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Bauhaus kommt zum Kunstverein

Ausstellung Bauhaus kommt zum Kunstverein

Es dürfte voll werden im Kunstverein, wenn am Freitag, 19. April, um 19 Uhr die Ausstellung „96 Proposals“ eröffnet wird. Es ist eine Ausstellung der Bauhaus-Universität Weimar mit „Laborcharakter“.

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Der Kunstvereinsvorsitzende Dr. Gerhard Pätzold betrachtet eines der Arrangements der Bauhaus-Ausstellung.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Bauhaus-Universität Weimar ist angekündigt. Ein Name mit großer Tradition: 1919 brachte Walter Gropius mit der Gründung des Bauhauses die Moderne in die Stadt der deutschen Klassik, die Stadt von Schiller und Goethe. Bis heute ist das Bauhaus Synonym für Avantgarde, für die klassische Moderne. Dort lehrten Künstler und Architekten wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Henry Van de Velde oder Ludwig Mies van der Rohe. Und natürlich Walter Gropius. Große Namen mit einer weltweiten Ausstrahlung.

Heute setzt die Bauhaus-Universität Weimar die Tradition fort in den vier Fakultäten Architektur, Bauingenieurwesen, Gestaltung und Medien.

Studierende aller Fachbereiche sind bei der Ausstellung in Marburg vertreten, die von Markus Weisbeck, Professor für Grafikdesign sowie Matthias Schmitt und Michael Ott, beides künstlerische Mitarbeiter am Studiengang Visuelle Kommunikation kuratiert und dem Produktdesigner Sebastian Schönheit gemeinsam mit den Studierenden im Kunstverein aufgebaut wurde.

Die Besucher werden überrascht - so viel ist sicher. Das untere und das obere Foyer, bei vielen Künstlern ungemein begehrt, werden von den Studierenden und Ehemaligen der Bauhaus-Universität erst gar nicht bespielt. Und in den beiden Ausstellungsräumen bleiben die Wände leer.

Alle Arbeiten wurden von den Ausstellungsmachern auf runden, weißen Scheiben auf dem Boden wie auf überdimensionalen Präsentiertellern platziert. „Superspitze Grotesk“ heißt eine dieser Anordnungen: Ein Foto einer Sternenhimmels liegt dort, dahinter steht ein TV-Gerät mit Fernbedienung und einer Video-CD. Noch liegen die Batterien neben der Fernbedienung.

Zu entdecken sind grafische Arbeiten neben oder unter Fotoarrangements. Gebrauchskeramik oder freie keramische Arbeiten, Schuhe, Architekturentwürfe, Zeichnungen, ein dicker Wälzer mit -ismen aller stehen scheinbar wahllos nebeneinander oder sind gestapelt, mal getrennt von Büchern, die als Abstandshalter fungieren. Auf anderen „Tellern“ liegen Bücher wie ein dicker Schinken mit -isman aller Art oder Plattenspieler.

Man sieht - es sind Studierende und Ehemalige aller Fachrichtungen dieser Hochschule vertreten, die nach wie vor regelmäßig Preise gewinnt und deren Geschichte bis auf eine 1860 von Großherzog Carl Alexander gegründete Kunstschule zurückgeführt wird, die zunächst Maler ausbildete. Heute studieren 4000 Frauen und Männer an der Hochschule, die heute eine der größten Architekturfakultäten Deutschlands beherbergt.

Die beiden großen Ausstellungsräume wurden durch Trennwände an den Eingängen abgedunkelt. Die „Präsentationsteller“ werden nur von wenige Spots erleuchtet. Wie viele Arbeiten zu sehen sind, ist nicht ganz klar: Ursprünglich hieß die Ausstellung „42 Proposals“, als 42 Vorschläge. Später wurden darauf 46, dann 74 und nun „96 Proposals“ Die Werkschau habe „Laborcharakter“ , betonen die Veranstalter.

Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr mit einer Performance eröffnet. Sie ist bis 30. Mai zu sehen; geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr

von Uwe Badouin

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