Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Ab Dienstag wird Marburg zur Bühne

Hessische Theatertage Ab Dienstag wird Marburg zur Bühne

Auftakt für die Hessischen Theatertage: Vom 2. bis zum 14. Juni präsentieren die Staatstheater aus Darmstadt, Kassel und Wiesbaden, das Frankfurter Schauspiel, das Stadttheater Gießen und die Gastgeber vom Hessischen Landestheater Marburg ihre große Werkschau.

Voriger Artikel
Großes Kino auf 200 Quadratmetern Fläche
Nächster Artikel
„Intimes Konzert“ mit Samy Deluxe begeistert Fans

von Uwe Badouin
und Katrin Bäuerle

Marburg. Literweise Theaterblut fließt in der blutrünstigen Inszenierung des antiken Klassikers „Die Bakchen“ von Euripides ( Foto),mit der das Staatstheater Kassel zu den hessischen Theatertagen nach Marburg kommt. Eingebettet in das Festival ist die 14. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche. Es gibt also Theater satt: Mehr als 50 Produktionen sind auf fünf Bühnen zu sehen. Auch aus Amsterdam, Sibiu und Biarritz kommen Theater zu dem Festival an die Lahn.

Alle zwei Jahre treffen sich die großen subventionierten Bühnen Hessens zu einer großen Werkschau – immer in einer anderen der sechs hessischen Theaterstädte. Nach 1993, 1994, 1995 und 2001 ist Marburg schon zum fünften mal an der Reihe: 13 Tage lang wird das beschauliche Städtchen an der Lahn mit dem kleinsten hessischen Theater die heimliche Theaterhauptstadt des Landes sein: An fünf Spielstätten – von der großen Stadthalle bis zum kleinen g-Werk im Afföller, von der Waggonhalle bis zum Theater am Schwanhof, der Heimat des gastgebenden Landestheaters – werden mehr als 50 Produktionen zu sehen sein. Denn gleichzeitig mit den Theatertagen findet die 14. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche statt – ein Festival, das sich längst auch überregional etabliert hat. Theaterfreunde müssen jedoch auf eine große, im Programm noch angekündigte Produktion des Staatsthaters Darmstadt verzichten: „The Black Rider“ – ein Gemeinschaftswerk der Pop-Ikonen Robert Wilson, Tom Waits und William S. Burroughs – würde jeden Rahmen sprengen, sowohl den technischen der Stadthalle als auch den finanziellen der Gastgeber. Leider.

Aber es gibt viele, sehr spannende Alternativen: Das Danstheater Aya aus Amsterdam eröffnet das große Festival am Dienstag, 2. Juni, um 20.15 Uhr mit „Soul“ im Theater am Schwanhof. n Zuvor heißt es um 18 Uhr „Zeit zu lieben, Zeit zu sterben“: das schauspiel frankfurt, eines der herausragenden deutschen Theater, macht die Wende zum Thema. n Das Staatstheater Kassel etwa präsentiert „Die Bakchen“ von Euripides. Die wahrhaft blutrünstige Inszenierung ist am Freitag, 12. Juni, ab 20.15 Uhr in der Stadthalle zu sehen.
„Alice im Wunderland“, eine Ko-Produktion des Theaters Augsburg mit der Augsburger Puppenkiste sollten sich vor allem, aber nicht nur, Eltern vormerken: Das Kinderstück ist am 11. Juni ab 19 Uhr in der Stadthalle zu sehen. Auch „Krabat“ nach dem Buchklassiker von Otfried Preußler (Montag, 8. Juni, 18 Uhr) in einer Inszenierung des Theaters Pfütze aus Nürnberg geht auf die große Bühne der Stadthalle.

Ein weiterer Höhepunkt ist Dea Lohers „Das letzte Feuer“. Sie zeigt an ihrer Geschichte über einen Unfall die brüchige Gesellschaft voller vereinzelter Individuen. Das Staatstheaters Wiesbaden gastiert am Samstag, 6. Juni, um 18 Uhr mit der aufwändigen Inszenierung in der Stadthalle. Neben den heimischen Produktionen und den Gastspielen der hessischen Theater wird es auch international: Das Nationaltheater „Radu Stanca“ der Partnerstadt Sibiu (Rumänien) beendet das Festival am Sonntag, 14. Juni, nach 20.15 Uhr auf der Marktplatz mit der Freilichtinszenierung von Peter Weiss’ „Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wurde“. Und das Ballet Biarritz entführt das Publikum am Mittwoch, 10. Juni, ab 20.15 Uhr in der Stadthalle in fantastische Welten.

In die Theatertage ist als zentraler Bestandteil die 14. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche eingebunden. Sie hat neben Klassikern wie „Krabat“ oder „Der kleine Wassermann“ nach Otfried Preußler, „Michelgeschichten“ nach Astrid Lindgren auch eine Puppentheater-Bearbeitung von „Der standhafte Zinnsoldat“ im Programm, das ungeheuer vielfältig ist: Manche Produktionen richten sich an Kinder ab drei Jahren wie „Irgendwas fehlt immer“ vom Kindertheater „die stromer“ aus Darmstadt oder an Jugendliche, wie das bereits ausverkaufte „Jesus von Texas“ vom Theaterhaus Frankfurt. In dem Stück geht es um einen Amokläufer und die Gier der Medien nach Sensationen.

