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19 Stücke in einer Woche

21. Hessisches Kinder- und Jugendtheaterfestival „Kuss“ 19 Stücke in einer Woche

Eine Woche lang präsentiert das Hessische Landestheater vom 12. bis zum 19. März 19 ausgewählte Kinder- und Jugendtheaterstücke. Der Vorverkauf startet am 1. Februar.

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Marburg. Monatelang hat das Team um Festivalchef Jürgen Sachs Kinder- und Jugendtheaterstücke gesichtet – immer auf der Suche nach neuen Theatertrends, nach aufregenden Geschichten, nach spannenden Inszenierungen.

Für die 21. Auflage des kleinen Festivals haben die Programmplaner 18 Theater nach Marburg eingeladen – hinzu kommt am 13. März mit „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ eine Premiere der Gastgeber.Das Festival sei in dieser Form das älteste Kinder- und Jugendprojekt in Marburg, betonte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach am Dienstag bei der Vorstellung des Programms.

Breites Spektrum an Veranstaltungen

Wie der Titel „Kuss – kuck! schau! spiel!“ schon nahelegt, stellt das Festival über zahlreiche Schulworkshops eine Verbindung her zwischen Theater sehen und Theater spielen. Dies sei einzigartig in Deutschland, heben die Festivalmacher hervor. Neben Jürgen Sachs sind dies in erster Linie der Autor Norbert Ebel sowie die Theaterpädagogen Michael Pietsch und Juliane Nowak.

Das Spektrum, das es in dieser Woche zu entdecken gilt, ist groß: Es reicht von Produktionen für die Kleinsten ab drei Jahren wie etwa das Tanzstück „Minimax“ von der Frankfurter Choreografin Célestine Hennermann bis zu Stücken für junge Erwachsene wie „Braun werden“ vom Theater Expedition Junges Chawwerusch aus Herxheim. „Braun werden“ wird angekündigt als „kippende Komödie“ über die Drift an den radikalen rechten Rand.

Politisch ist auch das Stück „Zaadgah – Heimat im Kopf“, mit dem die KiTZ Theaterkumpanei Ludwigshafen nach Marburg kommt. Die interaktive Performance zum Thema Migration rückt die junge Iranerin Bahar Abnar (Foto: Aderemi Adegbite) ins Zentrum. Sie erzählt von ihrer Kindheit und von den Traditionen im Iran und von ihrer Flucht aus einem Land, das Frauen ein selbstbestimmtes Leben nicht erlaubt. Doch auch in Deutschland erfährt sie Abhängigkeiten, Ablehnung und Einsamkeit.

Ebenfalls an junge Erwachsene richtet sich das Gastspiel des Puppentheaters Halle, das mit „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ einen Klassiker des Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez auf die Bühne bringt. Das Puppentheater Halle, eines der besten in Deutschland, hat bereits zweimal den Marburger Festivalpreis gewonnen.

Intendant mahnt höheren Etat an

Mit der Vergabe des mit 2000 Euro dotieren Preises endet traditionell die Kinder- und Jugendtheaterwoche. Gestiftet wird der Preis vom Freundeskreis des Landestheaters. Ohne das Engagement des Freundeskreises oder der Sponsoren wie der Sparkassenkulturstiftung oder der Stadtwerke wäre das Festival nicht zu stemmen.Rund 85.000 Euro beträgt der Etat. Das Land steuert 32.000 Euro zu, die Stadt gibt 23.000 Euro, der Landkreis 3000 Euro.

Vergleichbare Festivals haben einen deutlich höheren Etat, erklärte Jürgen Sachs „Es ist nicht selbstverständlich, dass es dieses Festival gibt“, sagte Intendant Matthias Faltz, der zum wiederholten Mal einen höheren Etat anmahnte: „Alles wird teurer, auch Künstler wollen leben. Die beuten sich selbst aus“, sagte er vor allem mit Blick auf freie Bühnen.

