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Akrobatik und traumhafte Bilder

Neue Filme in Marburg Akrobatik und traumhafte Bilder

Großartige Bilder erwarten die Kinogänger mit dem Porträt des französischen Malers Renoir und James Camerons „Cirque du Soleil - Traumwelten 3D“.

Marburg. Mia (Erika Linz) und ihre Liebe, der „Aerialist“ (Igor Zaripowv), sind die Hauptfiguren des Films „Cirque du Soleil - Traumwelten“. Produzent James Cameron, der als Regisseur „Titanic“ und „Avatar“ auf die Leinwand brachte, sowie Regisseur und Drehbuchautor Andrew Adamson („Shrek“, „Die Chroniken von Narnia“) projizieren damit eine 3D-Hommage an die atemberaubende Akrobatik des Cirque du Soleil auf die Kino-Leinwände.

Im Film verlieren sich Mia und der Luftartist und irren zwischen den Zirkus-Traumwelten umher, bis sie sich am Ende wieder in den Armen liegen, genauer gesagt in den gemeinsamen Trapezseilen.

Dank der 3D-Technik soll das Zirkusgefühl nun Einzug in den Kinosaal halten, doch das funktioniert nicht immer: Zum Teil überlagert die Fantasiewelt, in der Mia nach ihrem Geliebten sucht, die pure Akrobatik der Shows. So geht so manches Mal das Zauberhafte des Cirque du Soleil verloren - das Erlebnis, wenn Menschen unmittelbar vor den eigenen Augen scheinbar Unmenschliches vollbringen, wenn sie durch die Manege schwingen und die Zirkusgäste den Luftzug spüren.

Denn gerade für seine Weltklasse-Akrobatik und seinen poetischen Zirkus ist der Cirque du Soleil bekannt. Die Akrobaten wirbeln wild durch die Luft, die Seiltänzerin balanciert und fährt Einrad. Doch in dem Film fehlen auch die Zuschauer der Live-Shows. Die leuchtenden Augen des Publikums und seine Emotionen während der Darbietungen tragen etwas zum Zirkus-Flair bei. Wer sich im Kino umschaut, sieht dagegen Besucher mit klobigen 3D-Brillen im Gesicht.

Der Film läuft im Cineplex

Renoir: Bildgewaltiger Film über Maler und Muse

In „Renoir“ lassen herrliche Bilder und prachtvolles Licht das Künstlerporträt über Auguste Renoir zu einem Gemälde mit der Kamera werden. Die Geschichte beschreibt die letzten Jahre des kranken Malers (1841-1919) auf seinem Anwesen an der französischen Mittelmeerküste.

Bei dem Film handelt es sich um kein Biopic im engeren Sinn. Vieles ist Fiktion, wirklich gegeben hat es lediglich die Figuren und die Folgen ihrer Begegnung. Mit dabei: Andrée Heuschling, um deren Schönheit und Formen der alte Maler und sein Sohn Jean konkurrierten.

Der Film spielt während des Ersten Weltkriegs. Renoir leidet an heftiger Arthritis. Er sitzt im Rollstuhl, schreit nachts vor Schmerzen und kann den Pinsel nicht mehr aus eigener Kraft in der Hand halten. Renoir ist müde und frustriert. Seine Frau ist gestorben und seine beiden Söhne Pierre und Jean an der Front. Da taucht die sinnliche Andrée auf, die Renoir von Henri Matisse als Modell empfohlen wurde. Sie wird zu einer seiner letzten Musen, die ihn zu einigen seiner schönsten Gemälde anregt.

Der Titel hätte ebenso gut „Les Renoirs“ heißen können. Denn beschrieben wird die Beziehung zwischen dem impressionistischen Maler und seinem Sohn Jean, dem späteren Filmemacher („Die große Illusion“). Beide finden in der sinnlichen Andrée ihre Inspirationsquelle, was zunächst zu Spannungen in dem komplizierten Vater-Sohn-Verhältnis führt. Die junge Frau hat später tatsächlich unter dem Pseudonym Catherine Hessling in den ersten Stummfilmen von Jean Renoir mitgespielt.

Die Kamera (Mark Ping Bing Lee) hat sich dabei von dem Impressionisten Renoir beeinflussen lassen. Sie spielt mit Licht und Farben und zaubert herrliche Bilder. Dem Film seien deshalb auch seine Längen verziehen.

Der Film des in Deutschland eher unbekannten französischen Regisseurs Gilles Bourdos („Ein Engel im Winter“, 2008) zeichnet ein Künstlerporträt, das weder sehr tiefgründig ist, noch den Maler dem Zuschauer näher bringt. „Renoir“ ist vor allem eine Augenweide. Er erzeugt atmosphärische Dichte und schafft Impressionen - so wie Renoir in seiner Malerei.

Der Film läuft im Filmkunsttheater Kammer.

von Lea Sibbel und Sabine Glaubitz

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