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Auftakt mit festlichen Trompetenklängen

Schlosskonzerte Auftakt mit festlichen Trompetenklängen

Die neue Saison der Marburger Schlosskonzerte ist etwas Besonderes. Zum einen feiern die „Marburger Musikfreunde“ das 40-jährige Bestehen der Konzerte. Zum anderen weht mit dem neuen Vorstand ein frischer Wind.

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Mit Trompeter Thomas Reiner und dem Streichquartett des Württembergischen Kammerorchester Heilbronn startete die Konzertsaison im Fürstensaal.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Seit 40 Jahren engagiert sich der Verein Marburger Musikfreunde ehrenamtlich mit seiner Kammermusikreihe im Sommerhalbjahr für anspruchsvolle Musik-Aufführungen in Marburg. Zu Beginn des ersten Konzertes der Saison würdigte die neue erste Vorsitzende Claudia Nehrig den bisherigen Vorstand um Gabriele Hering für die geleistete Arbeit und für die tatkräftige Unterstützung beim Übergang. Außerdem kündigte sie eine weitere Neuerung an: „Wir ziehen aus für ein Konzert.“ Da das Konzert des Marburger Kammerorchesters immer viele Besucher anziehe, wird am 7. September im Foyer des Zentrums für Vermögensberatung (DVAG) musiziert.

Mit dem Trompeter Thomas Reiner und dem Streichquartett des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn wurde die Saison aber wie gewohnt im Fürstensaal eröffnet. Die Musiker hatten ein anspruchsvolles Programm für die 120 Zuhörer im Gepäck - mit schönen barocken Klängen von Andrea Grossi und seinem bekanntesten Werk „Sonata in D-Dur für Trompete und Streicher“ bis hin zu Antonín Dvoraks wunderschönem „Amerikanisches Quartett“ op. 96. Haydns bekanntestes Streichquartett, op. 76 Nr. 3 war ein wahrer Höhepunkt.

Herrlich fein ausgearbeitet waren die Variationen von „Gott erhalte Franz, den Kaiser“, der heutigen Melodie der deutschen Nationalhymne, die dem Werk den Beinamen „Kaiserquartett“ verlieh. Im zweiten Satz werden vier Variationen der wohlbekannten Melodie gezeigt, die unantastbar bleibt, nur die Begleitung ändert sich.

Während in der zweiten Variation Erika Araki an der zweiten Geige und Franc Javier Quero-Lehmann am Cello die Hymne spielten, sorgten Marlise Riniker an der ersten Geige und Götz Engelhardt an der Bratsche für einen getragenen Klang, der fast erhaben wirkte.

Nach dem lebhaften und bunten vierten Satz mit schnellen Fingerläufen durch alle Stimmen belohnte das Publikum die tolle Leistung mit einem besonders langen Applaus. Hinweise in einem Programmheft zur musikgeschichtlichen Bedeutung von Andrea Grossi, dessen Sonatensammlung Nr. 3 als Beweis für die Entwicklung des Solokonzertes in der Bologneser Schule gilt oder zu Haydns „Kaiserquartett“ wären sehr wünschenswert gewesen. Das fehlte jedoch an diesem Abend.

Die Angaben auf dem Programmzettel waren nur sehr rudimentär und zudem teilweise schlecht lesbar. „Die Akustik ist für die Trompete fantastisch“, schwärmte Thomas Reiner nach dem Konzert. Die hohe, gotische Decke verbreitete den hellen, klaren Klang seiner Schilke-Trompete wunderbar im Raum, auch wenn die Höhen manchmal im Vergleich zum warmen Klang der Streicher zu sehr im Vordergrund stand.

Beim Marsch von Händels „Suite D-Dur“ aus dessen „Wassermusik“ hallte der letzte hohe Ton, den Reiner wunderbar getroffen hatte, herrlich nach. Das Publikum war durchweg begeistert und bedankte sich mit langem Applaus und einigen Jubelrufen.

von Mareike Bader

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