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Aus „blöder Idee“ wird ein Bestseller

Abschluss des Krimifestivals Aus „blöder Idee“ wird ein Bestseller

Zum Abschluss des diesjährigen Krimifestivals gab es eine Lesung mit 
 einem ungewöhnlichen Autoren-Duo in der Pfarrkirche, das neben ihrem Krimi auch viel Witz mitbrachte. Am Ende wurde am Taufbecken signiert.

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Marburg. Zwei vielseitige Autoren, die als Einzelautoren erfolgreich sind, treffen sich bei einer Veranstaltung während der Frankfurter Buchmesse an der Bar.

Sie kommt aus Wien, er lebt im Saarland. Sie haben eine gemeinsame Vorliebe für 
trockenen Wein und fürs Schreiben – aber eine Zusammenarbeit können sie sich nicht 
vorstellen. „Das ist eine blöde Idee“, beschreibt Ursula 
Poznanski ihre Gedanken.

Doch wie die Lesung vor rund 90 Zuhörern in der Lutherischen Pfarrkirche bewies, wurde aus dieser (Weißwein-)Idee irgendwann doch Ernst, und das mit Erfolg. Zum Abschluss des diesjährigen Krimifestivals stellte sie mit Arno Strobel ihren zweiten gemeinsamen Roman 
„Anonym“ vor.

Eine Geschichte aus zwei Sichten

Locker und charmant erzählen die beiden Autoren von ihrer Zusammenarbeit. Es ist klar, die beiden haben ihren Spaß. Und so wird im Anschluss auch das Taufbecken kurzerhand zum Signiertisch, um das sich traubenförmig die begeisterten Besucher sammeln.

Wie in ihrem ersten gemeinsamen Roman „fremd“ haben die beiden Erfolgsautoren auch in „Anonym“ die Kapitel untereinander aufgeteilt und schildern die Geschichte aus der Sicht von zwei Erzählern. In den beiden ersten Kapiteln, die bei der Lesung vorgestellt wurden, deckt sich die Situation noch. Später gebe es keine Dopplungen mehr, verspricht Poznanski.

Am Anfang sei es wichtig gewesen, dass der Leser das Kennenlernen der beiden Hamburger Ermittler Daniel Buchholz und Nina Salomon aus der jeweiligen Perspektive miterlebt. Und so trifft der alteingesessene Buchholz auf die vermeintlich vorwitzige, neue Kollegin Salomon, die ihn wiederum für einen arroganten Schnösel in seiner „designergekleideten Herrlichkeit“ hält.

Die neuen Veranstalter ziehen positives Fazit

An dem Ermittler-Duo habe ihn das Konfliktpotenzial gereizt, erklärt Strobel bei der anschließenden Fragerunde. Noch stärker scheint ihn das Darknet zu beschäftigen, ein Sammelabschnitt des Internets, in dem etwa illegale Güter, wie Drogen und Waffen, gehandelt werden. „Es ist unfassbar einfach, aber real“, sagt Strobel. Selbst als ehemaliger Informatiker habe er sich aber für diesen Bereich des Romans Unterstützung bei der Recherche holen müssen, erklärt er später.

Das Darknet ist auch ein wichtiger Teil in „Anonym“. In einem Forum werden dort von den anonymen Nutzern aus einer Liste die Todgeweihten ausgewählt, die schließlich auf grauenvolle Weise ermordet werden. „Gott sei Dank gibt es so was nicht, wie wir es uns ausgedacht haben“, gibt Strobel zu.

Mariella Terzo und Manfred Paulsen sind mit ihrem ersten Krimifestival sehr zufrieden. 
Dies sagte am Donnerstag Mariella 
Terzo auf Anfrage der OP. Die beiden haben die Organisation des Festivals übernommen, nachdem die langjährige Organisatorin Alexandra Klusmann wegen neuer beruflicher 
Verpflichtungen ihr Unternehmen Mediakontakt Laumer 
aufgelöst und damit auch die Arbeit für das Krimifestival eingestellt hatte.

„Alle Veranstaltungen waren gut besucht, wir haben sehr positive Rückmeldungen von Autoren und Besuchern erhalten. Die Autoren waren alle sehr nett“, sagte Terzo. Paulsen und Terzo werden das populäre Lesefestival auch im kommenden Jahr auf die Beine stellen. „Es werden einige Krimigrößen kommen und auch ein Vorverkauf soll wieder eingerichtet werden.“

  • Ursula Poznanski und Arno Strobel: „Anonym“, Wunderlich Verlag, 370 Seiten, 19,95 Euro.

von Mareike Bader

 
 
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