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Ein Tanga für Michelangelos David

Künstlervereinigung Ein Tanga für Michelangelos David

Van Gogh, Picasso, Mondrian: Die Mitglieder der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf haben keine Angst vor großen Namen. In der Ausstellung „Covern“ setzen sie sich mit Klassikern der Kunstgeschichte auseinander.

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Elf Mitglieder der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf stellen im Rathaus aus. Sie stehen vor dem Bild „Guernica“, das Sergej Fuchs nach Pablo Picasso gemalt hat.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntagnachmittag im Historischen Rathaus begrüßte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die zahlreichen Gäste herzlich. „Sehr gerne stellen wir den Raum des Rathauses für diese Ausstellung zur Verfügung“, betonte er. „Besonders spannend finde ich es, wenn sich Künstler mit großen Namen auseinandersetzen und sie so in unsere Zeit holen.“

Der Künstler Anno Henke erklärte in seiner Laudatio den Titel der Ausstellung „Covern“. Der Begriff „covern“ werde vor allem im Zusammenhang mit Musik verwendet und bezeichne die Neuauslegung von Werken anderer Künstler. In der bildenden Kunst komme dieses Verfahren aber nur sehr selten vor, so Henke weiter. „Es ist sehr spannend zu sehen, was passiert, wenn ich eine Idee aufnehme, die schon Erfolg hatte“, fuhr Henke fort. Wichtig sei es, dass dies „mit Respekt und auf Augenhöhe“ geschehe.

„Toteninsel“ wird zu „Lebensinsel“ mit Schloss

Elf Mitglieder der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf haben die klassischen Kunstwerke auf ihre ganz eigene Weise interpretiert. Dabei kommt vieles mit Ironie und einem Augenzwinkern daher. So hat Annegrete Henke-Reinarz den weltberühmten David von Michelangelo auf Leinwand gebannt – und ihm einen knallroten Tanga angezogen. Michael Feldpausch hat sich mit dem abstrakten Maler Piet Mondrian beschäftigt – und einen Mondrian zum Selbstbasteln geschaffen. Hierzu hat er kleine farbige Rechtecke gemalt, die man nach Lust und Laune auf einer größeren Leinwand neu arrangieren kann. „Man muss nicht so eine große Ehrfurcht vor der heiligen Kunst haben“, erklärte der Künstler dazu.

Viktor Lau wiederum verwandelt die „Toteninsel“ von Arnold Böcklin in eine surrealistisch anmutende „Lebensinsel“ – mit dem Marburger Schloss im Hintergrund. Manfred Döring gibt den pausbäckigen Engelchen von Raffael einen ganz neuen Touch, indem er sie im Stil des Pop-Art-Malers Roy Lichtenstein verewigt.

Und Anno Henke zeigt Van Goghs „Sternennacht“ in ganz neuem Licht. Anstelle des heimeligen Dorfes auf dem Originalgemälde leuchten hier die Lichter einer Großstadt-Skyline.

  • Die Ausstellung im Marburger Historischen Rathaus ist bis zum 19. März zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Freitag 12 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr.

von Bettina Preussner

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