Das Programm der Theatertage finden Sie hier:
Dienstag, 2. Juni
10 Uhr: Wassilissa und Baba Jaga (Theater La Sentymenti, Frankfurt)
11.15 Uhr: Don Quichotte und Sancho Pansa (Theater Grüne Soße, Frankfurt)
18 Uhr: Zeit zu lieben, Zeit zu sterben (Schauspiel Frankfurt)
20.15 Uhr: Soul (Seele), Danstheater AYA, Amsterdam, anschließend Eröffnung
Mittwoch, 3. Juni
10 Uhr: Pit Pikus und die Möwe Leila (Theater Waidspeicher, Erfurt)
11.15 Uhr: Der standhafte Zinnsoldat (Puppentheater am Meininger Theater)
16 Uhr: Lindgren-Projekt (Landschulheim Steinmühle, Marburg)
20.15 Uhr: DNA, eine Geschichte um eine Jugendbande (Staatstheater Mainz)
Donnerstag, 4. Juni
10 Uhr: Kummer und Courage, Napoleons große Armee führt einen furchtbaren Krieg (Schnawwl Mannheim)
18 Uhr: Ehrensache (Theaterperiferie Frankfurt)
20.15 Uhr: Der Junge, der unsichtbar wurde (Kinder- und Jugendtheater Dortmund)
Freitag, 5. Juni
10 Uhr: Irgendwas fehlt immer, skurrile und witzige Kistenschlacht (Die Stromer, Darmstadt)
11.15 Uhr: Aussetzer, (Theaterlabor Darmstadt)
14 Uhr: Genannt Gospodin, (Staatstheater Darmstadt)
Samstag, 6. Juni
16 Uhr: Der kleine Wassermann nach Otfried Preußler (Junges Theater Wiesbaden)
18 Uhr: Das letzte Feuer (Staatstheater Wiesbaden)
22 Uhr: Clockwork Orange (Staatstheater Wiesbaden)
Sonntag, 7. Juni
11.15 Uhr: An der Arche um Acht (Landestheater Marburg)
15 Uhr: Rotkäppchen (Jugendclub des Landestheaters Marburg)
20.15 Uhr: Adams Äpfel (Landestheater Marburg)
22 Uhr: Sommer in der Hölle - Collage (Landestheater Marburg)
Montag, 8. Juni
10 Uhr: Schneewittchen (Theater drei Hasen oben, Immichenhain)
11.15 Uhr: Der Wolf und der Mond (Hof-Theater Tromm)
18 Uhr: Krabat (Theater Pfütze, Nürnberg)
20.15 Uhr: Jesus von Texas (Theaterhaus Frankfurt)
Dienstag, 9. Juni
10 Uhr: Tortuga (Stadttheater Gießen)
18 Uhr: Don Quichotte (Stadttheater Gießen, Jugendclub Tanz)
20.15 Uhr: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte (Stadttheater Gießen)
Mittwoch, 10. Juni
19 Uhr: Villa Gerd (Gerd Schneider Theater, Mousonturm)
20.15 Uhr: Le portrait de l'infante (Ballet Biarritz)
20.15 Uhr: Dealing with life (laProf)
18/22 Uhr: Phantom Geschichte (mousonturm)
Donnerstag, 11. Juni
18 Uhr: Alice im Wunderland (Augsburger Puppenkiste und Augsburger Theater)
20.15 Uhr: Mein erster Sony (mousonturm/laProf)
21 Uhr: Chronik von Fern (laProf)
Freitag, 12. Juni
11.15 Uhr: Michelgeschichten (Spielraum-Theater Kassel)
14 Uhr: Die furiosen Drei (Staatstheater Kassel)
17 Uhr: Assitej-Empfang mit Buchvorstellung
18 Uhr: Das Ding aus dem Meer (Staatstheater Kassel)
20.15 Uhr: Die Bakchen nach Euripides (Staatstheater Kassel)
Samstag, 13. Juni
ganztägig Beiträge der Hessischen Theaterakademie
20.15 Uhr: Poetry Slam
Sonntag, 14. Juni
11.15 Uhr: Erbs & Bohn Duell (Aktionstheater Kassel)
20.15 Uhr: Preisverleihung Kinder- und Jugendtheaterwoche anschließend: Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wurde (Sibiu)
Außerdem: Ich weiß etwas von dir, was du nicht mehr weißt, Audiotour durch Marburg (German Stage Service, Marburg)
Kassandra und Gretchen 89ff (Waggonhalle)

Weitere Informationen und Kartenreservierungen unter Telefon 06421 / 25608 sowie im Info-Laden am Marktplatz.
Infos auch im Internet unter www.hessische-theatertage.de

Mehr dazu lesen Sie in der Samstagsausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr