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Aus Schmonzette wird Marbach-Krimi

Autor Daniel Grosse Aus Schmonzette wird Marbach-Krimi

„Plausch am Ententeich“ heißt der erste Roman des Marburger Journalisten Daniel Grosse. Am Ort des Geschehens haben wir uns mit dem Autor getroffen. Zum Plausch am Enten­teich.

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Der Marburger Journalist und Blogger Daniel Grosse steht am Marbacher Ententeich. In dem Marburger Stadtteil spielt sein lokaler Krimi.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Ein hyperlokaler Online-Fortsetzungs-Groschenroman aus und über Marburg-Marbach“ – mit diesem Plan hat alles angefangen. Eine „reine Schmonzette“ hatte Daniel Grosse schreiben wollen. Und stellte fest, dass die ihm aber so gar nicht lag.

Aus dem Stoff wurde ein Krimi. In Etappen. Wobei die eigene Maßgabe war, maximal eine Stunde für ein Kapitel aufzuwenden. 45 Minuten schreiben, 15 Minuten Korrektur lesen. Und ab damit ins Internet. Nun wurde das Ganze noch einmal überarbeitet und ist jetzt als Taschenbuch auf dem Markt. Höchste Zeit, sich mit dem 
Autor zu treffen.

Der Treffpunkt versteht sich von selbst: der 
Ententeich. Am Regenrückhaltebecken in der Marbach sitzt Daniel Grosse auf einer der beiden Bänke. „Hier habe ich Birger und Betty knutschen sehen“, sagt Daniel Grosse. Also – vor seinem geistigen Auge, versteht sich. Birger und Betty sind die beiden Hauptpersonen in „Plausch am Ententeich“.

Genau wie der Rest der Figuren sind sie real inspiriert, aber in ihrer Buchform natürlich fiktiv, erklärt der Autor. Der hat eigentlich einmal Jura studiert und arbeitet seit zehn Jahren als freier Journalist für Print- und Online-Medien, nachdem er bei der Oberhessischen Presse Redaktionsassistent war und sein Volontariat bei der HNA absolviert hat.

Aktuelles inspiriert zu Geschichten

Seit den 1980er-Jahren lebt er in Marburg, seit acht Jahren jetzt in der Marbach. Und genau da sollte „Plausch am Ententeich“ dann auch spielen. Der Stadtteil liegt ihm am Herzen. „Hyperlokal, mikrolokal, sublokal“ schreibt er in seinem Online-Blog auf journalistischer Ebene über das, was real dort passiert.

Und ab der zweiten Hälfte von „Plausch am Ententeich“ hat er auch aktuelle Nachrichten in die ansonsten fiktive Geschichte eingearbeitet. Die Kapitel von A bis Z zu betiteln und ihre Anzahl damit auf 26 festzulegen, war eine bewusste Begrenzung. Inhaltlich hat Daniel Grosse ordentlich improvisiert, erzählt er. Auch das bewusst. Erst in Kapitel Y habe er letztlich gewusst, wie es enden würde.

Das Ganze war für ihn auch eine „Schreibübung“, sagt er. Trotzdem war klar: „Ich kann nicht irgendwelchen Schwachsinn schreiben – es muss passen, es muss logisch sein“. Nachdem „Plausch am Ententeich“ dann fertig war, wollte es der Autor auch als gedrucktes Buch zum in-die-Hand-nehmen haben, „das war wichtig“, sagt er.

In einer überarbeiteten Fassung kann man es über „Books on Demand“ beziehen. Und vielleicht findet es sogar eine Fortsetzung. „Mir fehlen Birger und Betty“, gesteht Daniel Grosse und lacht – „auch wenn das seltsam klingt“. Aber die beiden sind ihm ans Herz gewachsen.

Wenn er mit seinen Kindern unterwegs ist und ein Paar auf der Bank am Regenrückhaltebecken sitzt, wird gescherzt: „Seht ihr, da sind Birger und Betty“. Und auch andere Orte 
im Stadtteil, die in der Geschichte vorkommen, sind für ihn jetzt mit eben der verbunden. Und wie bestellt watscheln beim 
Interview zwei Enten auf das kleine Treppchen am Teich. Mit aufs Foto wollten sie dann aber doch nicht. Schade.

  • „Plausch am Ententeich“ ist mit der ISBN 978-3-7412-0992-5 bei „Books on Demand“, Amazon und im Buchhandel erhältlich.

von Nadja Schwarzwäller

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