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Barocke Pracht und Herrlichkeit

Eckelshausener Musiktage Barocke Pracht und Herrlichkeit

Das im Mai gegründete Ensemble „Splendor Baroque“ wurde seinem Namen beim Adventskonzert der Eckelshausener Musiktage glänzend gerecht.

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Matthias Schlubeck (links) brillierte beim Adventskonzert in Eckelshausen auf der Panflöte.

Quelle: Michael Arndt

Eckelshausen. Mit „barocker Pracht“, ja „Herrlichkeit“, füllten die zwölf Musiker den Glaspavillon 
Velte. Sie huldigten vor allem dem vielleicht bedeutendsten Barockkomponisten Italiens: Antonio Vivaldi.

Den Löwenanteil seines Schaffens bilden die rund 260 Konzerte für eine oder mehrere 
Violinen und Orchester. Friedemann Eichhorn, der Spiritus Rector des Ensembles, und David Castro-Balbi widmeten sich zu Beginn und zum Schluss mit furiosem Einsatz den „La Follia“-Variationen RV 63 und dem a-Moll-Doppelkonzert RV 522, die beide gespickt sind mit hoch virtuosen Herausforderungen.

Castro-Balbi, der vor drei Jahren beim Weimarer Louis-Spohr-Wettbewerb für junge Geiger den 1. Preis und vier Sonderpreise errang, ließ zudem im 
a-Moll-Violinkonzert RV 356 mit eindringlichem Gesangs-Ton die herrliche Guadagnini-Geige 
 erklingen, die aus dem Besitz des romantischen Komponisten und Violinvirtuosen Spohr stammt.

Das von Vivaldi am zweit­häufigsten bedachte Soloinstrument ist mit insgesamt 39 Konzerten das Fagott. Frank Forst, Eichhorns Kollege an der Weimarer Musikhochschule, durfte im e-Moll-Konzert RV 484 sein Instrument besonders von der elegisch-melancholischen Seite zeigen. Aber auch virtuose Eskapaden sind auf ihm möglich, wie Forst mit atemberaubender Energie den 200 Zuhörern im ausverkauften Glaspavillon Velte bewies.

Ja, und dann erklangen noch zwei Soloinstrumente, die erst im 19. und 20. Jahrhundert 
erfunden wurden. Matthias 
Schlubeck brillierte mühelos auf der Panflöte in Vivaldis G-Dur-Flötenkonzert RV 435, unternahm zudem einen Ausflug zu Johann Sebastian Bach und dessen h-Moll-Suite BWV 1067, wobei – einziger Einwand – eine Quer- oder Traversflöte die „Badinerie“ noch mehr funkeln und glitzern lässt als die Pan­
flöte. Für die Zugabe stieg der Lautenist des Ensembles Axel Wolf aufs Saxofon um und demonstrierte hinreißend die Jazz-Qualitäten des Barockmeisters Vivaldi.

von Michael Arndt

 
 
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