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Akrobatik mit Humor und Präzision

Gießener Kultursommer: Chinesischer Nationalzirkus Akrobatik mit Humor und Präzision

Atemberaubend. Das ist das Wort, das den Auftritt des Ensembles des Chinesischen Nationalzirkus im Rahmen des „Gießener Kultursommers“ am besten beschreibt.

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Einen schweren Steingutkübel balancierte dieser Artist auf dem Kopf – glücklicherweise ging nichts zu Bruch.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Rund 900 Zuschauer erlebten im ausverkauften Zeltpalast am Messegelände unter dem Motto „Shanghai Nights Unplugged“ eine Show der Extraklasse, bei der die chinesischen Artisten beeindruckende körperliche Fähigkeiten bewiesen. Immer wieder gab es kräftigen Applaus vom Publikum.

Kein Wunder, denn die Zirkustruppe, die seit mehr als 20 Jahren auch in Europa unterwegs ist, bescherte den Besuchern einen rundum gelungenen Abend. Alt und Jung konnten tief eintauchen in die Welt der Akrobatik, bei der auch der Humor nicht zu kurz kam. Immer wieder gab es vor und zwischen den Nummern kurze humoristische Einlagen.

Die Darbietungen selbst betörten durch die Schlichtheit, mit denen die körperlichen Höchstleistungen ganz in den Fokus rückten. Ein Beispiel: Es ist erstaunlich, was man mit einer Ladung Strohhüte so alles anstellen kann. Einzeln und in der Gruppe ließen die Artisten sie bei der Jonglage durch die Lüfte fliegen, dass es eine wahre Freude war.

Erstaunliche Artistennummern

Apropos: Hut ab vor dem Künstler, der mit einem massiven Steingutkübel jonglierte. Teils balancierte er das Stück, das mit Sicherheit gut zehn Kilogramm wiegen dürfte, nur auf einer Kante auf seiner Stirn. Kaum auszudenken, wenn der Kübel heruntergefallen wäre. Tat er aber nicht, und genau das war einer der Reize des Abends, dass nämlich das chinesische Ensemble Halsbrecherisches mit einer unwiderstehlichen Leichtigkeit präsentierte.

Eine der Artistinnen zeigte eine Handstandnummer, die allein schon wegen des immensen Krafteinsatzes atemberaubend gewesen wäre. Der Clou im Zeltpalast war aber, dass sie die Nummer auf einem schätzungsweise sieben Meter hohen Turm aus Stühlen vollführte. Nicht genug: Die Kollegen hatten sich am Boden im Kreis um den Stuhlstapel gesetzt und wären im Falle eines Einsturzes ebenfalls getroffen worden. Aber alles ging gut: Der Applaus war gewaltig.

Übrigens auch für ein anderes Ensemblemitglied, das den eigenen Körper nur mit den Zähnen auf einem 30 Zentimeter hohen Metallgestell balancierte. Kurz, es war ein richtig schöner Abend im Zeltpalast, den der Chinesische Nationalzirkus auch mit Einblicken ins Shanghaier Leben der 1930er und 1940er Jahren garnierte.

  • Beim Gießener Kultursommer steht am 7. August eine „Abba Night“ an, am 8. August kommt Gregor Meyle, bevor der Kultursommer mit Mozarts „Zauberflöte“ endet. Wer Lust auf diese Veranstaltungen hat, für die es noch Karten gibt: Informationen gibt es unter www.giessenerkultursommer.de.

von Stephan Scholz

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