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Aderlass am Landestheater

Fünf Schauspieler gehen Aderlass am Landestheater

Marburger Theaterbesucher müssen sich in der kommenden Spielzeit an neue Gesichter gewöhnen. Fünf Darsteller verlassen das Ensemble, darunter ist eine Marburger Theater-Institution: Franziska Knetsch

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Die Blues Brothers müssen nicht umbesetzt werden: Soul-Diva Franziska Knetsch und der ober-coole Martin Maecker werden den Publikums-Hit in Marburg weiterspielen.

Quelle: Christian Buseck

Marburg. Franziska Knetsch und Martin Maecker, beide begeistern derzeit in dem Musical „Blues Brothers“, Johannes Hubert („Don Karlos“, „Endstation Sehnsucht“), Charles Toulouse („Blues Brothers“, „Mamma Medea“) haben sich in den vergangenen Jahren in die Herzen der Marburger Theaterbesucher gespielt. Sie sind mit Intendant Matthias Faltz vor knapp drei Jahren nach Marburg gekommen oder stehen wie Franziska Knetsch sogar schon fast sieben Jahre am Landestheater auf der Bühne. Sonka Vogt („Dreigroschenoper“, „Fatzer“, „Mamma Medea“) kehrt Marburg nach nur einer Spielzeit den Rücken. Bis auf Charles Toulouse werden sich übrigens alle mit dem Sommer-Open-Air-Spektakel „Viel Lärm um nichts“ aus Marburg verabschieden.

Sicher ist bislang: Knetsch, Maecker und vermutlich auch Toulouse werden als Gäste zumindest in dem aktuellen Publikumshit „Blues Brothers“ weiterspielen. Eine Umbesetzung wäre für das Theater viel zu aufwendig, zumal Knetsch einen Großteil der Gesangsrollen mitreißend meistert und Maecker ober-cool Elwood Blues mimt.

Nicht ungewöhnlich, aber schade

„Ich bedaure die Wechsel außerordentlich“, sagte die stellvertretende Intendantin Dr. Christine Tretow. „Aber für ein Theater ist das ein ganz normaler Vorgang. Ich kann auch ihre Gründe gut nachvollziehen.“

Franziska Knetsch will nach fast sieben Jahren am Landestheater erst einmal durchatmen. Sie strecke die Fühler nach anderen Häusern aus. „Ich liebe den Beruf, so wie er ist“, sagte die Allrounderin der OP. Jetzt sei „krafttechnisch erst mal die Luft raus“. Kein Wunder: Sie hat gespielt wie kaum eine Zweite am Landestheater - fast sieben Jahre ohne ein einziges Freistück.

Johannes Hubert verlässt zum Ende der Spielzeit das Landestheater.

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Sie bleibt dem Landestheater in „Blues Brothers“ auf jeden Fall erhalten, ob als Gast auch in anderen Stücken sei „noch nicht fix“. Auch bei der Marburger Hörtheatrale will sie weitermachen und eventuell erst einmal einen langgehegten Plan umsetzen und ein Kabarettprogramm schreiben. Vermutlich gehe sie nach Berlin, wenn sich nichts anderes finde. „Ich liebe Marburg, aber ich bleibe auf keinen Fall hier sitzen und schaue den anderen beim Spielen zu“, so die 33-Jährige.

Auch Martin Maecker sucht Herausforderungen an anderen Theatern. „Und ich will mir die Chance offen lassen, wieder mehr zu drehen“, sagte der 33-Jährige. Es seien immer wieder Anfragen für Castings gekommen, die er wegen Terminproblemen habe absagen müssen. Er bleibe dem Landestheater aber wahrscheinlich als Gast erhalten. „Marburg war für mich eine tolle Zeit mit tollen Rollen.“ Er hebt den Claudius in Hamlet, Baal und die Blues Brothers besonders heraus.

Nachfolger hat das Landestheater übrigens schon gefunden. Die Neuen werden im April vorgestellt.

von Uwe Badouin

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