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Alte Musik vielseitig präsentiert

Ensemble Saltarello Alte Musik vielseitig präsentiert

Das Ensemble Saltarello hat sich auf Alte Musik spezialisiert. In der Marburger Universitätskirche präsentierte es Werke von Hans Leo Hassler, dessen Geburtstag sich dieses Jahr zum 450. Mal jährt.

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Das Ensemble Saltarello spielte in der Universitätskirche Werke des Barockkomponisten Hans Leo Hassler.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Das Programm spiegelte die große Bandbreite des Schaffens von Hans Leo Hassler wider, der zu den bekanntesten Komponisten des Frühbarocks zählt. Er war einer der Ersten, die zum Studium nach Italien gingen. Den Einfluss dieser Zeit, das Studium bei Andrea Gabrieli und die Freundschaft zu dessen Neffen Giovanni Gabrieli, hörte man den Werken deutlich an.

Bereits 2012 hatte sich das Ensemble Saltarello den Werken Giovanni Gabrielis gewidmet und die Aufteilung der Stimmen in mehrere Chöre räumlich wunderbar präsentiert. Auch dieses Jahr präsentierte das Ensemble Saltarello unter der Leitung von Tobias Irmscher wieder mehrchörige Werke.

Immer wieder stellten sich die Sänger und Sängerinnen neu auf. Dabei nutzten sie den Raum der Universitätskirche mit der Empore in der Nähe des Altarraums oder der kleinen Nische unterhalb der Kanzel. Die Aufteilung in mehrere Chöre war oft außergewöhnlich gelöst. So stand bei „Miserere mei“, komponiert für drei Chöre, Tenor Marc Mühlenhoff alleine im Altarraum, während je eine Solistin und Altistin auf der Empore standen und der Rest in der Nische.

Zwar besteht das Ensemble aus nur zwölf Sängern, doch diese verfügen über gut ausgebildete Stimmen. Es war kaum ein Problem für sie, den Kirchenraum stimmlich zu füllen. Im Zusammenklang wie etwa bei „O sacrum convivium“ sorgten sie für tolle Momente und strahlten viel Ruhe aus, obwohl die Stimmen in diesem Klanggeflecht geradezu umeinander tänzelten.

Glockenläuten unterbricht Konzert

Das Ensemble Saltarello begeisterte auch bei diesem Konzert wieder einmal durch ein feines Gespür für die Kompositionen Alter Musik. Das kam nicht nur durch die historische Aufführungspraxis, wobei der Einsatz der alten Instrumente natürlich zur feinen Atmosphäre beitrug. Die beiden rein instrumentalen Werke waren die einzigen Kompositionen, die bei diesem Konzert nicht von Hans Leo Hassler stammten. Grandios meisterte Sigrun Richter an der Laute die „Glagliarda – Toccata prima“ von Kapsberger, die zwischenzeitlich wegen der läutenden Glocken unterbrochen wurde.

Bei einigen Werken wurde dem Sopran Andreas Peters am Zink zur Seite gestellt. Das Zink ist ein altes Holzblasinstrument, das ähnlich wie eine Trompete gespielt wird und auch gleichartig klingt. An manchen Stellen übertönte jedoch das Instrument, das sehr dominant sein kann, fast den Gesang, so dass der gesungene Text kaum zu verstehen war.

Dies gelang bei den Stücken aus „Sacri concertus“, das Hassler 1601 geschrieben hatte, besser. Hier sang jeweils nur ein Sänger oder eine Sängerin solo, während die anderen Stimmen von den Instrumenten übernommen wurden. So erhielten die Stücke mehr Klarheit, Ruhe und der Text war schön deutlich zu verstehen. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus für ein schönes Konzert, das die Zuhörer zur Ruhe kommen ließ.

von Mareike Bader

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