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Autoren flüchten ins Trockene

LiteraturPARKours Autoren flüchten ins Trockene

Zum fünften Mal fand der LiteraturPARKours des Landkreises statt. Geplant war, die Zuhörer im Northampton-Park auf einen Lese-Parcours zu schicken. Wegen der Wetterprognose zog man um die Jugendherberge.

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Statt Flanieren im Park war am Sonntag warme Kleidung zu Lesungen in der Jugendherberge gefragt. Das Duo Boavista (rechts) sorgte dennoch für gute Stimmung unter den Besuchern.Fotos: Landkreis

Marburg. „Unser Park hat sich auf die Kastanie reduziert“, meinte Dr. Markus Morr, Kulturreferent des Landkreises Marburg-Biedenkopf, am Sonntag. Aus Sorge vor Gewitter und Dauerregen, der für Sonntagmorgen gemeldet worden war, fiel kurzfristig die Entscheidung, den LiteraturPARKours vom idyllischen Northampton-Park mit seinen Lesezelten in die benachbarte Jugendherberge zu verlegen. Der Nieselregen, der dann das Wetter am Sonntag beherrschte, wäre kein Problem gewesen. „Da steckt man nicht drin“, fügte Morr hinzu.

Bei den vergangenen Veranstaltungen ist jedes Mal ein anderer Park im Landkreis zum LiteraturPARKours geworden - und fast immer ging es gut mit hunderten von Besuchern. Diesmal allerdings blieben viele Interessierte weg. Im nächsten Jahr soll ein neuer Versuch mit dem Northampton-Park gewagt werden, der auch von den Autoren für seine tolle Atmosphäre gelobt wird.

„Der Park ist traumhaft schön“, meinte Gerd Kanke vom Marburger Autorenkreis, der eine seiner neuen Geschichten präsentierte.. Später stand er auch am Stand der Volkshochschule, bei der er regelmäßig Literatur-Kurse gibt. Es sei sehr schade, dass nicht so viele Besucher gekommen seien, erzählt der in Marburg lebende Autor.

Die Lesungen fanden in zwei Gruppenräumen der Jugendherberge statt - im atmosphärischen Bootshaus und in einem eher nüchternen Raum. Die Autorin Tatjana Anderson hatte für ihren Lesepart im Bootshaus ihre beiden Kinder zur Verstärkung mitgebracht.

Hermine Geißler beendete kurz zuvor in dem anderen Raum ihre Lesung mit den Worten: „Ich hätte noch ein paar Sommergedichte, um das Wetter wegzuschieben.“ Vergeblich.

Die Lesungen der 45 Autorinnen und Autoren waren zwischen zehn und 15 Minuten lang, jeweils etwa 15 bis 20 Besucher hörten zu. Es komme immer auch ein bisschen darauf an, wer lese, meinte Dr. Markus Morr.

Im Innenhof der Jugendherberge hatten die heimischen Autorenvereine ihre Info-Stände aufgebaut. Dort konnten Besucher selbst kreativ werden. Bei der Schreibwerkstatt Marburg etwa sollten aus „LiteraturPARKours“ neue Wörter gemacht werden. Für 20 neue Worte gab es etwas zu Naschen, für 50 ein Buch und ein Teelicht.

Gleich sechs Aufgaben stellte die Schreibwerkstatt von Theater GegenStand, unter anderem konnten Literaturbegeisterte ein „Elfchen“ verfassen - also ein Gedicht, das aus elf Wörtern besteht. Während die einen überlegten, gaben andere gleich Tipps: Ein Teekesselchen, ein Wort mit zwei Bedeutungen, könnte der Königsweg sein.

Neben Mitgliedern der Autorenvereinigungen, trugen neun freie Autoren ihre Geschichten vor. Sie wurden von einer Jury ausgewählt. Unter den freien Autoren ist auch Malte Köhler, der zwei seiner selbstgeschriebenen und intensiven Geschichten vorlas. Köhler war vor zwei Jahren als Zuhörer im Alten Botanischen Garten. Zur aktiven Teilnahme bei diesem LiteraturPARKours musste er allerdings erst von einer befreundeten Autorin der Schreibwerkstatt Theater GegenStand überredet werden, erzählt er und ergänzt: „Das war im Park schon inspirierender.“ Also hoffen alle auf das nächste Jahr.

von Mareike Bader

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