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Absurd-witzige Sinnsuche hat Premiere

Einige Nachrichten an das All Absurd-witzige Sinnsuche hat Premiere

Im Hessischen Landestheater gilt es einen jungen, spannenden und preisgekrönten Nachwuchsdramatiker zu entdecken: Am Samstag, 20. April, hat um 19.30 Uhr „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz Premiere.

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Grün und Rot, ein Zirkuspodest und ganz rechts im Bild ein gemulchter Garten – so sieht das Bühnenbild für „Einige Nachrichten an das All“ aus.

Quelle: Foto: Ramon Haindl

Marburg. Was lohnt es zu berichten aus dem Leben? Was könnte man hinausposaunen in die Weite des Alls? Wolfram Lotz hat sich in seinem zweiten Theaterstück „Einige Nachrichten an das All“ um Sinnsuche bemüht - witzig, grotesk, absurd, nachdenklich zugleich.

Lum und Purl Schweitzke sind ein wahrlich ungewöhnliches Paar, das sich dort auf der Bühne wiederfindet, ohne so recht zu wissen, warum. Eines aber wissen Lum und Purl: Die beiden Männer wollen ein Kind - allen biologischen Hindernissen zum Trotz. Denn sie suchen eine Aufgabe. Aber weiß das auch der Autor? Hat er ihnen ein Kind zugestanden.

Dann gibt es noch den LdF, den Leiter des Fortgangs (Ogün Derendeli), und seine Talkshow. Und natürlich die Gäste aus „Historie und Medien“, die erzählen, was sie umtreibt, was sie schon alles erlebt haben. Diese Gäste dürfen eine Nachricht an das All senden, jeder ein Wort, damit die da draußen wissen, wie es um die Erde und seine Bevölkerung bestellt ist. Mit von der Rolle sind Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben: der berühmte Dramatiker Kleist (Timo Hastenpflug) etwa, der Alleinerziehende Klaus Alberts, eine dicke Frau, die schon einmal in einer anderen Talkshow zu Gast war, der Botaniker Rafinesque und der CDU-Politiker Ronald Pofalla (alle gespielt von Stefan A. Piskorz), Schwester Inge und Hilda (Marina Schmitz) und mittendrin die bereits erwähnten Außenseiter Lum (Charles Toulouse) und Purl Schweitzke (Tobias M. Walter) mit ihrer Hoffnung auf ein Kind, auf etwas Sinn im Leben.

Ein Nachwuchsdramatiker mit Sprachwitz

Wolfram Lotz, 1981 in Hamburg geboren, war Publikumspreisträger des Stückemarktes des Berliner Theatertreffens 2010. Ein Jahr später wurde er in der renommierten Kritikerumfrage von „Theater heute“ zum Nachwuchsautor des Jahres 2011 gewählt. Damit nicht genug an Preisen: Kürzlich wurde er mit dem „Förderpreis Komische Literatur“ in Kassel 2013 ausgezeichnet. „In seinen brillanten Texten gestaltet Wolfram Lotz das Komische auf überraschende, vielseitige und unverwechselbarer Weise. Sprachwitz, Situationskomik, skurrile Figurenzeichnung, das Alberne, Absurde oder Tragikomische sind dabei nicht Selbstzweck. Sie dienen vielmehr einer sinnlichen, doch ungemütlichen Anleitung zum Widersinn“, hieß es in der Jury-Begründung zum Kasseler „Förderpreis Komische Literatur“.

Regie führt erstmals in Marburg der Schweizer Jonas Knecht. Knecht hat unter anderem bereits am Deutschen Theater und dem Theater an der Parkaue Berlin sowie am Theater Baden-Baden gearbeitet. Wie das Landestheater mitteilte, betont Knecht bewusst „das Rauschhafte des Textes“, der für ihn Züge trägt, die an Beckett erinnern. Ausstatter Markus Karner, der ebenfalls sein Marburg-Debüt gibt, siedelt das Stück in zwei voneinander getrennten Bühnenräumen an: Einem weißen, kühlen Raum für den Talkshowbereich und einen Garten mit Rindenmulch. Das Regieteam wird komplettiert durch den Musiker Boris Hegenbart, der die Figuren mit vorproduzierten Musiktracks und live auf der Bühne aufgenommenen Sequenzen begleitet.

  • Premiere ist am Samstag ab 19.30 Uhr im Theater am Schwanhof. Weitere Vorstellungen sind am 24. April (19 Uhr Stückeinführung, Studententag), 28. April (Blauer Tag), 10. und 21. Mai, jeweils um 19.30 Uhr.

Gastspiel: Geld

„Geld - Mehr über Geld - Noch mehr über Geld - Alles über Geld - Ein Letztes über Geld“ - das „Theater an der Parkaue - Junges Staatstheater Berlin“ ist mit Gertrude Steins Stück „Geld“ für alle ab 9 Jahren am Sonntag um 16 Uhr und am Montag, 22. April, um 11 Uhr zu Gast im Hessischen Landestheater. Sascha Bunge, Oberspielleiter am Theater an der Parkaue, lässt in Zeiten von Wirtschaftskrise und Eurodebakel die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein zu Wort kommen und zeigt in seiner Inszenierung die sonderbaren Qualitäten und Quantitäten des Geldes.

von Uwe Badouin

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