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Auch als Immobilienhai noch nett

Matthias Schweighöfer im Cineplex Auch als Immobilienhai noch nett

Girls, Girls, Girls – die Frauen waren deutlich in der Überzahl beim Besuch von Matthias Schweighöfer im Cineplex. Mit Milan Peschel und seinen Filmkindern Paula Hartmann und Arved Friese begeisterte er die Fans.

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Matthias Schweighöfer knipste auf dem roten Teppich unzählige Selfies mit seinen Fans.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Schon zum sechsten Mal hat Schweighöfer auf Promotion-Tour Station im Cineplex gemacht. Und dass er sich bei Cineplex-Geschäftsführerin Marion Closmann dafür bedankte, dass er wieder an „einen unserer Lieblingsorte“ kommen durfte, waren offenbar keine leeren Worte:

Auch die Eltern von Paula Hartmann, im Film „Der Nanny“ seine Tochter Winnie, erzählten im Gespräch mit der OP, dass die Kinderdarsteller nur zu wenigen ausgewählten Terminen, die Schweighöfer am Herzen liegen, mit anreisen.

Nicht nur Paula Hartmann und Filmsohn Arved Friese begleiteten Schweighöfer, auch Milan Peschel besuchte das Cineplex. Peschel ist einer der profiliertesten deutschen Theaterschauspieler, Regisseur und inzwischen auch sehr oft im Film zu sehen – in den vergangenen Jahren vor allem in Filmen seines guten Freunds Schweighöfer.

Im Film „Der Nanny“ spielt Peschel den etwas kauzigen Rolf Horst, einen Berliner Kiezbewohner, dessen Zuhause Baulöwe Clemens Klina (Matthias Schweighöfer) via Abrissbirne in Schutt und Asche gelegt hat und an dem er sich eigentlich rächen möchte. Statt dessen wird er von Klina stehenden Fußes als Nanny für Klinas Kinder engagiert, die mit ihren extremen Streichen schon ganze Horden von Kindermädchen in die Flucht geschlagen haben.



 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Rolf erarbeitet sich nicht nur das Vertrauen der beiden vom Vater vernachlässigten Kinder, er dreht den Fiesling langsam, aber sicher um, so dass der am Ende doch sein Herz auf den rechten Fleck rückt und sich nicht nur wieder seiner Kinder annimmt, sondern auch vom Abriss des heruntergekommenen Heimat-Kiezes von Rolf und seinen sozial schwachen Freunden absieht.

„Ich wollte einen Film für Milan und mich machen“, erzählt Schweighöfer im OP-Interview über die Entstehungsgeschichte von „Der Nanny“. Außerdem habe er für seine Kinder selbst einmal eine Nanny gehabt, die aus einem sozialen Randgebiet Berlins stammte und die viel darüber erzählt habe.

Dass das Happy End von „Der Nanny“ wenig mit der realen Gentrifizierungs-Problematik in Berlin zu tun hat, finden Schweighöfer und Peschel in Ordnung: „Besser, als wenn das Thema gar nicht angesprochen wird“, sagt Schweighöfer. „Und Peschel ergänzt: „Wenn man das ganz ernst und realistisch angegangen wäre, würde man gar nicht so viele Leute erreichen.“ Und die Gespräche mit den Zuschauern machten deutlich, dass die Problematik durchaus erkannt werde.

Auch wenn Clemens Klina im Vergleich zu den Figuren, die Schweighöfer in den vergangenen Jahren in seinen Komödien gespielt hat, erst einmal ein gedankenloser Fiesling ist, so spürt man doch die ganze Zeit, dass er im Grunde ein guter Kerl ist. Und am Schluss, da ist er halt wieder der Gute. Hat Schweighöfer nicht Lust, mal wieder einen echten Bösewicht zu spielen?

Matthias Schweighöfer war am Mittwochabend im Cineplex in Marburg zu Besuch, um seinen neuen Film „Der Nanny“ zu präsentieren. Begleitet wurde er von Milan Peschel, der in dem Film als männliche Nanny und Kämpfer für Gerechtigkeit glänzt.

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„Doch, klar“, sagt er, und am Ende des Jahres drehe er auch einen Film, der ein ganz anderes Kaliber sei. Als Schauspieler, nicht als Regisseur, aber darüber dürfe er noch nicht sprechen. Angst, auf eine Rolle festgelegt zu werden, die habe er nicht: „Über so etwas mache ich mir gar keine Gedanken, ich mache einfach, worauf ich Lust habe, wenn ich die Möglichkeit dazu habe. Ich habe keine Plan.“

Milan Peschel hat sich längst einen Ruf als Charakterdarsteller erarbeitet, wechselt öfter das Rollenfach, auch wenn er in Schweighöfers Filmen eher der liebenswerte Underdog ist. Ob ihm das Theater näher als der Film ist? „Ich bin einfach glücklich, so viele Sachen machen zu können“, sagt er.

Aber doch, auch wenn er mittlerweile mehr Zeit beim Film verbringe, so sei und bleibe das Theater seine erste Liebe. Gerade erst hat er in Heidelberg als Regisseur mit einer Sternheim-Inszenierung Premiere gefeiert. „Ich schöpfe Kraft aus dem Theater“, sagt Peschel.

Ob er Milan Peschel auch privat als Nanny für seine Kinder einsetzen würde? „Jederzeit“, lacht Schweighöfer, „er ist sogar der Pate meiner Tochter.“ Wie die Kindsbetreuung im Einzelnen aussieht, darüber wollen beide aber nichts verraten: „Andere Frage!“, grinsen sie.

Auch Joko Winterscheidt wird live zugeschaltet

Gutgelaunt präsentierten sich die Stars auch in den Kinosälen, wo sie gemeinsam mit Paula Hartmann und Arved Friese im Anschluss an die drei abendlichen Vorstellungen von „Der Nanny“ den meist weiblichen Fans Rede und Antwort standen. Und dabei jede Menge Charme versprühten. Vor allem Schweighöfer erwies sich als schlagfertiger Plauderer, der für jeden Fan ein nettes Wort hatte und voll Herzlichkeit selbstgemalte Bilder, Schoko-Osterhasen und Nutellagläser entgegennahm.

Nur die Wünsche nach Umarmungen, die musste er dann doch zurückweisen. Dennoch reichte es manchem Teenager schon, überhaupt von ihm angesprochen zu werden: „Ich habe mit Matthias Schweighöfer geredet“, rief ein Mädchen fassungslos.

Selbst Joko Winterscheidt, im Film böser Immobilienhai und im richtigen Leben guter Kumpel von Schweighöfer, wurde zwischenzeitlich von Schweighöfer per Handy dazugeschaltet: „Wenn ich gewusst hätte, dass du anrufst, hätte ich nicht soviel getrunken“, witzelte Winterscheidt, und wollte wissen: „Marburg, liebst du mich?“

Schweighöfer scheint Marburg jedenfalls tatsächlich zu mögen. Auf die Frage, ob er nicht einen Film in Marburg drehen möchte, erwiderte er sofort: „Keine schlechte Idee!“ Die vielen Fans, die sich zum Abschluss des langen Schweighöfer-Abends um den roten Teppich drängten, um ein Foto oder ein Autogramm zu ergattern, wären sicher begeistert.

von Heike Döhn

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