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85 Blicke auf Details der Stadt

Fotoausstellung „Urban“ 85 Blicke auf Details der Stadt

Stadtimpressionen der besonderen Art gibt es derzeit in einer Ausstellung im Landratsamt zu sehen. Drei Fotografen waren im Urbanen unterwegs.

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Besucher betrachten die Stadtimpressionen der „gleis3eck“-­Fotografen im Landratsamt.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Quietscheentchen, die auf dem Trockenen sitzen. (Leipzig.) Ein Werbemotiv „zwischen Himmel und Hölle“. (Hamburg.) Oder ein Graffitti, das die überaus philosophische Frage stellt: „Wer bin ich?“. Und das mitten in Marburg. Volker Jansen, Alfred Junker und Martin Lüpkes, die in Sachen Fotografie als „gleis3eck“ gemeinsam unterwegs sind, haben für ihre jüngste Ausstellung Stadtimpressionen gesammelt, die nun unter dem Titel „Urban“ im Marburger Landratsamt zu ­sehen sind.

Landrätin Kirsten Fründt sagte bei der Eröffnung, sie sei beim Betrachten von Fotokunst immer erstaunt, dass sie die Eindrücke, die die Fotokünstler eingefangen haben, selbst so nicht habe – „obwohl wir das Gleiche sehen“. Sie lud die Besucher ein, sich auf die Bilder einzulassen. 85 Exponate bieten 85 Blicke auf Details in Stadtlandschaften, die ein Einlassen über den ersten Blick hinaus lohnen.

Es ist nicht das Schöne, das Pittoreske, das Dekorative, das die drei Fotografen suchen und finden. Es sind Nicht-Orte, es sind Widersprüche, es sind Abgründe des Alltäglichen. Was die Werkkultur von „gleis3eck“ ausmache, das sei der Blick auf das von Menschen gemachte, so der Diplom-Designer Hans Michael­ Kirstein in seiner Einführung in die Ausstellung – ein „dokumentarischer, aber phantasievoller Blick“.

Marburg ist ­ein besonderes Pflaster

Die Widersprüche, die unsere­ Existenz ausmachen, die sieht Kirstein in den Fotos von Jansen, Junker und Lüpkes. „Alles andere wäre Disneyland.“ Martin Lüpkes erklärte, das städtische Umfeld sei etwas, das alle drei Fotografen – übrigens allesamt Autodidakten – ganz besonders beschäftige. Einmal pro Jahr treffen sie sich in einer Stadt und ­fotografieren gemeinsam – wobei 
das auch bedeutet, dass sie längere Wege getrennt gehen und dann wieder zusammentreffen.

Alfred Junker verriet im Gespräch mit der OP, dass sie dasselbe Motiv ganz anders mitbringen bei ihren Streifzügen, oder aber auch tatsächlich bis hin zur Perspektive und zum Bildausschnitt fast gleich. Junker lebt in Dautphetal, Martin­ Lüpkes in Braunfels, Volker ­Jansen in Troisdorf. Marburg ist ­gewissermaßen ein besonderes Pflaster für „gleis3eck“: Die allererste Ausstellung vor zehn Jahren fand nämlich genau am selben Ort statt.

  • Die Ausstellung „Urban – Stadtimpressionen“ ist bis 
zum 30. Juni in der Kreisverwaltung (Im Lichtenholz) in Marburg zu sehen. Der Eintritt zu den regulären Öffnungszeiten ist frei.

von Nadja Schwarzwäller

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