Aber auch an den günstigen Eintrittspreisen wollen die Theatermacher festhalten. „Es sind sozial verträgliche Preise. Es ist auch ein Anreiz für Familien, Kuss soll ein Publikumsfestival bleiben“, erklärte Faltz. Der Vorverkauf beginnt am Montag, 1. Februar, um 15 Uhr. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.theater-marburg.de

Für Gruppen aus dem Landkreis wird wieder ein Busservice angeboten. Anmeldungen gehen bis 22. Februar an Juliane Nowak: 
j.nowak@theater-marburg.de

von Uwe Badouin

 
Workshops für Schulen und Kindergärten

Neben den Theateraufführungen sind die Theaterworkshops an Schulen und in Kindergärten das zweite große Standbein der Marburger Kinder- und Jugendtheaterwoche. Organisiert werden sie unter anderem von Paul Möllers für das Staatliche Schulamt und den Verein Schulkultur. „Im vergangenen Jahr haben 96 Workshops für 1700 Schülerinnen und Schüler stattgefunden“, sagte Möllers. Eine beeindruckende Zahl, doch die Nachfrage war viel größer. „Die Workshops sind so begehrt, dass wir Jahr für Jahr Schulen und Schülern absagen müssen. Wir brauchen mehr Geld.“

In diesem Jahr werden von 28 Workshop-Leitern 66 verschiedene Workshops zu dem Thema „Laut – Stark“ angeboten. „Der Schwerpunkt liegt bei Grundschulen, weil die noch etwas mehr Freiheiten haben, ihren Tagesablauf zu organisieren als weiterführende Schulen.“

Interessierte können sich das komplette Workshop-Programm mit Anmeldebogen und detaillierten Informationen unter www.schulkultur-mr-bie.de (Rubrik Theater) herunterladen. Anmeldungen sind noch bis zum 30. Januar per Mail an schulkultur@web.de, per Fax an 06421 / 616524 oder per Post an SchulKultur e.V., Postfach 200506, 35017 Marburg, möglich.

 
Das Programm

Samstag, 12. März
18 Uhr, Eröffnung; anschließend Ein Zwei Drei Vorbei (6+), Theater im Marienbad, Freiburg

Sonntag, 13. März
11 Uhr: Das Mädchen vom Mond (4+), Cie. Sac á Dos (Belgien)
16 Uhr, Black Box (Premiere): Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (8+), Hessisches Landestheater Marburg

Montag, 14. März
10 Uhr: Eins Zwei Drei Vorbei (6+), Theater im Marienbad
11 Uhr: Rico, Oskar und die Tieferschatten (9+), überzwerg – Theater am Kästnerplatz, Saarbrücken
19.30 Uhr: Braun werden (14+), Junges Chawwerusch, Herxheim

Dienstag, 15. März:
9 Uhr, Black Box: Hans im Glück (6+), Das Papiertheater Nürnberg
10 Uhr: Alles im Eimer (3+), tanzfuchs Köln
11 Uhr: Hans im Glück (6+), Das Papiertheater Nürnberg
19.30 Uhr: Zaadgah – Heimat im Kopf (15+), KiTZ Theaterkumpanei Ludwigshafen

Mittwoch, 16. März
10 Uhr: Tanz Trommel (6+), Schnawwl – Junges Nationaltheater Mannheim
11 Uhr: Zaadgah – Heimat im Kopf, KiTZ Theaterkumpanei
19.30 Uhr: Die Liebe in den Zeiten der Cholera (15+), Puppentheater Halle

Donnerstag, 17. März
9.30 Uhr und 14 Uhr: Die Konferenz der wesentlichen Dinge (8+), pulk fiktion, Köln
11 Uhr: Liebe! (13+), theaterperipherie Frankfurt/M.
13 Uhr, Probebühne: Inszenierungsgespräch 4
16 Uhr, Bühne: Minimax (3+), Célestine Hennermann, Frankfurt/M.
18 Uhr, Black Box: Huck Finn (10+), Staatstheater Kassel

Freitag, 18. März
10 Uhr, Black Box: Der Stelzenläufer (5+), De Maan/Nat Gras (Belgien)
11 Uhr: Leider Deutsch (12+), theaterkohlenpott herne
16 Uhr: Präsentation der Workshopergebnisse
19.30 Uhr: Patricks Trick (10+), theaterhaus Ensemble Frankfurt/M.

Samstag, 19. März
15 Uhr: Vom ersten Mann, der auf den Mond pinkelte (7+), Spielraum-Theater Kassel
18 Uhr, Black Box: Feierliche Preisverleihung; anschließend: Das große Buch (8+), Theaterhaus Ensemble Frankfurt/M.

 
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