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Bands geben beim Mano-Auftakt alles

Festival Bands geben beim Mano-Auftakt alles

Fast fünf Stunden wurde die Waggonhalle zur Festivalwiese, auf der sich das Publikum bei der Eröffnung des Mano-Festivals zu einem gemütlichen Abend einfand.

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Marburg. Das Marburg-Northampton-Festival ist eines der größten alljährlichen Kulturevents in Marburg, ein Klassiker der lokalen Musikszene. Dieses Jahr findet es zum achtzehnten Mal statt und ist wieder etwas größer als in den Jahren zuvor: 76 Bands spielen drei Tage in 14 Clubs.

In der Waggonhalle ging es locker los: Man saß zusammen, plauderte, manche standen auch und schauten dem Geschehen auf der Bühne zu.

Vor allem am Anfang, als gerade mal dreißig oder vierzig Gäste anwesend waren, hatte es Jon Martin aus Northampton schwer gegen die „Plauderwand“ anzusingen und auf sich und sein Singer/Songwriter-Projekt Italian Divorce aufmerksam zu machen. Eine moderierte Eröffnung des Auftakts hätte vielleicht geholfen. Bezeichnend war der Titel des letzten von Jon Martins energiegeladenen Songs: „How to connect“: Die Verbindung zwischen Publikum und Musikern wollte nicht recht glücken.

Doch die Bands aus Frankreich, England, Slowenien und Eisenach spielten mit großer Begeisterung und wurden nicht müde in ihren Bemühungen, das Publikum aufzuwecken. Dabei verlangte zum Beispiel die Musik des Gypsy-Pop-Trios Tzig n‘roots aus Poitiers geradezu nach ausgelassenem Tanz: Das war feinster Flamenco, manchmal mehr Swing oder Reggae; schnell, mit schönen Tempi-Wechseln, mit zwei Akustik-Gitarren, Cajón beziehungsweise Djembe oder auch mal Akkordeon. Dazu bezauberte weich-charmanter, melancholischer Gesang.

Hardrocker bringen das Publikum in Bewegung

„Könnt ihr ein bisschen näher kommen, zwischen euch und uns ist nur leerer Raum, das ist etwas langweilig“, meinten Multi Talentfrei, als sie auf die Bühne sprangen und eine inzwischen volle Halle rockten, angeführt von einer Posaune, unterlegt von einem E-Cello. Ungewöhnlich, selbstironisch und rasant überfuhren die Deutsch-Rocker aus Eisenach mit humorvollen und derben Texten die bequeme Stimmung der Marburger.

Die slowenischen Musiker von RUN2NONE aus Maribor schreiben sich nicht nur groß, sie bieten auch großartigen und kompromisslosen Alternativrock mit leidenschaftlichem Gesang. Frontmann Jani Mule tobte auf der Bühne, seine Stimme glühte, Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Johk aus Poitiers spielten mit Coolness und haben es geschafft: das Publikum bewegte sich. Sie gelten als Punkrocker, der Auftritt war eher Hardrock mit etwas Punk - laut, kantig aber mit melodiöser Gesangsführung, und gut für Sprungübungen. Die letzte Plauderei im Publikum musste sich nun zwangsläufig richtig lauter Musik ergeben.

Am Ende schloss Northampton den Kreis: Die Bluesfolk-Formation Howlin Hootin Owls rundeten mit Akustik-Gitarren und Elementen aus Boogie und Country einen gelungenen Konzertabend mit beeindruckenden Bands ab.

nHeute, am Abend des letzten Festivaltages, gibt es noch einmal ein vielseitiges Programm. Neben vielen anderen werden die Künstler des Auftakt-Konzertes wie folgt zu sehen sein: Jon Martin‘s Italian Divorce um 20 Uhr in der Baari Bar und um 23 Uhr im Sudhaus, Tzig n’roots um 20 Uhr im Quodlibet und um 22.30 Uhr im TTZ, RUNE2NONE um 22 Uhr im Mexicali und um 1 Uhr nachts in der Bremsspur, Johk um 20 Uhr im Trauma und um 23.15 Uhr im Clou und Howlin Hootin Owls um 22 Uhr in der Cavete und um 24 Uhr im Molly Malone‘s.

von Ben Wangler

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