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Auch ältere Typen haben den Blues

Hamburg Blues Band Auch ältere Typen haben den Blues

Seit über 30 Jahren macht die Hamburg Blues Band Musik, und noch immer klingt es frisch und mitreißend. Special Guests im KFZ: Maggie Bell und Miller Anderson.

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Auf der Bühne zu Hause: Der Frontmann der Hamburg Blues Band, Gert Lange, war in allerbester Spiellaune.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Die 160 Musikfreunde im Kulturladen KFZ mussten ein bisschen warten, bis die Blues-Veteranen auf der Bühne erschienen. „Marburg! Was für eine Stadt! Was für ein Publikum!“, rief Frontmann Gert Lange begeistert in die Menge. „In einer stürmischen Nacht in den 80ern haben wir die Band gegründet“, erzählte er und lachte. „Friends for a Livetime“ heißt denn auch die Geburtstagstour der Gruppe.

Erdiger, bodenständiger Blues, gewürzt mit einem Schuss Rock, Boogie und Jazz, ist das Markenzeichen der Hamburg Blues Band. Und mit einem kraftvollen, rockigen Stück startete die Band in den Abend. Gert Lange konnte mit flotten Gitarrenriffs und rauchiger Stimme überzeugen, begleitet wurde er von der spielfreudigen Rhythmustruppe Wallbaum/Becker.

Miller Anderson, Gitarrist und Sänger, war der erste Gast des Abends. Der Woodstock-Veteran hat schon mit vielen Top-Bands und Musikern der internationalen Szene zusammen gespielt, so mit Savoy Brown, T-Rex, Roger Chapman und Jon Lord. Zusammen mit seiner eigenen Band, der Keef Hartley Band, tourt er seit Jahren durch Europa.

Am Donnerstag gab Miller Anderson einen seiner selbst geschriebenen Songs zum Besten. „Just a cry“ war ein einfühlsamer Blues, den er mit kraftvoller Stimme sang. Auch das rockige „The love man dancing“ stammte aus seiner Feder. Im perfekten Zusammenspiel mit den Musikern der Hamburg Blues Band fabrizierte er einen eingängigen Sound, der das Publikum begeisterte.

Nach der Pause sorgte der zweite Gast des Abends für frischen Wind auf der Bühne: Maggie Bell. Die Sängerin wird auch „The Queen of Rock from Scotland“ genannt. In ihrer langen Karriere hat sie schon mit Größen wie Rod Stewart, Jimmy Page und Eric Burton zusammen gearbeitet, in den 70-ern feierte man sie als „britische Antwort auf Janis Joplin“. Und an Janis Joplin erinnert ihre Reibeisenstimme noch heute: rau, rauchig, ausdrucksstark. Maggie Bell hat noch immer viel Pfeffer und fühlte sich sichtlich wohl auf der Bühne. Mit ihrer Energie konnte sie das Publikum mitreißen, und bald klatschten und tanzen alle mit. Aber sie konnte auch anders: Mit dem gefühlvollen Blues „The years go by“ zeigte sie, dass sie auch eine melancholische Seite hat.

von Bettina Preussner

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