Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Altphilologe punktet mit Witz

Singer/Songwriter-Contest im KFZ Altphilologe punktet mit Witz

Im KFZ wurden beim Marburger Singer/Songwriter-Contest Tische, Stühle und Kerzen aufgestellt, dazu beschworen Gitarristen und Pianisten die Liebe, um das vor allem weibliche Publikum zu verzaubern.

Voriger Artikel
Filme für Schüler
Nächster Artikel
Lisa-Marie Fischer in Berlin beim Country-Meeting

Mit frechem Humor hat der 20 Jahre junge Latein- und Biologie-Student Carsten Hellmich den Singer-Songwriter-Contest für sich entschieden. Foto: Ben Wangler

Marburg. Über drei Stunden unterhalten zehn Wettstreiter und Peter Klaes, Veranstalter und Moderator, am Donnerstagabend ihre Zuhörer. In der Vorrunde muss jeder Teilnehmer mit einem Song für sich werben, der von acht Jury-Teams aus dem Publikum bewertet wird, ohne Soundcheck, ohne Probe.

Aufgrund eines Gleichstandes gibt es fünf Finalisten statt der üblichen vier. Mit ihrer Ballade „Wir“ zieht Ann-Christin Bromm ins Finale ein; durchdrungen von tiefem romantischem Gefühl, vorgetragen mit ihrer rauen Meeresstimme. Sie schafft es schließlich auf den zweiten Platz, den sie sich mit Lukas Love teilt, der mit seinen bewegenden Soul-Auftritten sehr an Xavier Naidoo erinnert.

Kai Ramon kommt verträumt, charismatisch und heiter mit „Summer Days“ weiter und Mary gewinnt als vielschichtige Erzählerin an der Gitarre einen Platz unter den Finalisten, mit dem bissigen und originellen „Tagebuch“-Song.

„Ich bin ja Student, da reichen mir fünf Punkte“ witzelt Carsten Hellmich, als er auf die Bühne kommt. Er ist der jüngste mit seinen 20 Jahren, studiert in Marburg Latein und Biologie auf Lehramt. Er hat sich als letzter eher zufällig bei dem Contest angemeldet. Er covert sonst nur und hat jetzt für die Veranstaltung sein erstes Lied „Nothing can stop me now“ geschrieben - vor einer Woche. Und dann habe er ja noch ein zweites und vielleicht ein drittes gebraucht, das er dann vorgestern geschrieben habe.

Mit frechem Humor, Sympathie und Slapstick stürmt er den Saal. Leidenschaftlich und lustig, ironisch und kraftvoll nimmt er sich selbst und die Singer-Songwriter aufs Korn. Im Finale, nach den vielen Beiträgen über die Liebe, kommt er auf die Bühne und meint mit seinem wissenden Grinsen: „Ich habe ein Liebeslied geschrieben“ und singt dann lakonisch „Unser Versuch“: „Stell dir nur mal vor, wenn sie [die Liebe] bliebe“. Dabei untermalt er seinen weitsichtigen Blick auf Beziehungen mit derben Geräuschen und Seufzern. Klug, einfallsreich und unterhaltsam sind seine Songs, und auch ernste kann er darbieten, wie er mit „Future“, seinem Auftritt als Sieger, beweist.

von Ben Wangler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr