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Ausnahmezustand in Marburger Klubs

20. MaNo-Festival Ausnahmezustand in Marburger Klubs

Rock, Pop, Folk, Punk, Metal und Ethno: Acht Gastbands aus den Partnerstädten und 69 Marburger Bands, verteilt auf 15 Klubs, heizten dem Publikum am Festivalwochenende ordentlich ein.

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„The Red Triangle Circus Gang“ aus Großbritannien spielen beim MaNo-Festival unter anderem im „Krokodil“. Wie viele andere Gastbands spielten sie am Wochenende drei Konzerte.

Marburg. „Zurück zu den alten Zeiten. MaNo heißt für uns: Egal wo du spielst, es ist immer ein tolles Publikum da“, sagte Frontmann und Sänger Shakala von der Rock‘n‘Ska Band „Ragatag“ kurz vor seinem Auftritt im kleinen Bistro Krokodil in Weidenhausen. Das Team um Pressesprecher und Festivalorganisator Jan Thiede setzte alles daran, dem Marburger Publikum das zu bieten, was eine Verbindung zwischen lokaler und internationaler Musikszene ausmacht: „Wir wollen hier den Austausch fördern und keinen Profit machen“.

Den Startschuss im Jugendhaus Compass machten die Eisenacher Punk-Rocker „Sonne Ost“ am Freitagabend. Was auf die Ohren bekam das Publikum bereits ab der ersten Minute geboten. Die Titel „40 Grad“ und „Endstation“, mit progressivem Spiel des Schlagzeugers unterstützt von eingeflochtenen Geigensoli, vermittelten ein Kontrastprogramm von Alltagsrealität bis hin zu Urlaubsgedanken.

"Microsleep" aus Marburg spielt zum MaNo-Festival im Jugendhaus "Compass". Foto: Florian Gaertner

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"London ist fast so toll wie Marburg"

Im Bistro Krokodil war bereits zu diesem Zeitpunkt kein Durchkommen zur Bühne mehr möglich. Dicht an dicht drängten sich die Marburger um „The Red Triangle Circus Gang“ aus nächster Nähe zu beobachten. Nach einer kurzen Unterbrechung durch den streikenden Gitarrenverstärker, konnte der Auftritt dann beginnen. Mit Charisma und einem modernen Stilmix aus Jazzelementen und Rock‘n‘Roll sowie vielfältigen musikalischen Einflüssen aus Soul und Latin, eroberten die Briten schnell das Publikum, es herrschte ausgelassene Stimmung. „Wart ihr schon einmal in London? London ist fast so toll wie Marburg“, hauchte Sängerin Anya Still in ihr Mikrofon.

Im Anschluss an die Briten stiegen die Lokalmatadoren von „Ragatag“ auf die Bühne. Es sind alte Hasen: „Im November 2016 feiern wir unser 20-jähriges Bandbestehen. Es ist heute eine echte Ausnahme, hier spielen zu dürfen. Wir freuen uns auf euch“, so Sänger Shakala. Und bald tobt der Laden.

Gleichzeitig präsentierten sich die Marburger Newcomer „Microsleep“ im Compass mit eigenen Titeln dem jüngeren Publikum. Die Fender Telecaster-Thinline von Gitarrist und Sänger Max Gemmerich leistete ganze Arbeit. Schnelle Riffs zu poppigen Duetten und eine akustische Zugabe, ließen das Publikum in Lagerfeuerromantik am Ende vor der Bühne sitzend mitsingen und klatschen.

Besucher erfreuen sich an "bunter Mischung"

„Ich bin hauptsächlich wegen ,Microsleep‘ hier, habe aber auch bereits den anderen Bands zugehört. Es ist eine echt bunte Mischung hier im Compass“, sagte Studentin Jana Krause.

Urigen Pub-Sound von der britischen Insel interpretierten „King´s Gambit“ aus North­ampton am späten Abend in der Cavete bei gefühlten 30 Grad Innentemperatur unter dem Sandsteingewölbe. Das Trio begeisterte mit bodenständigen Folksongs auf Akustik-Gitarre, Banjo und Bass. Im Rhythmus der Mandoline hüpften die Musikbegeisterten zum Schluss sogar in der ersten Reihe mit.

„Julie & The Diamond“, eine zweiköpfige Formation aus Maribor, bildeten Freitagnacht als letzte Band den Abschluss in der Schlucke unterhalb des Renthofs. Umringt von ein paar Marburgerinnen warteten die beiden Musiker aus Slowenien auf ihren Auftritt vor dem Klub. „Ich spreche zwar kein deutsch, singe aber den nächsten Titel in eurer Sprache“, erklärte die Sängerin Julija Fajhtinger in Englisch. Auch in ihrer Muttersprache begeisterte des Akustik-Duo mit rockigen Sounds die dicht gedrängte Menschenmenge vor der ganz kleinen Bühne.

Kaum Durchkommen in vielen Klubs

Auch am Samstagabend herrschte in vielen Klubs Ausnahmezustand. Tolle Stimmung, viele Bands und in vielen Klubs gab es kaum ein Durchkommen.

„Es ist wichtig, dass sich die Musiker der Partnerstädte jeweils in der lokalen Musikszene aktiv hier beim Festival vorstellen können“, erklärte Organisator Thiede. Die Kooperation mit den Klubs entwickelte sich in den letzten 20 Jahren fortlaufend. Er selbst ist Mitglied in zwei Marburger Bands und begleitet so auch musikalisch wie organisatorisch die Veranstaltungen. „Unser Wunsch ist es, zukünftig mit allen anderen Partnerstädten solche engen Kontakte zu den lokalen Musikern zu knüpfen“, so Thiede.

Das ist schon gelungen – zur 20. Auflage des Festivals kamen Bands aus Northampton, Poitiers, Maribor, Eisenach und Sfax. Und vielleicht ist im kommenden Jahr auch das rumänische Sibiu wieder vertreten. Musik verbindet.

von Arnd Hartmann

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