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Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Globale Mittelhessen Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Am Freitag wurde in der Waggonhalle das globalisierungskritische Filmfestivals Globale Mittelhessen eröffnet. Bis zum 10. November sind in an neun Spielorten mehr als 30 Filme zu sehen.

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Der Soja-Anbau von Großkonzernen im südamerikanischen Land Paraguay wird zum Fluch für die arme Landbevölkerung.Foto: Veranstalter

Marburg. Wohlstand, soziale Sicherungsnetze und gesellschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten auf der einen Seite. Armut, keine oder rudimentäre soziale Sicherungsnetze, politische Instabilität, Lohnausbeutung, Hunger, Landgrabbing, also Landraub, auf der anderen Seite. Globalisierung produziert und verstärkt Ungleichheit auf dem gesamten Planeten. Das will das vom Verein Motivés organisierte Festival deutlich machen.

Den Schattenseiten der Globalisierung widmet sich das jährliche Filmfestival Globale Mittelhessen, das seit fünf Jahren ausgerichtet wird.

150 Besucher sahen am Freitag zum Auftakt den Film „Raising Resistance“, der sich mit den katastrophalen Auswirkungen der Globalisierung für Paraguays Kleinbauern auseinandersetzt. Dort bauen Agrarkonzerne großflächig Soja an und verdrängen die Kleinbauern von ihrem Land. Im Anschluss diskutierten Zuschauer mit Regisseurin Bettina Borgfeld über die Probleme und mögliche Lösungen.

Ein weiterer Aspekt der Globale ist das sogenannte Schulkino, das im August begonnen hat und über das gesamte Schuljahr läuft. Hierbei handelt es sich um Filmvorführungen in Kinos oder teilweise auch in den Schulen Mittelhessens, bei denen die Filme der Globale gezeigt werden, die den Schülern die Kehrseite der Globalisierung illustrieren soll. Auch hier legt Motivés den Fokus auf den Diskurs mit den Schülern und versucht mit Workshops den kritischen Geist der Schüler zu wecken.

Manuel Kästner, einer der Projektleiter bei Motivés formuliert die Ziele des Filmfestivals: „Wir wollen dazu beitragen, die internationale Kultur und die globale Gerechtigkeit stärker ins Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses zu rücken. Dazu ist Film ein passendes Medium, denn er kann besonders gut Emotionen beim Publikum erzeugen.“

Gerechtigkeit und das Recht auf Leben seien keine leeren Worthülsen, sondern essenzielle Grundfesten einer friedfertigen und sicheren Gesellschaft und Welt, betont Motivés. So versucht der Verein, im Besonderen bei jungen Menschen - den Erwachsenen von morgen - ein Verständnis für die Probleme zu schaffen, vor denen die globale Gesellschaft im 21. Jahrhundert steht.

Im Anschluss an Film und Diskussion spielte die Marburger Band „Lechuga“.

von Benjamin Kaiser

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