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Abenteuerlicher Spaß für Kinder

Hessische Landestheater Abenteuerlicher Spaß für Kinder

Mit „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ geht das Hessische Landestheater ins Rennen um den Preis des Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Kuss“. Am Sonntag war Premiere.

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Annette Müller (hinten) und Oda Zuschneid übernehmen viele Rollen in dem Stück. Hier sind sie als Drachenfrau Malzahn zu sehen.

Quelle: Merit Engelke

Marburg. Dass Lummerland nicht gerade groß ist, sollte für die Meisten keine Neuigkeit darstellen. Dass die ganze Insel aber problemlos auf eine Theaterbühne passt, das geht doch aber an Winzigkeit etwas zu weit.

Tatsächlich funktionierte eben das bei der Premiere des Kindertheaterstücks „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ in der Black Box des Hessischen Landestheaters aber sehr wohl.

Die beiden Regisseurinnen und Darstellerinnen Annette Müller und Oda Zuschneid (beide in mehreren Rollen) haben in ihrer Fassung klassische Theaterszenen mit menschlichen Schauspielern um solche in Puppentheaterformat ergänzt.

Kleine Zuschauer spielen spontan mit

So rollt Lukas‘ berühmte dicke Lok „Emma“ zunächst als handflächengroßes Spielzeug über die nur etwa zwei Meter lange Insel mit ihren von Puppen bewohnten Häusern. Und auch die Bewohner bekommen die Zuschauer anfangs nur im Miniaturformat zu sehen.

In den weiteren Szenen wechseln sich Puppen und Menschen immer wieder ab: Camil Morariu spielte den Lokomotivführer Lukas, Michael Lohmann ist Frau Waas und die Regisseurinnen übernehmen so ziemlich jede andere Rolle.

Für den Charakter des Jim Knopf haben sich Müller und Zuschneid allerdings etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Jim wird abwechselnd von freiwilligen Kindern aus dem Publikum gespielt, die ihren Text per Kopfhörer bekommen.

„Wir wollten unbedingt auch unsere kleinen Zuschauer einbinden und mit vielen verschiedenen Mitteln der Darstellung die Bandbreite der kreativen Möglichkeiten des Theaters direkt vermitteln. Deswegen haben wir zusätzlich noch Szenen, die durch Videokamera auf die Leinwand übertragen werden und einen Greenscreen, wo die Kinder sehen, wie aus dem grünen Hintergrund ein animierter wird. So können auch die Jüngsten verstehen, wie das alles funktioniert“, erklärt Annette Müller das Konzept.

„Das ist total schön geworden“

Das geht auf – auch durch die liebevoll gestalteten Bühnenbilder mit der riesigen Drachen-Frau Mahlzahn und einer per Tretantrieb bewegten großen Lokomotive Emma aus echtem Stahl, die schlussendlich den Drachen besiegt.

Das sehr gemischte Premierenpublikum war sichtlich begeistert von dem Einsatz der Darstellerinnen, die mal als schwer zugequalmte Drachen, mal als chinesische Kaiser überzeugten – und natürlich von den vier kleinen Laiendarstellern, die vor ausverkauftem Haus tapfer ihre Rollen spielten.

„Wir sind durch Plakate auf die Aufführung aufmerksam geworden, und da wir schon häufiger hier waren, wollten wir das unbedingt sehen“, meinte Schülerin Yolanda Neißner (16) nach der Premiere. „Das ist total schön geworden – wie die das mit den Kiddies und den vielen Stilmitteln gelöst haben, ist toll“, ergänzte ihre Freundin Klara Rewicki (15).

  • Wer nun Interesse hat, mit Jim Knopf in See zu stechen, der sollte sich den Sonntag, 3. April, merken. Dann findet um 16 Uhr die nächste Aufführung statt. Weitere Vorstellungen sind am 17. April um 16 Uhr und am 22. April um 9 Uhr.

von Marcus Hergenhan

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