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Bachs wunderbare Klangwelt

Marburger Konzertchor sang h-Moll-Messe Bachs wunderbare Klangwelt

Es war ein beeindruckender und ergreifender Musikabend in der Kirche St. Peter und Paul: Der Marburger Konzertchor führte am Adventssonntag Bachs h-Moll-Messe auf. 500 Gäste waren begeistert.

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Mit Konzentration und Leidenschaft führte der Marburger Konzertchor unter der Leitung von Professor Siegfried Heinrich Johann
Sebastian Bachs h-Moll-Messe auf.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der große Konzertchor sang von Anfang an sehr engagiert, einfühlsam und konzentriert. Die Interpretation von Bachs Mammutwerk überzeugte mit ausgefeilter Dynamik, hoher Textverständlichkeit und großer Intensität. Vor allem: Der Chor hielt die Spannung bis zum letzten Ton, was bemerkenswert ist, wenn man die enorme Dimension der h-Moll-Messe bedenkt.

Mit dem eindrucksvollen Kyrie begann das Konzert in der katholischen Kirche St. Peter und Paul. War der Anfang des zweiten Kyrie noch etwas zaghaft und unausgewogen, so gewann der Chor im Laufe des Abends immer mehr an Sicherheit. Schon das festlich-fröhliche Gloria sangen die Choristen mit viel Schwung und großer Selbstverständlichkeit. Wunderschön gelang auch das berückende Gracias, ein ruhiges Stück voll Intensität und Dankbarkeit; filigran und fein dagegen das Credo, ein fünfstimmiges, vielschichtiges Glaubensbekenntnis.

Das mächtige Sanctus, bei dem der Chor in sechs Stimmen aufgeteilt war, geriet zum anrührenden Jubelgesang, einem der schönsten Momente des bemerkenswerten Chorabends. Beeindruckend auch das Osanna gegen Ende des Konzertes, einem Satz mit acht Stimmen. Das fröhlich preisende Stück wurde sehr ausdrucksstark, leicht und federnd gesungen. Die einzelnen Stimmen waren genau zu erkennen, ein großer Hörgenuss.

Mit den Solisten hatte Dirigent Siegfried Heinrich eine gute Wahl getroffen: Strahlend und licht der Sopran von Julie Grutzka, warm und rund die Altstimme von Anna Retczak, kraftvoll der Bass von Xiao-Feng Cai. Einzig der Tenor Edilberto Regalado Ordonez fiel etwas ab. Er sang zwar hell und klar, aber nicht immer mit sicherer Intonation. Geschuldet war dies einer Erkrankung des Sängers, wie der Konzertchor gestern mitteilte. Der Tenor musste gestern sogar seine Mitwirkung an der Aufführung der h-Moll-Messe in der Frankfurter Kirche St. Albert absagen.

Das Orchester Virtuosi Brunenses war die ideale Begleitung für den Marburger Konzertchor. Mit ihrem feinfühligen Spiel trugen die Musikerinnen und Musiker zum Gelingen des Abends bei. Vor allem die Bläser setzten immer wieder strahlende Akzente. Siegfried Heinrich dirigierte mal zurückhaltend, mal energisch und spornte die Chorsänger immer wieder zu neuen Leistungen an.

Mit dem anrührenden Dona nobis pacem, einer innigen Bitte um Frieden, endete der eindrucksvolle Konzertabend. Nach einigen Minuten der Stille setzte lang anhaltender, begeisterter Beifall ein.

von Bettina Preussner

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