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Bachs Meisterwerk in voller Länge

Weihnachtsoratorium Bachs Meisterwerk in voller Länge

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach wurde 1734 uraufgeführt und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

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Konzertchor in der Stiftskirche Wetter. Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Das berühmte Werk besticht durch einen Wechsel von schlichten Chorälen und festlichen Chören. Zusammen mit den wundervollen Arien bildet es eine einzigartige Einheit.

Im Konzert gestalteten die Sängerinnen und Sänger der Kantorei Marburger Land vor allem die Choräle aus dem Weihnachtsoratorium sehr überzeugend.

Mit viel Engagement, Herzblut und Feingefühl interpretierten sie andächtige Stücke wie „Dies hat er alles uns getan“ oder „Wie soll ich dich empfangen“. Auch der kraftvolle Choral „Wir singen dir in deinem Heer“ konnte im Konzert seinen ganzen Glanz entfalten.

Nicht ganz so gelungen waren die großen Chorstücke. Bereits der Eingangschor „Jauchzet, frohlocket!“ geriet etwas zu leise, und es fehlte die Strahlkraft. Dann setzte der Chor zu spät ein, fing sich dann aber wieder. Auch der Chor „Herrscher des Himmels“ klang etwas matt, man hätte sich hier noch mehr Schwung und Frische gewünscht.

Gut gelang dagegen der schwierige Engelschor „Ehre sei Gott in der Höhe“, den Dirigent Wolfgang Kupke relativ langsam singen ließ.

Der Gastdirigent aus Halle setzte energische Akzente und dirigierte mal mit zarten, mal mit deutlichen Gesten. Mit den Solisten, die alle aus Halle oder Leipzig kamen, hatte er eine gute Wahl getroffen. Die Sopranistin Gesine Adler glänzte mit ihrer lichten und klaren Stimme. Die Stimme der Altistin Elisabeth Holmer klang rund und warm, Tenor Stephan Scherpe begeisterte mit seinem hellen Timbre. Der Bassist Daniel Blumenschein wiederum konnte mit seiner kräftigen und dunklen Stimme punkten.

Eine besondere Freude war das Marburger Kammerorchester mit seinem schlanken und harmonischen Klang. Das Ensemble war die ideale Begleitung, es spielte stets souverän und einfühlsam. Vor allem die wunderschöne Hirtensinfonie zu Beginn des zweiten Teils des Oratoriums war ein echter Hörgenuss.

Mit lang anhaltendem Beifall dankte das Publikum dem Chor, den Solisten, dem Orchester und dem Dirigenten, der seine Solisten zum Abschluss herzlich umarmte. Nach einer längeren Pause mit Bewirtung sang die Kantorei die Teile vier bis sechs des Weihnachtsoratoriums.

Zu dieser Aufführung, die man getrennt besuchen konnte, kamen ebenso wie im ersten Teil rund 250 Gäste.

von Bettina Preussner

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