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600 Zuhörer singen begeistert mit

Amöneburger Schlossfestspiele 600 Zuhörer singen begeistert mit

Es war ein herrlich lauer Sommerabend an der Schlossruine mit einer sehr guten Beatles-Tribute-Band, die bestens aufgelegt für 600 oft mitsingende Zuhörer spielte.

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„The Be4tles“ mit Neil Tudor (von links) als Paul McCartney, Manuel Schönherr als George Harrison, Yanko Sipos als Ringo Starr und Bandleader Hannes Greinke als John Lennon nahmen das Publikum mit auf eine musikalisch wie optisch gelungene Zeitreise in die Ära ihrer Vorbilder.

Quelle: Manfred Schubert

Amöneburg. „All you need is love“ sangen die Zuhörer voller Inbrunst am Ende mit der Band. Mittlerweile standen alle, bei den Zugaben „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ und „Back in the USSR“ hatten einige Paare auch ihre Zurückhaltung aufgegeben und direkt vor der Bühne getanzt, während die, die es schon vorher nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, sich an den Seiten bewegt hatten.

Im warmen, goldenen Schein der langsam versinkenden Sonne hatte das Publikum ein mitreißendes Abschlusskonzert zum Ende der Schlossfestspiele erlebt. Hatte das Musical „Die 3 von der Tankstelle“ vier Wochen lang die Zuschauer in die Wirtschaftswunderzeit der 50er-Jahre entführt, so ging es mit dem Auftritt der Beatles-Tribute-Band „The Be4tles“ noch einmal für zweieinhalb Stunden zurück in die Folge-Dekade.

Nur wenige der 600 Zuschauer dürften einst die Originale live erlebt haben, auch wenn es etlichen vom Lebensalter her möglich gewesen wäre. „The Be4tles“ vermittelten aber einen Eindruck davon, wie ein solcher Auftritt damals geklungen und ausgesehen haben mag.

„The Be4tles“ mit Neil Tudor als Paul McCartney, Manuel Schönherr als George Harrison, Yanko Sipos als Ringo Starr und Bandleader Hannes Greinke als John Lennon boten den 600 begeisterten Besuchern eine musikalisch wie optisch gelungene Zeitreise in die Ära ihrer Vorbilder.

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Immerhin einer der vier Musiker stammt sogar aus Liverpool und ähnelt dem „Original“, Paul McCartney, so sehr, dass er bereits Seite an Seite mit diesem als Double für zwei Musikvideos arbeitete. Wie sein Vorbild ist Neil Tudor Linkshänder und im Juni geboren, allerdings 19 Jahre später, 1961.

Bandleader Hannes Greinke als John Lennon und Manuel Schönherr als George Harrison kommen aus Deutschland, Yanko Sipos als Ringo Starr aus dem ungarischen Teil der Slowakei. Ihre nicht naturgegebene Ähnlichkeit mit den von ihnen verkörperten Stars machten sie mit wechselnden Perücken, Kostümen und Anklebebärtchen wett.

Dazu kamen sehr gute Gesangsqualitäten und die Beherrschung der Instrumente, solcher, wie sie die „Fab Four“ einst in Form des Höfner Bass oder der Rickenbacker E-Gitarre nutzten, sodass man sich der Illusion hingeben konnte, einem Originalkonzert beizuwohnen. Mit dem Unterschied, dass wie im Zeitraffer die musikalische und optische Entwicklung der Beatles auf der Bühne vorgestellt wurde.

Im einstündigen ersten Teil standen die vier in den schwarzen Anzügen der Anfangszeit mit „Pilzkopf“-Perücken auf der Bühne und sangen einen der frühen Klassiker nach dem anderen. Von „Please please me“, „All My Loving“, „Can‘t buy me Love“ über „Help!“, „Yesterday“, „She loves you“ bis „I want to hold your hand“, und bald sang fast das gesamte Publikum mit. Bei den flotten Stücken wurde mitgeklatscht, alte Paare blickten sich mit leuchtenden Augen an und herzten sich spontan, wenn wieder ein bekannter Song begann.

Hommage an John Lennon: „Give Peace a Chance“

Nach der Pause wurde es farbiger. In den knallbunten Kostümen der „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ kehrten die vier zurück und streiften später die zwanglose Kleidung und Frisuren der Hippiezeit über. Lauthals wurde beispielsweise das fröhliche „Yellow Submarine“ mitgesungen.

Es gelang Hannes Greinke aber auch, einen besinnlichen Moment zu schaffen, als er in Erinnerung an den vor 36 Jahren erschossenen John Lennon, „einen der größten Songwriter des vergangenen Jahrhunderts“, „Give Peace a Chance“ anstimmte. Zunächst a cappella gemeinsam mit dem Publikum, dann solo, sich am Keyboard begleitend.

Bei der Frage, ob lieber „Let it be“ oder „Hey Jude“ als Schlusssong erklingen solle, war das Publikum eindeutig für letzteren. Natürlich gab es beide, in dieser Reihenfolge. Die schöne Abendstimmung an der Ruine und die mitgehenden Zuhörer hatten auch die Musiker beflügelt, die nach den drei Zugaben noch für Erinnerungsfotos und Autogramme bereitstanden.

von Manfred Schubert

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