Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Action und Testosteron

"Pain & Gain" Action und Testosteron

„Transformers“-Regisseur Michael Bay schickt in „Pain & Gain“ drei liebenswerte, aber nicht allzu helle Bodybuilder auf große Gangster-Tour.

Voriger Artikel
Tabulos und für viele verstörend
Nächster Artikel
Auf Wahrheitssuche beim gemütlichen Dia-Abend

In „Pain & Gain“ fliegen die Fetzen. In dieser Szene ist Mark Wahlberg als Daniel Lugo zu sehen. Paramount Pictures

Quelle: Paramount Pictures

Marburg. Manche Geschichten, die das Leben schreibt, sind derart unglaubwürdig, dass sie selbst in völlig überdrehten Action-Komödien absolut absurd wirken. Die drei Bodybuilder, denen in den 90er Jahren ein Kidnapping völlig aus dem Ruder läuft, sind da keine Ausnahme. „Transformers“-Regisseur Michael Bay macht aus der realen Geschichte den zweistündigen, Testosteron-geschwängerten Klamauk „Pain & Gain“.

Fitness-Trainer Daniel Lugo (Mark Wahlberg, wie man ihn aus der Calvin Klein-Webung kennt) hat die Nase voll von seinem mittelmäßigen Leben. Er will mehr. Schließlich ist er ein Macher, und Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Passend dazu flattern immer wieder Sternenbanner in dem wolkenlosen Himmel Floridas. Schon da beschleicht den Zuschauer Zweifel, ob das Ganze bitterböse Parodie oder ebensolcher ernster Patriotismus ist.

Daniels Bodybuilder-Kumpels Paul Doyle (Dwayne Johnson) und Adrian Doorbal (Anthony Mackie) sind schnell überredet. Sie wollen den schwerreichen Victor Kershaw (Tony Shalhoub) entführen und um seine Millionen bringen. Das gelingt zunächst, doch dann geht doch so ziemlich alles schief, was schief gehen kann.

Bay präsentiert sein Trio als liebenswerte und zugleich menschenverachtende Loser, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Übergewichtige strafen sie mit Verachtung, der schwule Priester, der Doyle an die Muskeln will, wird derb verprügelt. Und um sein Mainstream-Publikum nicht allzu enttäuschen, geizt Bay nicht mit derben Sprüchen auf Stammtischniveau. Schließlich geht es einzig um Geld, Muskeln und Sex - ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist eine Weile hübsch anzusehen. Über zwei Stunden aber können Szenerie und Musik die magere Story nicht ausgleichen.

Trotz teils bizarr-komischer Szenen, slapstickartiger Gewaltexzesse und einem gewissen Wortwitz bleibt „Pain & Gain“ Mainstream-Action für große Jungs.

von Britta Schmeis

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr