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Ameisen haben Spaß an der Arbeit

Theater im G-Werk Ameisen haben Spaß an der Arbeit

Andere für sich arbeiten lassen konnte man bei der Premiere von „Ameisenreport“ im Theater im G-Werk am Donnerstagabend. Die Zukunft der Arbeit stand im Zentrum des Spiels, das von den Theaterformationen „german stage service“ und „Heike Scharpff & Team“ präsentiert wurde.

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Sebastian Philipp, Ismet Demirel und Nicole Hornby bewegten sich rund um das Thema Arbeit: Warum und für wen arbeiten wir, welchen Wert hat unsere Arbeit - und was würde eigentlich passieren, wenn wir gar nicht arbeiten müssten?

Quelle: Veranstalter

Marburg. Ein Spiel war es tatsächlich, das die fünf Protagonisten darboten, eines, das mit seinen Ereignis- und Gemeinschaftskarten an „Monopoly“ erinnerte. Z

wei Schauspielerinnen und ein Schauspieler schlüpften in die fiktive Biografien eines Unternehmers, einer Kreativen aus der Werbebranche und einer Pflegerin, mit einem Raumpfleger und einer Frisörin standen zwei Laien in Sachen Theater, dafür aber Profis in Sachen Arbeitswelt auf der Bühne.

Dass die Premiere recht schlecht besucht war, lag vielleicht daran, dass mancher nach der Arbeit von selbiger nichts mehr hören mag. Entwarnung kann gegeben werden: Gearbeitet wird nur auf der Bühne.

Die fünf bewegten sich in einer Versuchsanordnung eher theoretischer Art: Welche Auswirkungen haben bestimmte Ereignisse auf die Arbeit der Figuren? Gleich zweimal wurde das durchexerziert, einmal unter auf die Spitze getriebenen Bedingungen der real existierenden Gesellschaft, einmal unter der utopisch anmutenden Vorbedingung, dass jeder vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält.

Dass es ein Spiel war, wurde in jedem Moment deutlich. Wie die Geier stürzten sich die Akteure auf die Ereigniskarten, um dann ihre Geschichte deren Vorgaben anzupassen. Was, wenn die Rentenbeiträge immens erhöht würden? Oder wenn aufgrund einer Umweltkatastrophe der Liter Wasser zehn Euro kostet? Oder Deutschland alle Langzeitpatienten nach Indien auslagert?

Manches entglitt im spaßigen Spiel in die Beliebigkeit, und warum es die beiden Arbeitsexperten neben den Profi-Schauspielern brauchte, erschloss sich nicht. Aber jeder im Publikum bekam mit Sicherheit eine Menge Anstöße, über sein eigenes Verhältnis zur Arbeit nachzudenken und hatte sogar eine Menge Spaß dabei.

„Ameisenreport“ ist heute sowie am am 2., 3. und 4. Juni jeweils ab 20.30 Uhr im Theater im G-Werk zu sehen. Karten gibt es unter der Telefonnummer (06421) 62582.

von Heike Döhn

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