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3000 Fans stechen mit Santiano in See

Santiano in Stadtallendorf 3000 Fans stechen mit Santiano in See

Freitagabend ging Santiano in Stadtallendorf vor Anker und nahm 3000 gutgelaunte Leichtmatrosen mit auf hohe See. Stadtallendorf wurde für zwei Stunden zur Hafenstadt. Ay, Ay, Käpt‘n - Leinen los.

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Hans-Timm Hinrichsen (von links), Björn Both und Fiddler Peter David Sage stehen alle seit Jahren auf der Bühne – mit Santiano gelang ihnen der Durchbruch.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. 3000 Fans stechen mit Santiano in See. Und sie haben keine Angst, denn „Gott muss ein Seemann sein“, singt die Band aus dem Norden von Schleswig-Holstein, aus einem Land, wo der Wind rau weht, die See bisweilen stürmisch ist und nur Männer mit Bärten auf Kaperfahrt gehen dürfen.

Sie segeln gutgelaunt bis ans Ende der Welt und „keiner bleibt zurück“: Letzteres stimmt, denn von Anfang an gehen die Fans mit. Sie sind textsicher, kennen jeden Song, singen die eingängigen Refrains, bis Santiano nach mehr als zwei Stunden wieder vor Anker und das Team um Kapitän Björn Both erschöpft, aber zufrieden von Bord geht.

Santiano - Herrenwald Stadion Stadtallendorf - 29.August 2014 : Foto Michael Hoffsteter

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Dazwischen lagen zwei Stunden Party mit alten Schlagern, traditionellen Volksliedern, bekannten Seemannsliedern, bretonischen Traditionals und klassischen Irish-Folk-Songs, zu denen Iren gewöhnlich ihr Pint Guiness und das ein oder andere Glas Whiskey kippen.

Drei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Schifferklavier, Keyboard und über allem die Geige von Peter David „Pete“ Sage - fertig ist die gutgelaunte Partymusik. Auch ein kräftiger, gut 20-minütiger Regenschauer schadet der Stimmung nicht, denn einen Seemann kann nichts so leicht erschüttern. Und so singt die Band nach dem Thin-Lizzy-Klassiker „Whiskey in the Jar“ in den Regen seinen Hit hinein: „Aber es gibt nur Wasser, Wasser, Wasser überall“ - und eben keinen Rum.

Keiner im Publikum ging, alle feierten mit ihren neuen Helden „bis ans Ende der Welt“. Und sie wären wohl noch länger geblieben, schließlich wartet in Walhalla ein Festmahl auf alle tapferen Männer (und Frauen).

Der Flensburger Musikproduzent Hartmut Krech hatte 2011 eine geniale Idee: Das, was die Tiroler Alpenjodler können, schaffen wir hier oben im stürmischen Norden doch locker: Musik­material gibt es rund um die Hafenstädte jede Menge, selbst in der guten alten Mundorgel stecken Lieder, die jeder kennt, die früher an Lagerfeuern zur Gitarre gesungen wurden. Die Volkslieder und Schlager wurden in ein rockig-poppiges Gewand gekleidet, aufgepeppt mit ein bisschen Reggae, mit etwas Irish Folk und Rockabilly. Fertig ist das Hit-Piraten-Menü.

Krecht suchte sich sturmerprobte Fahrensleute und fand die Seebären Hans-Timm „Timsen“ Hinrichsen, Axel Stosberg, Björn Both, Andreas Fahnert und Peter David Sage. 2012 ging es für Santiano auf See - und die Band räumte ab: Vier mal Platin für das Debütalbum „Bis ans Ende der Welt“, zwei Echos, ausverkaufte Konzerte und unglaublich viele treue Fans. Santiano kam zur rechten Zeit - Piraten waren und sind in, die vielbesungene Freiheit der Meere ist zugleich handfest und wunderbar romantisch - und viele erinnern sich noch gut und gern an Käpt‘n Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“.

Begleitet wurden die fünf Seebären in Stadtallendorf von Timon Fenner am Schlagzeug und Arne Wiegand am Akkordeon. Und auch eine Frau hatten sie kurz an Bord: Katja Moslehner von der Mittelalter-Rockband „Faun“. Schiffshörner, ein dröhnendes Didgeridoo und eine ausgefeilte Lichtshow rundeten das Spektakel ab, das noch eine ganze Weile für ausverkaufte Hallen sorgen wird.

Veranstalter Michael Deuker war rundum zufrieden: 3000 Besucher bei Santiano am Freitag, 3000 Besucher bei Summer-Rock am Samstag: „6000 Leute bei Open Airs in Stadtallendorf, das muss man erst mal schaffen“, freute sich der Depro-Chef.

von Uwe Badouin

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