Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Regen

Navigation:
Aus für die Opernfestspiele?

Streit um Geld und Aufgabenverteilung Aus für die Opernfestspiele?

In der Stiftsruine in Bad Hersfeld feiern diesen Mittwochabend die Opernfest­spiele Premiere mit „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker. Ob es im kommenden Jahr auch wieder Opernfestspiele geben wird, ist ungewiss.

Voriger Artikel
Cruise & Co gegen Schurken
Nächster Artikel
Mehr als 300 Teilnehmer am großen Kunst-Workshop

Die künstlerische Leitung der Opernfestspiele liegt nun ganz in den Händen des Intendanten Dieter Wedel.

Quelle: Uwe Zucchi

Bad Hersfeld. Seit 1980 gibt es Opernaufführungen in der Stiftsruine, die künstlerische Leitung hatte seither Siegfried Heinrich inne. Der Dirigent ist in Marburg durch seine Zusammenarbeit mit dem Marburger Konzertchor bekannt, den er seit vielen Jahren leitet und mit dem er regelmäßig große Konzerte gestaltet. Mit dabei ist dann auch das Orchester Virtuosi Brunensis, das auch in Bad Hersfeld zum Einsatz kommt.

In diesem Jahr dirigiert Heinrich „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven, Premiere ist am 6. August. Doch es wird zugleich das Ende seiner künstlerischen Leitung sein. Denn die Stadt Bad Hersfeld hat sich entschieden, die Leitung der Opernfestspiele ebenfalls in die Hände von Dieter Wedel zu legen, der seit diesem Jahr Intendant der Bad Hersfelder Festspiele ist.

Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Konflikte zwischen dem Magistrat der Stadt Bad Hersfeld und Wedels Vorgänger Holk Freytag gegeben hatte – vor allem wegen der Finanzierung –, hat Wedel nun in seiner ersten Spielzeit allerhand umgestaltet und mit bekannten Namen auf der Bühne gepunktet. Obwohl Wedel noch deutlich mehr Geld ausgegeben hat als sein Vorgänger, ist man im Rathaus mit ihm und der durch ihn gesteigerten Attraktivität der Festspiele zufrieden – so zufrieden, dass er nun die Gesamtverantwortung für die Festspiele inklusive Oper bekommen soll.

Gegen diese Entscheidung des Magistrats wehrte sich Heinrich allerdings vehement. Verhandlungen des Magistrats mit dem Arbeitskreis für Musik (AfM), der für die Festspiele verantwortlich zeichnete, scheiterten.

Arbeitskreis sieht keine Chance für weiteres Engagement

„Jetzt wird dem AfM die Möglichkeit genommen, die Bad Hersfelder Opernfestspiele als Basis seiner Arbeit in Zukunft weiter zu führen. Denn inzwischen hat sich auch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die von dem derzeitigen Festspielintendanten und der Stadt angestrebte Lösung zu eigen gemacht, zukünftige Opernaufführungen unter der selbständigen künstlerischen Verantwortung des AfM nicht mehr zuzulassen“, heißt es in einer Pressemit­teilung des AfM. Der AfM sehe keine Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit, so dass die diesjährigen Opernfestspiele auf absehbare Zeit die letzten sein werden.

Eine Sitzung, bei der sich Heinrich mit Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling und Dieter Wedel getroffen hatte, verließ er, nachdem ihm eine beratende Funktion angeboten wurde, während Wedel die komplette Verantwortung für die Opern bekommen soll.

Ob es im kommenden Jahr nun überhaupt eine Operninszenierung in der Stiftsruine geben wird, ist offen. Bei einer Pressekonferenz in Bad Hersfeld erklärte Wedel, er denke über verschiedene Möglichkeiten nach. Siegfried Heinrich war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

  • Trotz dieser Querelen verkaufen sich die Karten für die aktuellen Opernfestspiele gut. Bis zum 19. August sind „Der Bettelstudent“ und „Fidelio“ allabendlich im Wechsel ab 20.30 Uhr in der Stiftsruine zu erleben. Den Spielplan gibt es im Internet unter www.oper-hersfeld.de.

von Heike Döhn

Kurz vor seinem 80. Geburtstag im Januar nahm Siegfried Heinrich (links) den Hessischen Verdienstorden von Staatssekretär Dr. Manuel Lösel entgegen. Jetzt haben sich Heinrich und weitere Verantwortliche überworfen. Foto: Alf Rothe
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr