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Afrikanischer Rhythmus trifft Irish Folk

Kalahari Roses in der Waggonhalle Afrikanischer Rhythmus trifft Irish Folk

Das afrikanisch-deutsch-irische Ensemble „Kalahari Roses“ brachte eine hochkarätige musikalische Mischung in die gut besuchte Waggonhalle: Afro-Jazz, Soul, Reggae, Pop und Folk gepaart mit Lebensfreude.

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Musik verbindet: Musiker aus Deutschland, Irland und Botswana standen am Dienstag als „Kalahari Roses“ gemeinsam auf der Bühne der Waggonhalle.Foto: Ben Wangler

Marburg. „An einem Bahnhof in Botswana stieg eine wunderschöne Frau aus dem Zug. Ich ging auf sie zu und sprach: ,Ich bin wie Hirse, die verstreut auf dem Boden liegt. Ich brauche jemanden, der mich ordentlich einsammelt, in ein Gefäß tut und ins Regal stellt, solange bis es Zeit wird, in den Topf gegeben und gegessen zu werden.‘ Darauf zeigt sie mir ihren Ehering und sagt, es tut mir leid, steigt in den Zug und fährt davon. Seitdem versuche ich sie wiederzusehen, nur um mal ‚Hallo‘ zu sagen; mehr als ihr Name bleibt mir von ihr nicht, deshalb habe ich dieses Lied geschrieben. „

Das Lied heißt wie die Frau „Mapaseka“ und ist eine berührend traurige und zugleich lebensfrohe Ballade. Kabo Leburu, Gitarrist und Sänger des Bandprojekts „Kalahari Roses“, ist der Erzähler dieser Geschichte. Er wie auch seine Bandkollegen haben viele solcher Geschichten aus dem afrikanischen Land Botswana zu erzählen.

Große und kleine Themen des Lebens werden in den Songs aufgegriffen. So geht es in „Paeli“ um die Verwandten und Freunde, die in den Minen Südafrikas verschollen sind, in „In and Out“ wird die Schönheit einer afrikanischen Frau besungen, während ein anderes Lied von einem Jäger berichtet, der lamentierend seine gestohlene Jagdtrophäe sucht.

Auch über „Kalahari Roses“ gibt es eine Geschichte zu erzählen: 2011 besuchte das deutsch-irische Folktrio „Celtic Fusion“ Botswana und spielte dort mit einheimischen Musikern.

Wieder in Deutschland ärgerten sie sich, keine Aufnahmen gemacht zu haben, flogen 2012 nach Afrika zurück, mit zusätzlichem technischem Equipment, um dann mit Tontechnikern und Musikern vor Ort ein Tonstudio zu errichten.

Die Initiatoren von „Celtic Fusion“ Peter Herrmann, Norbert Völker und Don O´Connor zogen mit diesem Projekt einige musikalische Größen Botswanas an und mischten mit ihnen das Album „Tales from Botswana“, mit dem sie nun in Deutschland auf Tour sind. Dabei erhält „Kalahari Roses“ Unterstützung sowohl von der deutschen als auch der botswanischen Regierung.

Das Ergebnis, das die Band in der Waggonhalle live präsentierte, ist eindrucksvoll. Die zauberhaften Jazz-Diven Kearomo Rantao, Nnunu Ramagotsi und Lilrozie betörten in allen Tonlagen mit ihren intensiven Soulstimmen. Feinsinnig und charmant überzeugte Geschichtenerzähler und Gitarrist Leburu, Kabelo Tamukate spielte virtuos die sechssaitige Bass-Gitarre und am Schlagzeug trommelte sich der junge Wynton Senwelo durch die afrikanisch-irischen Rhythmen. Das vielseitige Instrumentarium auf der Waggonhallen-Bühne, die angesichts der großen Zahl der Musiker an ihre Grenzen stieß, wurde durch Peter Herrmann an der Lead-Gitarre, Norbert Völker an Geige und Akkordeon sowie Markus Reich an Percussion und Kalebassen-Trommel komplettiert.

von Ben Wangler

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