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„Amadeus“ geht auf die Zielgerade

Schlossfestspiele Amöneburg „Amadeus“ geht auf die Zielgerade

Mit Hochdruck arbeiten Regisseur Peter Radestock und sein Team an den letzten Feinheiten für den Mozart-Krimi „Amadeus“. Er hat am Donnerstag um 20.30 Uhr in Amöneburg Premiere.

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Mozart (Emil Schwarz) schäkert mit seiner Constanze (Anna-Sophie Braun). Das Foto entstand bei Proben bei brütender Sommerhitze in Gemünden.

Quelle: Uwe Badouin

Amöneburg. Ist der Wiener Hofkomponist Antonio Salieri schuld am Tod von Wolfgang Amadeus Mozart, einem der größten musikalischen Genies der Musikgeschichte? Mit dieser Frage beschäftigt sich Peter Shaffers 1979 in London uraufgeführtes Stück „Amadeus“.

Zwei Jahre später folgte die deutsche Uraufführung am Wiener Burgtheater – in der Stadt also, in der die Auseinandersetzung zwischen Genie Mozart und dem biederen, altmodischen Komponisten Antonio Salieri spielt. Erneuerer gegen Bewahrer, Modernist gegen Traditionalist, Jugend gegen Alter – so lauten die Gegensätze, und das vor dem Hintergrund einer absolutistischen Herrschaft mit Kaiser Joseph II. an der Spitze.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts galt es eigentlich als sicher, dass Mozart von Salieri vergiftet wurde, weil der alte Platzhirsch den jungen Himmelsstürmer fürchtete. Der russische Schriftsteller Puschkin hatte sich dieser Legende bedient in einem kleinen Einakter mit dem Titel „Mozart und Salieri“.

Drei tolle Rollen und mehr

Shaffer hat daraus einen spannenden Krimi gemacht mit allen Zutaten für moderne Unterhaltung. Das Stück kam so gut an, dass es von Hollywood verfilmt wurde. Milos Formans „Amadeus“ wurde 1984 ein Filmhit, gekrönt mit acht Oscars. Shaffer war ein gemachter Mann und seither ist klar: Salieri ist der Böse, Mozart sein armes Opfer.

Mindestens drei tolle Rollen hat das Stück: Da ist einmal Salieri, der mit Gott hadert, weil der einen jungen Flegel mit Genialität geradezu überschüttet hat, während er um jede Note kämpfen muss. Salieri wird gespielt von Manfred Gorr, der im vergangenen Jahr das Publikum bei den Schlossfestspielen Amöneburg als Professor Higgins begeisterte.

Die anderen beiden großen Rollen sind die von Mozart und dessen Frau Constanze. Die beiden Darsteller sind zwar erstmals bei den Schlossfestspielen zu sehen – doch ist „Amadeus“ für Anna-Sophie Braun ein Heimspiel: Die junge Schauspielerin ist in Amöneburg aufgewachsen (die OP berichtete).

Als Amadeus ist Emil Schwarz zu sehen. Der 28-Jährige war unter anderem in „Soko Köln“ zu sehen. Für ihn ist „Amadeus“ die erste Open-Air-Theater-Erfahrung. Der Kontakt zu Regisseur Peter Radestock kam über die Zentrale Arbeitsvermittlung. Eine Mitarbeiterin wusste, dass in Amöneburg ein Mozart gesucht werde und habe an ihn gedacht. „Zum Glück“, sagt Schwarz. „Ich dachte: Oh, diese Rolle willst du unbedingt spielen.“

Kindliches und kindisches Genie

Nun pendelt er zwischen Köln, wo er noch Theater spielt, Rauischholzhausen, wo er während der Proben wohnt, und Amöneburg. Und immer wenn er aus der Großstadt komme und die Fachwerkhäuser sehe, denke er an die Märchen der Brüder Grimm.

Die Rolle sei fantastisch, sagt Schwarz. Als kindliches und kindisches Genie habe er Narrenfreiheit. Mozart halte keine Regeln ein, spreche, bevor er nachdenke und trete dauernd in Fettnäpfchen. „Salieri ist ja der Einzige, der Mozarts Genie erkennt und zu Gott betet, dass er auch einmal so etwas Schönes schreiben kann. Darüber kann man schon verzweifeln.“

Inzwischen hat in Amöneburg der Endspurt begonnen. Regisseur Radestock probt derzeit mit den 10 Darstellern und 16 Statisten fast rund um die Uhr: Am Freitagmorgen und -abend, Samstagmorgen, Montag um 10 und 19 Uhr, Dienstag um 10 und 20.30 Uhr sowie Mittwoch um 10 und schließlich die Generalprobe um 20.30 Uhr. Angereichert ist die Inszenierung mit viel Musik von Mozart, die die Geschichte kommentiert.

Karten gibt es unter www.depro-concert.de oder unter der Rufnummer 06453/912470.

von Uwe Badouin

 
Gewinner des OP-Gewinnspiels

Zu unserem Gewinnspiel gingen in den vergangenen Tagen mehr als 250 Zuschriften ein. Je zwei Karten für die Premiere am Donnerstag, 16. Juli, um 20.30 Uhr haben gewonnen:

Margarete Günter aus Kirchhain
Alfred Schneider aus Ebsdorfergrund
Sandra Schepp aus Bad Endbach
Alexandra Riedesel aus Ebsdorfergrund
Selina Boucsein aus Marburg
Rosemarie Löbrich aus Lohra
Thomas Boege aus Stadtallendorf
Kerstin Schäfer aus Rüdigheim
Michael Koch aus Kirchhain
Thomas Gaudek aus Marburg.

Herzlichen Glückwunsch und viel Vergnügen. Die Karten können gegen Vorlage eines Ausweises an der Abendkasse abgeholt werden.

 
Vorstellungen

„Amadeus“ hat am Donnerstag, 16. Juli, um 20.30 Uhr Premiere. Weitere Spieltermine sind am

Freitag, 17. Juli, 20.30 Uhr
Samstag, 18. Juli, 20.30 Uhr
Sonntag, 19. Juli, 16 Uhr
Freitag, 24. Juli, 20.30 Uhr
Samstag, 25. Juli, 20.30 Uhr
Sonntag, 26. Juli, 16 Uhr
Freitag, 31. Juli, 20.30 Uhr
Samstag, 1. August, 20.30 Uhr
Sonntag, 2. August, 16 Uhr.

 
 
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