Konzert mitwirken.

Quelle: Maik Dessauer

Marburg. Dass „Freude schöner Götterfunken“ erstaunlich gut mit der Titelmusik von „Mission: Impossible“ harmoniert und eine Vorliebe für AC/DC oder Cro die für Klassik nicht ausschließen müssen, bewiesen das „hr-Sinfonieorchester“ und Schüler der Martin-Luther-Schule.

Als einer von nur acht Schulen in ganz Hessen wurde der MLS die Ehre zuteil, Gastgeber für die 45 mitgereisten Musiker des „hr-Sinfonieorchesters“ um Dirigent Chin-Chao Lin auf ihrer Schultour 2015 zu sein. Organisatorin Sandra Cimiotti bezeichnete den Tag als „einmaliges Erlebnis“, auf das alle Beteiligten sehr stolz seien und dem gerade die Schüler schon lange entgegengefiebert hätten.

Tatsächlich sollten an diesem Morgen nicht nur die Profis, sondern auch die musikaffinen Schüler der MLS im Mittelpunkt stehen, die zum Teil aktiv in das rund einstündige Programm eingebunden wurden. Neben sieben Jugendlichen, die das Orchester bei Dvoráks „Finale aus der 9. Sinfonie“ begleiteten, setzte vor allem der baldige Abiturient Julian Sauer ein musikalisches Ausrufezeichen, als er solo auf der Flöte Georg Philipp Telemanns „Fantasie Nr. 5“ in C-Dur interpretierte.

Schüler hören auch privat Bach oder Bizet

Zwischen den musikalischen Einlagen stellte Moderator Stefan Hoffmann humorvoll den Dialog zwischen Schülern und Musikern her. Für ihn seien die Schulkonzerte eine schöne Abwechslung. Hier könne man problemlos mit „Konventionen brechen“, da „eine viel engere Bindung zum Publikum“ bestünde und man „viel mehr Rückmeldung“ bekomme als von dem Publikum in einem der großen Konzertsäle, in denen das Orchester normalerweise spielt. Die Idee der Schulkonzerte, so Hoffmann, sei, „die Zuhörer dort zu besuchen, wo sie sind“ und sie „in dem zu motivieren, was sie tun“.

Die jungen Zuhörer an der MLS zeigten sich sichtlich begeistert von den modernen Arrangements und so verwundert es nicht, dass sich auf ihren MP3-Playern nicht nur Lieder von Cro oder AC/DC finden, sondern laut eigener Aussage auch Stücke von Bach oder Georges Bizet. Die häufig gestellte Frage, ob man mit klassischer Musik die heutige Jugend noch erreiche, wird somit obsolet. Klassik scheint vielmehr als bedeutender Bestandteil eines facettenreichen Spektrums neuer und alter Genres verstanden und dementsprechend auch reflektiert zu werden.

von Maik Dessauer

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