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Aus dem magischen Reich der Schatten

Tanztheater Aus dem magischen Reich der Schatten

Romantisch, geheimnisvoll, faszinierend - das Schattentheater begeistert die Menschen schon seit Jahrhunderten. 400 Zuschauer verfolgten am Sonntag atemlos „Magic Shadows“, die Schatten-Show der Flowmotion Dance Company.

Marburg. Es war ein Abend zum Schauen und Staunen, zum Entspannen, zum Schwelgen und Genießen. Unglaublich schien das perfekte Zusammenspiel von zehn schönen, biegsamen und durchtrainierten Körpern - ein wahrer Augenschmaus.

Die Flowmotion Dance Company folgte einer fantasievollen Choreographie, die für immer neue Überraschungen sorgte. Lediglich der Anfang der Show, als die Ursprünge des Schattenspiels erzählt wurden, wirkte etwas überladen. Aber dann gab es wirklich nichts mehr zu meckern.

Faszinierend war es von Anfang an, wie das Zusammenspiel der beleuchteten Silhouetten auf der Leinwand immer wieder aufs Neue gelang und mit welcher Ausdauer und Hingabe die jungen Männer und Frauen tanzten.

Schatten formen Menschen, Pflanzen und Gebäude

Fast alles schien möglich: Ob Pflanze oder Tier, ob Mensch oder Maschine, ob Hütte oder Palast, die Flowmotion Dance Company konnte es als Schattenfigur darstellen. Ergänzt wurde das Ganze durch ausgefeilte Projektionen und wunderbare Musik von Klassik bis Techno.

Los ging es mit kurzen Szenen aus den Anfängen des Schattentheaters in Asien. Nur wenige Bewegungen, schon bildeten die Körper eine Hütte, einen Baum, einen Tempel. Toll auch die Darstellung von Filmszenen, die die Zuschauer erraten mussten: James Bond tauchte auf, die Helden aus „Spiel mir das Lied vom Tod“, der Läufer aus „Forrest Gump“ und das Fahrrad von E.T..

Immer wieder gab es spontanen Applaus für einzelne Darstellungen, etwa für einen Cowboy auf seinem Pferd, geformt aus sechs menschlichen Silhouetten.

Besonders schön waren dann die Szenen aus dem Meer: Eine Nixe samt Muschel, ein Korallenriff, ein Fisch, eine Krabbe bevölkerten die geheimnisvolle Unterwasserwelt. Sehr poetisch auch die ganz einfachen und reduzierten Szenen aus der Natur. Hier fühlte man sich an ferne, verträumte Kindertage erinnert: Mit wenigen fließenden Bewegungen entstand ein Igel mit Apfel, ein Baum mit Krähen, eine sonnige Wiese mit Blumen. Auch die Stationen einer Weltreise waren kein Problem für die Tänzer: die griechische Akropolis, der Pariser Eiffelturm oder das Brandenburger Tor erschienen als Schatten auf der Leinwand.

Am Schluss der gut zweistündigen Show gab es stürmischen Applaus für die zehn Tänzerinnen und Tänzer, die kaum ermüdet um die Wette strahlten. Erst nach drei Zugaben durften sie die Bühne wieder verlassen.

Die Flowmotion Dance Company ist eine international besetzte Tanztruppe, einige der Mitglieder stammen aus Österreich. Alle zehn Künstlerinnen und Künstler haben eine Tanzausbildung durchlaufen.

Die Gruppe ist bereits in Ländern wie China, Jordanien, Türkei, Spanien und Frankreich aufgetreten. Für die technische Seite der Show, für Musik und Projektionen, zeichnet das in Wien ansässige Kollektiv „Motionlab“ verantwortlich. Die künstlerischer Leitung hatte Florian Berger.

Von Bettina Preussner

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